8.4 Die ersten Schritte zur Einheit


8.4 Die ersten Schritte zur Einheit

Als Mittel zur Förderung religiöser Einheit empfiehlt Bahá'u'lláh die höchste Nächstenliebe und Duldsamkeit und fordert Seine Anhänger auf, mit den Anhängern aller

Religionen in Freude und Fröhlichkeit übereinzustimmen. - In Seinem letzten Willen und Testament sagt Er:

»Streit und Kampf hat Er in Seinem Buch (Kitáb-i-Aqdas) streng verboten. Dies ist der Befehl des Herrn in dieser allerhöchsten Offenbarung, ein Befehl, für den Er keine

Aufhebung zugelassen hat, und den Er geziert hat mit dem Schmuck Seiner Bestätigung.«

»O Völker der Welt! Die Religion Gottes ist da um der Liebe und Einigung willen, macht sie nicht zur Ursache der Feindschaft und des Streites ... wir hegen die Hoffnung,

daß das Volk von Bahá sich immer dem geheiligten Worte zuwenden wird: `Siehe! Alle Dinge sind Gottes!`, dem allerherrlichsten Worte, das dem Wasser gleich das Feuer

des Hasses und Grolles löscht, welches in Herz und Busen glimmt. Durch dieses eine Wort werden die verschiedenen Gemeinschaften der Welt zu dem Lichte wirklicher

Einigung gelangen. Wahrlich, Er spricht die Wahrheit, und Er führt die Menschen auf den Pfad, und Er ist der Mächtige, der Gnadenreiche, der Schöne.«

'Abdu'l-Bahá sagt:

»Alle müssen ihre Vorurteile ablegen und gleichsam in alle anderen Kirchen und Moscheen gehen, denn in allen diesen Andachtsstätten wird der Name Gottes verkündet.

Da sie sich alle versammeln, um Gott zu verehren - welch ein Unterschied besteht darin? In keiner von ihnen betet man den Satan an. Die Muhammadaner müssen in die

christlichen Kirchen und in die Synagogen der Juden gehen, und umgekehrt müssen die andern in die muhammadanischen Moscheen gehen. Sie halten sich nur um ihrer

unbegründeten Vorurteile und Dogmen willen voneinander fern. In Amerika ging ich in die jüdischen Synagogen, die den christlichen Kirchen ähnlich sind, und ich sah sie

überall Gott verehren.«¹

»In vielen dieser Orte sprach ich zu ihnen über die ursprünglichen Grundlagen der göttlichen Religionen und erklärte ihnen die Beweise der Echtheit der göttlichen Offenbarer

und der heiligen Manifestationen. Ich ermutigte sie, ihre blinden Nachahmungen abzulegen. Alle Führer müssen ebenso in jede der anderen Kirchen gehen und über die

Grundlage und die Hauptprinzipien der göttlichen Religionen sprechen. In größter Einigkeit und Harmonie müssen sie in den Gotteshäusern der anderen Gott verehren und

den Fanatismus ablegen.«¹

¹ Abdu'l-Bahá, Star of the West IX Nr.3 p.37