5.7 Das Lehren


5.7 Das Lehren

Der wahre Bahá'í wird an die Lehren von Bahá'u'lláh nicht nur glauben, sondern in ihnen Führung und Kraft für sein ganzes Leben finden, und voll Freude wird er andern die

Erkenntnis übermitteln, welche die Quelle seines eigenen Wesens ist. Nur auf diese Weise wird er »die Macht und Bestätigung des Geistes« in vollem Maße empfangen.

Nicht alle können beredte Sprecher oder gewandte Schriftsteller sein, aber alle können dadurch lehren, daß sie »das Leben leben«. Bahá'u'lláh sagt (Worte der Weisheit

S.11f):

»Das Volk Bahás muß dem Herrn mit Weisheit dienen, andere durch sein Leben belehren und das Licht Gottes in seinen Taten offenbaren. Die Wirkung der Taten ist

wahrhaft mächtiger als die der Worte ... Die Wirkung des Wortes, das der Lehrer spricht, hängt ab von der Reinheit seiner Absicht und seiner Loslösung vom Irdischen.

Manche begnügen sich mit Worten, aber die Wahrheit der Worte wird durch Taten und das gelebte Leben bezeugt. Taten offenbaren die Stufe des Menschen. Die Worte

müssen mit dem übereinstimmen, was aus dem Munde des Willens Gottes hervorging und in den Tablets niedergelegt ist.«

Der Bahá'í wird seine Ansichten in keinem Fall denen aufdrängen, die sie nicht hören wollen. Er wird die Menschen zum Königreich Gottes hinziehen und nicht versuchen,

sie gewaltsam hineinzudrängen. Er wird wie ein guter Hirte sein, der seiner Herde vorangeht und die Schafe durch seine Melodie erfreut, anstatt sie, wie andere es tun, von

hinten mit Hund und Stecken gewaltsam vorwärts zu treiben. Bahá'u'lláh sagt (VW p.36):

»O Sohn des Staubes! Die Weisen sind jene, die nicht reden, ehe sie Gehör finden, gleichwie der Mundschenk seinen Kelch nicht darreicht, ehe er nicht einen Dürstenden

trifft, und der Liebende nicht aus tiefster Seele ruft, ehe er nicht die Schönheit der Geliebten sieht. Deshalb säe den Samen der Weisheit und Erkenntnis in die gute Erde

des Herzens und halte ihn verborgen, bis die Hyazinthen der göttlichen Weisheit aus dem Herzen aufsprießen und nicht aus dem Schlamm und Lehm.«

Im Tablet Ishráqát sagt Er ferner:

»O Volk von Bahá! Ihr seid die Dämmerungsorte der Liebe und die Aufgangspunkte der Gunst Gottes. Befleckt eure Zunge nicht dadurch, daß ihr irgend jemanden verflucht

oder verwünscht, und hütet eure Augen vor dem, was unwürdig ist. Zeigt, was in euch ist. Wird es angenommen, ist das Ziel erreicht. Wo nicht, da ist es nicht erlaubt, mit

denen, die es verwerfen, zu streiten oder sich näher einzulassen, überlaßt sie sich selbst und schreitet vorwärts hin zu Gott, dem Beschützer, dem Selbstbestehenden.

Seid nicht die Ursache des Kummers, noch weniger des Aufruhrs und des Streites! Wir hoffen, daß ihr im Schatten des Baumes göttlicher Gunst erzogen werdet und daß

ihr stets nach Gottes Willen handelt. Ihr seid alle die Blätter eines Baumes und die Tropfen eines Meeres.«