9.12 Vermächtnis und Erbschaft


9.12 Vermächtnis und Erbschaft

Bahá'u'lláh bestimmte, daß es jedermann freistehe, bei Lebzeiten über sein Vermögen zu verfügen, wie es ihm beliebe. Er machte es aber jedem zur Pflicht, ein Testament

abzufassen, mit dem er über die Verwendung seines Eigentums nach seinem Tode verfügt. Wenn jemand stirbt, ohne seinen letzten Willen hinterlassen zu haben, so soll

sein Vermögen festgestellt und in gewissem festgesetztem Verhältnis unter sieben Erbschaftsklassen verteilt werden, nämlich die Kinder, Frau oder Mann, Vater, Mutter,

Brüder, Schwestern und Lehrer. Die Anteile eines jeden sind von den Erstgenannten bis zu den Letzten zu staffeln. Fehlen eine oder mehrere dieser Klassen, so fließt deren

Anteil in die öffentliche Kasse und soll für die Armen die Waisen die Witwen oder für sonstige allgemeinnützige Zwecke verwendet werden. Hinterläßt der verstorbene keine

Erben, dann fällt das gesamte Vermögen an die öffentliche Kasse.

Es ist nichts im Gesetz von Bahá'u'lláh vorgesehen, was jemand daran hindern könnte, sofern es ihm beliebt, sein ganzes Vermögen einer einzigen Person zu vermachen;

aber beim Abfassen ihres letzten Willens werden sich die Bahá'í natürlich nach dem Vorbild richten, das Bahá'u'lláh für den Fall aufstellte daß jemand stirbt, ohne ein

Testament gemacht zu haben. Dieser Modus sichert die Verteilung der Hinterlassenschaft an eine beträchtliche Zahl von Erben.