7.5 Lebensfreuden


7.5 Lebensfreuden

Der Bahá'í-Glaube beruht auf Mäßigung, nicht auf Asketentum. Sich der guten und schönen Dinge im materiellen und geistigen Leben zu erfreuen, ist nicht nur anempfohlen,

sondern zur Pflicht gemacht. Bahá'u'lláh sagt:

»Beraubt euch nicht selbst dessen, was für euch erschaffen wurde.«

Und ferner:

»Es ist eure Pflicht, daß Begeisterung und Freude in eurem Angesicht leuchte.«

'Abdu'l-Bahá sagt:

»Alles, was erschaffen wurde, ist für den Menschen da, den Höhepunkt der Schöpfung, und er muß dankbar sein für die göttlichen Gaben. Alle materiellen Dinge sind für uns

da, damit wir durch unsere Dankbarkeit lernen mögen, das Leben als eine göttliche Wohltat zu verstehen. Wenn uns das Leben verleidet ist, sind wir undankbare Menschen,

denn sowohl unser materielles als auch unser geistiges Dasein sind die äußeren Beweise der göttlichen Gnade. Daher müssen wir glücklich sein und unsere Tage in

Lobpreis und Wertschätzung aller Dinge verbringen.«¹

Als 'Abdu'l-Bahá gefragt wurde, ob das Bahá'í-Verbot des Spielens auf alle Arten von Spiel Anwendung finde, antwortete Er:

»Nein, manche Spiele sind harmlos, und wenn sie zur Kurzweil gespielt werden, schaden sie nichts. Aber es liegt eine Gefahr darin, daß Kurzweil ausartet in

Zeitvergeudung. Zeitvergeudung ist aber in der Sache Gottes nicht zulässig. Jedoch Erholungsspiele, die zur Kräftigung des Körpers dienen, z.B. Leibesübungen, sind

wünschenswert.«²

¹ Abdu'l-Bahá, Divine Philosophy p.104
² Abdu'l-Bahá, A heavenly Vista p.9