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3.7 Bahá'u'lláh - Briefe an die Könige












3.7 Bahá'u'lláh - Briefe an die Könige

Um diese Zeit schrieb Bahá'u'lláh die berühmte Reihe Seiner Briefe an den Sultán der Türkei, an viele der gekrönten Häupter von Europa, an den Papst und den Sháh von

Persien. In Seinem »Buch Aqdas« sprach Er die anderen Herrscher an, die Regierungen und Präsidenten von Amerika, alle Religionsführer und die gesamte Menschheit.

Allen verkündete Er Seine Sendung und rief sie auf, ihre Kräfte einzusetzen, wahre Religion, gerechte Regierungen und internationalen Frieden aufzurichten.

In Seinem Brief an den Sháh verfocht Er machtvoll die Sache der unterdrückten Bábí und verlangte, Auge in Auge denen gegenübergestellt zu werden, die ihre Verfolgung

angestiftet hatten. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß dieses Verlangen nicht erfüllt wurde; Badí, der junge und ergebene Bahá'í, der den Brief von Bahá'u'lláh

überbrachte, wurde festgenommen und unter fürchterlichen Qualen dem Märtyrertod überliefert, indem ihm heiße Ziegelsteine ins Fleisch gedrückt wurden.

Im gleichen Brief gibt Bahá'u'lláh eine herzergreifende Darstellung Seiner eigenen Leiden und Seiner Sehnsucht:

»O König, auf dem Wege Gottes habe Ich geschaut, was noch kein Auge geschaut und noch kein Ohr gehört hat. Freunde haben Mich verlassen; Wege wurden Mir

versperrt; der Teich Meiner Sicherheit ist ausgetrocknet; die Ebene des Wohlbehagens ist dürr gebrannt. Wie viele Schwierigkeiten sind herabgekommen, und wie viele

werden noch nachkommen! Ich schreite dem Mächtigen, dem Gütigen entgegen, während hinter mir die Schlange gleitet. Meine Augen weinen, bis Mein Lager

tränenbenetzt ist; aber Mein Kummer gilt nicht Mir selbst. Bei Gott, Mein Haupt verlangt nach den Speeren um der Liebe seines Herrn willen, und an keinem Baum gehe Ich

vorbei, ohne daß Ich Mich im Herzen an ihn wende und zu ihm sage: `O, daß du doch in Meinem Namen umgehauen würdest und Mein Körper an dir gekreuzigt würde auf

dem Pfade Meines Herrn!` O, Ich sehe die Menschen irregehen in ihrem Rausch, und sie wissen es nicht; sie haben ihre Lüste auf den Thron gesetzt und ihren Gott beiseite

gelegt, als ob sie das Gebot Gottes für ein Gespött, für einen Schmerz und für ein Spielzeug hielten; und sie denken, daß sie es recht machen und daß sie geborgen seien

in der Festung der Sicherheit. Die Sache ist aber anders als sie denken: morgen werden sie erkennen, was sie heute verleugnen.«

»Wir sind im Begriff, von diesem entlegenen Verbannungsort (Adrianopel) nach der Gefängnisstadt 'Akká zu ziehen. Nach dem, was man hört, ist dies sicherlich die

trostloseste Stadt der Welt, die häßlichste dem Anblick nach, abscheulich in ihrem Klima, mit verseuchtem Trinkwasser. Es ist, als ob es die Sammelstadt der Eulen wäre;

man hört nichts darin als ihr Geschrei. Und darin wöllen sie diesen Diener einkerkern mit der Absicht, vor Unserem Angesicht die Tore der Milde zu schließen und Uns

zeitlebens der guten Dinge des Lebens in dieser Welt zu berauben, während Wir derer heute noch einige genießen. Bei Gott, sollte gleich Ermüdung Mich schwächen und

Hunger Mich vernichten, sollte Mein Lager auf hartem Fels sein und Mir die Tiere der Wüste als Gefährten beigegeben werden, so will Ich nicht zurückschrecken, sondern

will, wie die Entschlossenen und Entschiedenen, geduldig sein durch die Kraft Gottes, des Königs des Vor-Daseins, des Schöpfers der Völker, und unter allen Umständen

bin Ich dankbar gegen Gott. Und Wir hoffen auf Seine Gnade - erhaben ist Er - ... daß Er die Gesichter aller Menschen aufrichtig mache gegen Ihn, den Mächtigen, den

Gütigen. Wahrlich, Er antwortet dem, der betet, und Er ist dem nahe, der zu Ihm ruft. Wir bitten Ihn, Er möge dieses finstere Unglück zu einem Schild machen für den Leib

Seiner Heiligen, um sie damit zu schützen gegen die scharfen Schwerter und die durchbohrenden Klingen. Durch Trübsal hat dieses Licht geschienen und hat sein Lobpreis

unaufhörlich gestrahlt; dies war Seine Art in allen verflossenen Zeitaltern und in längst entschwundenen Zeiten.«¹

¹ Bahá'u'lláh, zitiert nach `A Travellers Narrative` S.145-147) (S.a. Hüter, `Der Verheißene Tag ist gekommen` S.73/74
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