7.13 Der Heiler


7.13 Der Heiler

Die Kraft des geistigen Heilens ist zweifellos in größerem oder kleinerem Maße allen Menschen eigen. Wie aber manche Menschen mit außergewöhnlichen Talenten für

Mathematik oder Musik ausgestattet sind, so scheinen andere mit außergewöhnlicher Befähigung für Heilung begabt zu sein. Diese Menschen sollten die Heilkunst zu ihrer

Lebensaufgabe machen. Unglücklicherweise ist die Welt in den letzten Jahrhunderten so materialistisch geworden, daß die Möglichkeit geistiger Heilung größtenteils aus

den Augen verloren wurde. Gleich allen andern Talenten muß auch die Gabe des Heilens entdeckt, gepflegt und ausgebildet werden, damit sie die höchste Entwicklung und

die größte Kraft erlangt. Es gibt heute wahrscheinlich Tausende von Menschen in der Welt, die reichlich mit natürlicher Befähigung zum Heilen ausgestattet sind und in

denen diese köstliche Gabe unbenutzt und untätig liegt. Wenn die Möglichkeiten gedanklicher und geistiger Heilung verwirklicht sind, dann wird die Heilkunst verwandelt und

veredelt und ihre Wirksamkeit ins Unermeßliche gesteigert werden. Und wenn dieses neue Wissen und diese neue Macht des Heilens auf seiten des Patienten mit

lebendigem Glauben und lebendiger Hoffnung verbunden werden, dann werden wunderbare Erfolge zu sehen sein.

»Unser Vertrauen muß auf Gott ruhen. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Heiler, dem Wissenden, dem Helfer ... Nichts auf Erden oder im Himmel ist außerhalb der Macht

Gottes.«¹

»O Arzt! Beim Behandeln der Kranken nenne zuerst den Namen deines Gottes, des Herrn des Gerichtstages. Alsdann wende das an, was Gott zur Heilung Seiner

Geschöpfe bestimmt hat. Bei Meinem Leben! Der Besuch des Arztes, der vom Wein Meiner Liebe getrunken hat, ist Heilung, und sein Atem ist Barmherzigkeit und

Hoffnung. Klammert euch an ihn zum Wohle eurer Gesundheit! Er ist in seiner Behandlungsweise durch Gott bestätigt.«¹

»Dieses Wissen (der Heilkunst) ist die wichtigste aller Wissenschaften, denn sie ist die größte Gabe von Gott, dem Beleber des Staubes, für die Erhaltung der Körper aller

Menschen, und Er hat sie in die erste Reihe aller Wissenschaften und aller Weisheit gestellt. Denn dies ist der Tag, an dem du dich zu Meinem Siege erheben mußt.«¹

»Dein Name ist meine Heilung, o mein Gott, und Deiner zu gedenken meine Arznei. Nähe zu Dir ist meine Hoffnung und Liebe zu Dir mein Gefährte. Deine Gnade für mich

ist meine Heilung und mein Helfer in beiden Welten, in dieser und der kommenden. Wahrlich, Du bist der Allgütige, der Allwissende, der Allweise.«¹

'Abdu'l-Bahá schreibt:

»Wer erfüllt ist von der Liebe Bahás und alles andere vergißt, von dessen Lippen wird der Heilige Geist gehört werden, und der Geist des Lebens wird sein Herz erfüllen ...

von seinen Lippen werden Worte strömen gleich Perlen, die von Schnüren gleiten, und alle Krankheit und alle Leiden werden durch sein Händeauflegen geheilt werden.«²

»O du Reine und Geistige! Wende dich Gott zu mit einem Herzen, das in Seiner Liebe schlägt und das Seinem Ruhm geweiht ist. Schaue auf Sein Königreich und suche

die Hilfe Seines Heiligen Geistes im Zustand der Begeisterung, der Verzückung, Liebe, Sehnsucht, Freudigkeit und des Wohlgeruchs. Gott wird dir durch den Geist aus

Seiner Nähe helfen, Krankheiten und Leiden zu heilen.«³

»Fahre fort in der Heilung der Herzen und Körper und suche Heilung für die Kranken, indem du dich dem allerhöchsten Königreich zuwendest und das Herz darauf richtest,

Heilung durch die Macht des Größten Namens und durch den Geist der Liebe Gottes zu erlangen.«³

(Tablets of 'Abdu'l-Bahá, Band III, S. 626, 629. )

¹ Bahá'u'lláh, Tablet to a Physician
² Abdu'l-Baha, Star of the West VIII p.233
³ Abdu'l-Bahá, TAB III p.626 p.629