7.12 Die Haltung des Patienten


7.12 Die Haltung des Patienten

Um aber der Macht der geistigen Heilung eine vollkommene Wirkung zu verschaffen, sind von seiten des Patienten, des Heilers, der Freunde des Kranken und sogar der

Gemeinschaft, der er angehört, gewisse Erfordernisse nötig.

Von seiten des Patienten ist das erste Erfordernis, daß er sich von ganzem Herzen zu Gott wendet, mit unbedingtem Vertrauen auf Seine Macht und auf Seinen Willen in

dem Gedanken, daß Er tun wird, was das Beste ist. Zu einer amerikanischen Dame sagte 'Abdu'l-Bahá im August 1911:

»Alle diese Leiden werden verschwinden, und du wirst vollkommene körperliche und geistige Gesundheit erlangen ... Laß dein Herz vertrauensvoll und dessen sicher sein,

daß durch die Gaben und die Gunst von Bahá'u'lláh sich für dich alles erfreulich gestalten wird ... Aber du mußt dich gänzlich dem Reiche Abhá zuwenden und ihm deine

völlige Aufmerksamkeit schenken, dieselbe Aufmerksamkeit, die Maria Magdalena Seiner Heiligkeit Christus schenkte, und ich versichere dir, daß du alsdann körperliche

und geistige Gesundheit erlangen wirst. Du bist dessen würdig. Ich gebe dir die frohe Botschaft, daß du dessen würdig bist, weil dein Herz rein ist ... Sei zuversichtlich! Sei

glücklich! Sei froh! Sei hoffnungsvoll!«

Obschon 'Abdu'l-Bahá in diesem Einzelfall die Erlangung der körperlichen Gesundheit zusagte, tat Er dies doch nicht in jedem Fall, selbst da nicht immer, wo ein starker

Glaube von seiten des Betreffenden vorhanden war. Zu einer Pilgerin in 'Akká sagte Er (Daily Lessons received in Acca p.95):

»Die Gebete, welche für Heilungszwecke geschrieben wurden, sind sowohl für geistige als körperliche Heilung gegeben. Wenn die Heilung für den Patienten das Beste ist,

so wird sie ihm sicherlich gewährt werden. Für manche aber, die krank sind, würde Heilung nur zur Ursache anderer Leiden werden. Daher kommt es, daß die Weisheit

manche Gebete nicht erhört.«

»O Dienerin Gottes! Die Macht des Heiligen Geistes heilt sowohl materielle als geistige Leiden.«

Einem andern Kranken schrieb Er (Star of the West VIII p.232):

»Wahrlich, der Wille Gottes handelt manchmal solcherart, daß die Menschen den Grund dafür nicht ermitteln können. Die Ursachen und Gründe werden später offenbar

werden. Glaube an Gott, vertraue auf Ihn und ergib dich in den Willen Gottes. Wahrlich, dein Gott ist liebevoll, mitleidig und barmherzig ... und Er wird Seine Barmherzigkeit

auf dich herabkommen lassen«

'Abdu'l-Bahá lehrt, daß geistige Gesundheit zu körperlicher Gesundheit führt, daß aber körperliche Gesundheit von vielen Umständen abhängig ist, deren manche sich

außerhalb der Kontrolle des Menschen befinden. Daher vermag selbst die musterhafteste geistige Haltung des einzelnen nicht in jedem Fall die körperliche Gesundheit zu

sichern. Die heiligsten Männer und Frauen leiden zuweilen unter Krankheiten.

Dessen ungeachtet ist der segensreiche Einfluß auf die körperliche Gesundheit, der von einer richtigen geistigen Einstellung ausgeht, weit mächtiger, als man es sich im

allgemeinen denkt, und er genügt in verhältnismäßig vielen Fällen, um die schlechte Gesundheit zu beseitigen. 'Abdu'l-Bahá schrieb an eine englische Dame:

»Du hast über deine körperliche Schwäche geschrieben. Ich erbitte von der Freigebigkeit Bahá'u'lláhs, daß dein Geist stark werden möge, damit dein Körper durch die

Stärke deines Geistes geheilt werde.«

Ferner sagte Er (Paris S.11) :

»Gott hat den Menschen mit so wunderbarer Kraft bedacht, daß er immer aufwärts schauen und außer anderen Gaben auch Heilung aus seinem göttlichen Segensüberfluß

empfangen mag.«

»Doch ach, der Mensch ist nicht für diese höchste Segnung dankbar, sondern er schläft den Schlaf der Nachlässigkeit und mißachtet die große Gnade, die ihm Gott erzeigt

hat, indem er sein Gesicht vom Lichte abkehrt und seinen Weg im Dunkel geht.«

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