8.12 Keine Berufspriestertum


8.12 Keine Berufspriestertum

Eine andere Seite der Bahá'í-Verwaltung muß besonders hervorgehoben werden, und dies ist die Ausschaltung einer Berufspriesterschaft. Freiwillige Beiträge zu den

Ausgaben der Lehrer sind erlaubt, und viele widmen ihre ganze Zeit der Arbeit in der heiligen Sache. Es wird aber von allen Bahá'í erwartet, daß sie sich an der Arbeit des

Lehrens und dergleichen entsprechend der Gelegenheit und ihren Fähigkeiten beteiligen. Es gibt keinen besonderen Stand, der sich von seinen Mitgläubigen durch

ausschließliche Ausübung priesterlicher Ämter und Vorrechte unterscheidet.

In früheren Zeiten war eine Priesterschaft notwendig, weil das noch ungelehrte und unerzogene Volk bezüglich seiner religiösen Unterweisungen, in der Leitung der religiösen

Riten und Zeremonien und in der Rechtsverwaltung usw. auf die Priester angewiesen war. - Jetzt aber haben sich die Zeiten geändert. Erziehung wird rasch Allgemeingut,

und wenn einmal die Gebote von Bahá'u'lláh praktisch angewandt werden, dann wird jeder Knabe und jedes Mädchen in der ganzen Welt eine ausgezeichnete Erziehung

genießen. Jeder einzelne wird dann imstande sein, die heiligen Schriften selbst zu studieren und das Wasser des Lebens unmittelbar aus der Quelle zu schöpfen.

Ausgeklügelte Riten und Zeremonien, die den Dienst eines besonderen Berufes oder Standes erfordern, haben in der Bahá'i-Ordnung keinen Platz, und die Rechtspflege ist

den für diesen Zweck eingesetzten Autoritäten anvertraut.

Ein Kind braucht einen Lehrer, aber das Ziel eines wahren Lehrers ist, seinen Schüler fähig zu machen, ohne Lehrer handeln zu können, die Dinge mit eigenen Augen zu

betrachten, mit eigenen Ohren zu hören und mit eigener Vernunft zu erkennen. Ebenso war in der Kindheit der Menschheit der Priester notwendig, aber seine wahre Aufgabe

ist, die Menschen zum Handeln ohne ihn zu befähigen, göttliche Dinge mit ihren eigenen Augen zu betrachten, mit ihren eigenen Ohren zu hören und mit ihrer eigenen

Vernunft zu erkennen. Heute ist die Arbeit der Priester beinahe erfüllt, und daher ist es das Ziel der Bahá'í-Lehre, dieses Werk zu vollenden, die Menschen von allem andern

außer Gott unabhängig zu machen, so daß sie sich unmittelbar zu Ihm, d.h. zu seiner Manifestation, wenden können. Wenn sich alle zu einem Mittelpunkt wenden, dann

kann es keine Quertreibereien oder Verwirrungen mehr geben, und je mehr sich alle dem Zentrum nähern, desto näher kommt einer dem andern.

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