Reinheit





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Was sagt ihr zu dieser Tugend - worum geht es da eurer Meinung nach? Brauchen wir sie oder eher nicht? Wie könnte man sie insbesondere in der heutigen Zeit leben?
Welche Reinheit ist gemeint?
Burkl hat folgendes geschrieben:
Was sagt ihr zu dieser Tugend - worum geht es da eurer Meinung nach? Brauchen wir sie oder eher nicht? Wie könnte man sie insbesondere in der heutigen Zeit leben?

Mir fällt bei der Frage gleich die Stelle aus Matthäus 15 ein:
18 Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. 19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen. 20 Das ist es, was den Menschen unrein macht; aber mit ungewaschenen Händen essen macht ihn nicht unrein.
Ich finde es eine sehr gute Achtsamkeitsübung zu beobachten, was und wie ich etwas sage oder gerne sagen würde. Und das mit dem zu vergleichen, was ich eigentlich als gut und richtig einschätze.
Dabei lerne ich einiges über mich und manchmal hilft es mir Gedanken und Einstellungen zu verändern
ziraki hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Was sagt ihr zu dieser Tugend - worum geht es da eurer Meinung nach? Brauchen wir sie oder eher nicht? Wie könnte man sie insbesondere in der heutigen Zeit leben?

Mir fällt bei der Frage gleich die Stelle aus Matthäus 15 ein:
18 Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. 19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen. 20 Das ist es, was den Menschen unrein macht; aber mit ungewaschenen Händen essen macht ihn nicht unrein.
Ich finde es eine sehr gute Achtsamkeitsübung zu beobachten, was und wie ich etwas sage oder gerne sagen würde. Und das mit dem zu vergleichen, was ich eigentlich als gut und richtig einschätze.
Dabei lerne ich einiges über mich und manchmal hilft es mir Gedanken und Einstellungen zu verändern


Das ist eine gute Sache, dieses Bedachtsein auf das eigene Sprechen. Was für mich eine sehr gute Übung sein kann ist, sich die "passenden Bemerkungen" zu verkneifen, die einem auf der Zunge liegen.

Diese Stelle in Mt ist sehr wichtig für Christen, weil Jesus dort der "rituellen Reinheit" eine Absage erteilt. Diese Vorstellung gibt es ja so viel ich weiß in allen anderen grosen Religionen, dass bestimmte Speisen, Körperflüssigkeiten, Verhaltensweisen etc. den Menschen per se unrein bzw. rein machen könnten.
Paul i hat folgendes geschrieben:
Welche Reinheit ist gemeint?


Im Christentum diejenige des Herzens, von der Jesus sagt:

"Selig, die ein reines Herz haben; / denn sie werden Gott schauen." Mt 5,8
Burkl hat folgendes geschrieben:

Diese Stelle in Mt ist sehr wichtig für Christen, weil Jesus dort der "rituellen Reinheit" eine Absage erteilt. Diese Vorstellung gibt es ja so viel ich weiß in allen anderen grosen Religionen, dass bestimmte Speisen, Körperflüssigkeiten, Verhaltensweisen etc. den Menschen per se unrein bzw. rein machen könnten.


Das kann ich nicht nachvollziehen. Kannst du das mit einem Beispiel aus den anderen großen Religionen illustrieren?

Ich sehe da speziell im katholischen Christentum mehr "rituelle Reinheitsvorschriften" als in manch anderen Religionen. Beispiele wären hier Sexualmoral, Beichte, Kommunion, Fasten etc.
Long Road hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

Diese Stelle in Mt ist sehr wichtig für Christen, weil Jesus dort der "rituellen Reinheit" eine Absage erteilt. Diese Vorstellung gibt es ja so viel ich weiß in allen anderen grosen Religionen, dass bestimmte Speisen, Körperflüssigkeiten, Verhaltensweisen etc. den Menschen per se unrein bzw. rein machen könnten.


Das kann ich nicht nachvollziehen. Kannst du das mit einem Beispiel aus den anderen großen Religionen illustrieren?

Ich sehe da speziell im katholischen Christentum mehr "rituelle Reinheitsvorschriften" als in manch anderen Religionen. Beispiele wären hier Sexualmoral, Beichte, Kommunion, Fasten etc.


Es geht immer um die innere Reinheit. Das ist ja eigentlich in den anderen Religionen auch so. Die Problematik, die Jesus aufzeigt ist, dass äußere Reinheitsgebote, wie z.B. Speisevorschriften, Waschungen etc. dazu führen können, dass eine gewisse Blindheit gegenüber dem aufkommt, auf das es ankommt: Eben die Reinheit des Herzens. Oder plakativ: Es bringt nichts gewaschen und alle Opfervorschriften befolgend in den Tempel zu gehen, während ich Groll im Herzen habe. Die Gefahr der Überbetonung des Äußeren ist eindeutig die der "formalistischen" Reinheit.

Was Jesus bringt, ist der radikale Vorrang der inneren Reinheit gegenüber dem Äußeren. Äußere Rituale sind ausschließlich dafür da, die innere Reinheit zu fördern. Sonst sind sie wertlos, ja sogar kontraproduktiv.

"Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe." (Mt 5,23 u. 24)
Ich sehe in der Institution der RKK überhaupt nichts Reines. Pädophilie, Kindemissbrauch, Verstoßung Geschiedener, Wegbereitung von Aids durch Kondomverbot etc.
Wenn der neue sehr geschätzte Papst weiter reine macht, steht zu befürchten, dass man ihn umbringt.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Es geht immer um die innere Reinheit. Das ist ja eigentlich in den anderen Religionen auch so.


Eben, wie du sagst, das ist in den anderen Religionen (meist) auch so

Natürlich gibt es manche Vorschriften die da nicht hineinfallen, aber da fallen mir nur Beispiele aus dem Judentum und dem Hinduismus ein. Ja, und aus dem Katholizismus Da wird manchen Menschen schon von Geburt an der Zugang zu einem Sakrament (Priesterweihe) verwehrt, unabhängig von "Reinheit des Herzens", sondern weil man nicht das richtige Geschlecht hat.

Zitat:
Die Problematik, die Jesus aufzeigt ist, dass äußere Reinheitsgebote, wie z.B. Speisevorschriften, Waschungen etc. dazu führen können, dass eine gewisse Blindheit gegenüber dem aufkommt, auf das es ankommt: Eben die Reinheit des Herzens. Oder plakativ: Es bringt nichts gewaschen und alle Opfervorschriften befolgend in den Tempel zu gehen, während ich Groll im Herzen habe. Die Gefahr der Überbetonung des Äußeren ist eindeutig die der "formalistischen" Reinheit.

Was Jesus bringt, ist der radikale Vorrang der inneren Reinheit gegenüber dem Äußeren. Äußere Rituale sind ausschließlich dafür da, die innere Reinheit zu fördern. Sonst sind sie wertlos, ja sogar kontraproduktiv.


Damit hat Jesus ja auch recht und das ist gut so. Aber wie gesagt haben dieses Verständnis andere Religionen auch.