8.7 Die Unfehlbarkeit der Offenbarer


8.7 Die Unfehlbarkeit der Offenbarer

Bahá'u'lláh lehrt, daß Jedem, Der mit der Stufe der göttlichen Offenbarung ausgestattet ist, genügend Beweise Seiner Sendung gegeben sind. Er sei berechtigt, Gehorsam

von allen Menschen zu verlangen, und Er habe die Macht, die Lehren Seines Vorgängers abzuschaffen, sie abzuändern oder zu ergänzen. Im Buch Iqán lesen wir (S.19

S.158):

»Wie fern liegt es der Gnade des Allgütigen, wie fern Seiner liebevollen Vorsehung und seiner milden Barmherzigkeit, unter allen Menschen eine Seele zur Führung seiner

Geschöpfe zu erwählen, ihr einerseits das volle Maß seines göttliche Zeugnisses zu versagen, andererseits aber Seinem Menschenvolk schwere Bestrafung aufzuerlegen,

weil es sich von seinem Erwählten abgewandt hat! Nein, die vielfachen Gnadengaben des Herrn aller Geschöpfe haben allezeit durch die Manifestationen seines göttlichen

Wesens die Erde und alle, die auf ihr wohnen, umfaßt.«

»Ist es nicht das Ziel jeder Offenbarung, eine Wandlung und Änderung in der ganzen Wesensart der Menschheit zu erreichen, eine Wandlung, die sich äußerlich wie

innerlich erweisen und die das innere Leben wie die äußeren Verhältnisse betreffen soll? Denn wenn nicht der Charakter der Menschheit gewandelt würde, so wären Gottes

allumfassende Manifestationen offensichtlich sinnlos.«

Gott ist die einzige unfehlbare Autorität, und die Offenbarer sind unfehlbar, weil Ihre Botschaft die Botschaft Gottes ist, die der Welt durch sie gebracht wird. Diese Botschaft

bleibt bestehen, bis sie durch eine spätere Botschaft, die derselbe Offenbarer oder ein anderer bringt, aufgehoben wird.

Gott ist der große Arzt, der allein die richtige Diagnose der Weltkrankheit zu stellen und das passende Heilmittel dafür zu verschreiben vermag. Das in einem Zeitalter

verordnete Heilmittel ist in einem späteren Zeitalter, da sich der Zustand des Patienten verändert hat, nicht mehr angemessen. Sich an das alte Heilmittel zu klammern,

nachdem der Arzt eine neue Behandlungsweise verordnet hat, heißt dem Arzt nicht Glauben, sondern Unglauben entgegenbringen. Für die Juden mag es ein Schlag sein,

wenn ihnen gesagt wird, daß einige der Heilmittel, die Mose vor mehr als dreitausend Jahren für die Krankheit der Welt verordnete, nun unzeitgemäß und ungeeignet sind.

Die Christen wird es in gleicher Weise erschüttern, wenn ihnen gesagt wird, daß Muhammad dem, was Jesus verordnete, noch irgend etwas Notwendiges oder wertvolles

hinzuzufügen hatte. Und ebenso ergeht es den Moslems, wenn sie zugeben sollen, daß der Báb und Bahá'u'lláh die Macht hatten, die Gebote von Muhammad abzuändern.

Aber nach der Anschauung der Bahá'í schließt die wahre Gottesverehrung die Verehrung aller seiner Offenbarer in sich ein und damit Gehorsam seinen letzten Geboten

gegenüber, wie sie durch die Manifestationen für unser eigenes Zeitalter gebracht wurden. Nur durch eine solche Hingabe kann wahre Einheit erlangt werden.

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