|
|
|
3.8 Bahá'u'lláh - Einkerkerung in 'Akká
Zu jener Zeit war 'Akká eine Gefängnisstadt, in welche die schwersten Verbrecher aus allen Teilen des türkischen Reiches verbracht wurden. Bei der Ankunft daselbst, nach
einer schlimmen Seereise, wurden Bahá'u'lláh und Seine Gefährten, etwa achtzig bis vierundachtzig an Zahl, Männer, wie auch Frauen und Kinder, in der Kaserne
eingekerkert. Der Raum war schmutzig und im höchsten Grade bedrückend. Es gab keine Betten noch sonst irgendeine Bequemlichkeit. Die verabreichte Speise war
erbärmlich und so ungenießbar, daß nach einiger Zeit die Gefangenen baten, es möge ihnen erlaubt werden, ihre Nahrungsmittel selbst einzukaufen. Während der ersten
Tage schrieen die Kinder unaufhörlich, und es war beinahe unmöglich zu schlafen. Malaria, Ruhr und andere Krankheiten brachen bald aus, und die ganze Gefangenenschar
bis auf zwei wurde krank. Drei Menschen starben an ihrer Erkrankung, und die Leiden der Überlebenden waren unbeschreiblich.¹
Diese strenge Gefangenschaft dauerte über zwei Jahre, während derer kein Bahá'í die Gefängnisschwelle überschreiten durfte, ausgenommen vier Männer, die, sorgfältig
bewacht, täglich ausgingen, um Essen einzukaufen.
Während der Einkerkerung in der Kaserne wurden alle Besuche streng abgewiesen. Mehrere Bahá'í aus Persien wanderten den ganzen Weg zu Fuß, um ihren geliebten
Führer zu sehen, es wurde ihnen aber der Einlaß durch das Stadttor versagt. Sie pflegten dann an einen Ort auf der Ebene außerhalb des dritten Festungsgrabens zu
gehen, von wo aus sie die Fenster des Gefängnisraumes von Bahá'u'lláh sehen konnten, und nachdem sie Ihn von ferne erblickt hatten, brachen sie in Tränen aus und
kehrten heim, angefacht zu neuem Eifer für Opfer und Dienst.
¹ Um zwei von den Gestorbenen beerdigen zu können, gab Bahá'u'lláh Seinen eigenen Teppich her, um aus dem Erlös die Auslagen für das Begräbnis zu bestreiten. Aber
statt das Geld für diesen Zweck zu verwenden, unterschlugen es die Soldaten und warfen die Körper in eine Grube.
|
|
|