9.5 Herrscher und Untertanen


9.5 Herrscher und Untertanen

Bahá'u'lláh verbietet in nachdrücklichster Weise Tyrannei und Unterdrückung. In den Verborgenen Worten schreibt Er (pers.64):

»O ihr Bedrücker auf Erden! Macht euch nicht der Unterdrückung schuldig, denn Ich habe gelobt, keines Menschen Ungerechtigkeit zu vergeben. Dies ist Mein Bund, den

Ich auf der verwahrten Tafel unwiderruflich verkündet und mit Meinem Siegel der Herrlichkeit besiegelt habe.«

Wem die Formgebung und die Anwendung der Gesetze anvertraut ist, muß sich, wie Bahá'u'lláh sagt,

»fest an das Seil der Beratung halten und sodann beschließen und ausführen, was Sicherheit, Reichtum, Ruhe und Wohlfahrt des Volkes fördert. Denn wenn sie die

Angelegenheiten anders bewerkstelligen, wird es in Uneinigkeit und Aufruhr auslaufen.«¹

Das Volk andererseits muß gesetzestreu und einer gerechten Regierung ergeben sein. Um bessere Zustände in den Angelegenheiten der Völker zu zeitigen, muß sich das

Volk auf erzieherische Systeme und auf die Macht des guten Beispiels stützen und nicht auf Gewalttätigkeiten. Bahá'u'lláh spricht:

»In welchem Land sich auch diese Gemeinschaft befinden mag, der Regierung jenes Landes gegenüber muß sie Treue, Vertrauenswürdigkeit und Gehorsam erweisen.«²

»O Volk Gottes! Schmücke deinen Tempel (Körper) mit dem Mantel der Vertrauenswürdigkeit und der Redlichkeit, alsdann hilf deinem Herrn mit den Heerscharen guter

Taten und guter Sitten. Wahrlich, in Unseren Büchern, Sendschreiben und Tablets haben Wir euch Aufruhr und Streit verboten, und dabei hatten Wir nur eure Erhebung und

Erhöhung im Auge.«³

¹ Bahá'u'lláh, Lawh-i-Dunya
² Bahá'u'lláh, Frohe Botschaften
³ Bahá'u'lláh, Ishráqát