6.2 Die andächtige Haltung


6.2 Die andächtige Haltung

Um uns zu zeigen, wie wir jenen geistigen Zustand erlangen können, in dem es möglich ist, mit Gott zu sprechen, sagt 'Abdu'l-Bahá (Aus einem Gespräch, berichtet von

Miss Ethel Rosenberg):

»Wir müssen danach streben, diesen Zustand dadurch zu erlangen, daß wir uns von allen Dingen und von den Menschen frei machen und uns zu Gott allein wenden. Es

wird von seiten des Menschen etwas Anstrengung erfordern, diesen Zustand zu erlangen, denn er muß sich darum bemühen und danach streben. Wir können zu diesem

Zustand gelangen, indem wir weniger nach materiellen Dingen trachten und weniger auf sie bedacht sind als auf das Geistige. Je weiter wir uns von dem einen entfernen,

desto näher sind wir dem andern. Die Wahl steht bei uns. Unser geistiges Wahrnehmungsvermögen, unser inneres Gesicht muß geöffnet werden, so daß wir die Zeichen

und Spuren des Gottesgeistes in allem schauen können. Alles kann uns das Licht des Geistes widerspiegeln.«

Bahá'u'lláh hat geschrieben (ÄL Kap.CXXV):

»In der Dämmerfrühe eines jeden Tages sollte der Sucher mit Gott Zwiesprache halten und von ganzer Seele in der Suche nach seinem Geliebten verharren. Er sollte jeden

eigensinnigen Gedanken mit der Flamme Seiner liebenden Erwähnung verbrennen.«

In derselben Weise erklärt 'Abdu'l-Bahá (Paris S.55):

»Wenn der Mensch durch seine Seele dem Geist gestattet, seinen Verstand zu erleuchten, dann umfaßt er die ganze Schöpfung ... Wenn der Mensch jedoch nicht Sinn

und Herz den Segnungen des Geistes öffnet, sondern seine Seele der materiellen Seite, dem leiblichen Teil seines Wesens zukehrt, dann ist er von seinem hohen Platz

herabgesunken und wird geringer als die Bewohner des niedrigeren Tierreiches.«

Und wieder schreibt Bahá'u'lláh (ÄL Kap.CXXXVI):

»O Menschen! Befreit eure Seelen von den Fesseln des Selbstes und läutert sie von aller Bindung an irgend etwas außer Mir. Meiner zu gedenken reinigt alle Dinge von

Befleckung - könntet ihr es doch erkennen ! ...«

»O Mein Diener! Singe die Verse Gottes, die du empfangen hast, so wie jene sie singen, die sich Ihm genähert haben, damit die Süße deines Gesanges deine eigene Seele

entflamme und die Herzen aller Menschen anziehen möge. Wer zurückgezogen in seiner Kammer die von Gott geoffenbarten Verse spricht, wird erfahren, wie die Engel des

Allmächtigen den Duft der Worte, die sein Mund verkündet hat, überallhin verbreiten ...«