6.5 Versammlungsgebet


6.5 Versammlungsgebet

Die Gebete, die Bahá'u'lláh den Bahá'í als tägliche Pflicht geboten hat, soll jeder für sich allein sprechen. Nur beim Gebet für die verstorbenen hat Bahá'u'lláh gemeinsames

Beten angeordnet, wobei einzig gefordert ist, daß der Gläubige, der es laut liest, und alle anderen Anwesenden stehen sollen. Dies unterscheidet sich vom islámischen

Brauch des gemeinsamen Gebets, bei dem die Gläubigen in Reihen hinter einem Imám stehen, der das Gebet leitet, was in der Bahá'í-Religion verboten ist.

Diese Anordnungen, die mit der Abschaffung des Berufspriestertums durch Bahá'u'lláh übereinstimmen, besagen nicht, daß Er gemeinsamen Andachten keinen Wert

beimesse. über den Wert von Gebetsversammlungen sprach 'Abdu'l-Bahá :

»Es mag jemand sagen: `Ich kann zu Gott beten, wann ich will, wenn die Gefühle meines Herzens zu Gott hingezogen sind, sei dies in der Wüste oder in der Stadt oder

sonstwo. Warum sollte ich dorthin gehen, wo andere an einem bestimmten Tag und zu einer gewissen Stunde versammelt sind, um meine Gebete mit den ihrigen zu

vereinen, selbst wenn ich mich in keiner Gebetsstimmung befinde?`«¹

»So zu denken ist nutzlose Einbildung, denn wo viele versammelt sind, ist ihre Kraft größer. Soldaten, die allein und vereinzelt fechten, haben nicht die Kraft eines vereinten

Heeres. Wenn sich alle Soldaten in diesem geistigen Krieg versammeln, dann werden ihre vereinten geistigen Gefühle einander helfen, und ihre Gebete werden Annahme

finden.«¹

¹ Aus Notizen von Miss Ethel I. Rosenberg