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1.7 Schwierigkeiten in der Forschung
Natürlich gibt es Schwierigkeiten auf dem Wege des Suchers, der zu der Wahrheit über diese Sache zu gelangen bestrebt ist. Wie alle großen moralischen und geistigen
Reformationen ist auch die Bahá'í-Religion stark entstellt worden. Hinsichtlich der schrecklichen Verfolgungen und Leiden von Bahá'u'lláh und Seinen Anhängern befinden
sich Freund wie Feind in völliger Übereinstimmung. Über den Wert der Religion dagegen und über den Charakter ihrer Gründer weichen die Darstellungen der Gläubigen und
die Berichte der Verleugner weit voneinander ab. Es ist ebenso wie zur Zeit Christi: über den Kreuzestod Jesu und die Verfolgung und das Martyrium Seiner Anhänger
stimmen die christlichen wie die jüdischen Geschichtsschreiber überein, aber während die Gläubigen sagen, daß Christus die Lehren von Moses und den Propheten erfüllte
und fortentwickelte, erklären die Verleugner, daß Er das Gesetz und die Verordnung gebrochen habe und des Todes schuldig geworden sei.
In der Religion wie in der Wissenschaft offenbart die Wahrheit ihre Geheimnisse nur dem demütigen und ergebenen Sucher, der bereit ist, jedes Vorurteil und jeden
Aberglauben abzulegen - alles zu verkaufen, was er besitzt, um »die eine Perle von großem Wert« zu kaufen. Um die Bahá'í-Religion in ihrer vollen Bedeutung zu verstehen,
müssen wir im Geiste aufrichtiger und selbstloser Hingabe an die Wahrheit ihr Studium beginnen, müssen auf dem Pfade des Forschens ausharren und uns auf die göttliche
Führung verlassen. In den Schriften ihrer Begründer werden wir den Hauptschlüssel für die Geheimnisse dieses großen geistigen Erwachens finden, und den letzten
Prüfstein für ihren Wert. Leider gibt es hier wieder Schwierigkeiten auf dem Wege des Suchenden, welcher mit der persischen und arabischen Sprache, worin die Lehren
geschrieben sind, nicht bekannt ist. Nur ein geringer Teil der Schriften ist ins Englische übersetzt, und viele dieser Übersetzungen, die erschienen sind, lassen an
Genauigkeit wie an Stil viel zu wünschen übrig. Aber trotz der Unvollkommenheit und Unzulänglichkeit der geschichtlichen Erzählungen und Übersetzungen ragen die
großen wesentlichen Wahrheiten, welche die feste und starke Grundlage dieser Sache bilden, gleich Bergen aus dem Nebel der Ungewißheit vor uns auf.¹
¹ Inzwischen hat Shoghi Effendi die wichtigsten Schriften von Bahá'u'lláh und 'Abdu'l-Bahá aus dem Persischen und dem Arabischen ins Englische übersetzt. Diese
unvergleichlichen Übersetzungen und seine eigenen bedeutenden Schriften über die Geschichte des Bahá'í-Glaubens, über Aussagen und Folgerungen seiner fundamentalen
Wahrheit und über die Entfaltung seiner administrativen Ordnung machen dem heutigen Forscher die Arbeit sehr viel leichter als zu Dr. Esslemonts Zeit.
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