7.14 Wie alle helfen können


7.14 Wie alle helfen können

Kranke zu heilen ist keine Sache, die nur den Patienten und den Heiler angeht, sondern jedermann. Alle müssen mithelfen, und zwar durch Anteilnahme und Dienst, durch

richtiges Leben, richtiges Denken und ganz besonders durch das Gebet, denn von allen Heilmitteln ist das Gebet das wirksamste. 'Abdu'l-Bahá sagt:

»Flehen und Bitten für andere wird sicherlich wirkungsvoll sein.«

Die Freunde des Patienten haben eine besondere Verantwortung, denn ihr Einfluß, sowohl zum Guten als zum Schlimmen, ist ein unmittelbarer und ein mächtiger. In wieviel

Krankheitsfällen hängt der Ausgang hauptsächlich von der Mitwirkung der Eltern, der Freunde oder Nachbarn auf den hilflosen Kranken ab!

Selbst die Glieder einer Gemeinde insgesamt haben einen Einfluß auf jeden Krankheitsfall. In einzelnen Fällen mag dieser Einfluß nicht groß erscheinen, aber in der Masse

ist die Wirkung stark. Jedermann wird durch die soziale Atmosphäre, in der er lebt, beeinflußt, sei es durch die Vorherrschaft des Glaubens, des Materialismus, der Tugend

oder des Lasters, des Frohsinns oder der Niedergeschlagenheit. Und jeder einzelne trägt dazu bei, den Zustand dieser sozialen Atmosphäre zu bestimmen. In dem jetzigen

Zustand der Welt mag es nicht für jedermann möglich sein, vollkommene Gesundheit zu erlangen, es ist aber für jedermann möglich, ein »williger Kanal« für die

gesundheitverleihende Macht des Heiligen Geistes zu werden und so einen heilenden, hilfreichen Einfluß sowohl auf seinen eigenen Körper als auf alle diejenigen

auszuüben, die mit ihm in Berührung kommen.

Wenige Pflichten sind den Bahá'í so nachdrücklich und so wiederholt eingeschärft, wie die Pflicht, die Kranken zu heilen, und zu diesem Zweck wurden sowohl von

Bahá'u'lláh als von 'Abdu'l-Bahá viele schöne Gebete geoffenbart.