9.16 Erziehung


9.16 Erziehung

Erziehung - das ist Unterweisung und Führung der Menschen und die Entwicklung und Schulung der ihnen innewohnenden Fähigkeiten - war von Anbeginn der Welt das

höchste Ziel aller heiligen Offenbarer, und in den Bahá'i-Lehren sind die grundlegende Bedeutung und die unbegrenzten Möglichkeiten der Erziehung klar und deutlich

verkündet. Der Lehrer ist die mächtigste Triebkraft der Zivilisation, und seine Tätigkeit ist die höchste, die der Mensch zu erstreben vermag. Die Erziehung beginnt im

Mutterleib und ist so endlos wie das Leben des Menschen. Sie ist eine dauernde Notwendigkeit für richtiges Leben und die Grundlage der Wohlfahrt sowohl für den

einzelnen wie für die Gesamtheit. Wenn die richtige Erziehung Allgemeingut wird, dann wird die Menschheit verwandelt und die Welt ein Paradies werden.

Gegenwärtig gehört ein wirklich gut erzogener Mensch zu den seltensten Erscheinungen, denn nahezu jedermann hat Vorurteile, verkehrte Ideale, irrtümliche Vorstellungen

und schlechte Gewohnheiten, die ihm von Kind auf anerzogen sind. Wie wenige werden von früher Kindheit an gelehrt, Gott von ganzem Herzen zu lieben und Ihm ihr Leben

zu weihen, Dienst an der Menschheit als das höchste Lebensziel aufzufassen und die Kräfte zum Besten des Allgemeinwohls zu entwickeln. Doch dies sind sicherlich die

wesentlichen Bestandteile einer guten Erziehung. Bloßes Überlasten des Gedächtnisses mit Daten der Arithmetik, Grammatik, Geographie, mit Sprachen usw. hat

verhältnismäßig wenig Wirkung in der Gestaltung eines edlen und nutzbringenden Lebens. Bahá'u'lláh sagt, daß die Erziehung allumfassend sein muß:

»Es wird verordnet, daß jeder Vater seinen Söhnen und Töchtern eine gute Schulbildung, sowie alles, was in dem Tablet verordnet ist, angedeihen lassen muß. Wird dies

von jemand vernachlässigt, so ist es Pflicht der Vertrauensmänner des Hauses der Gerechtigkeit, den für die Erziehung seiner Kinder erforderlichen Betrag von ihm, sofern er

bemittelt ist, einzuziehen. Andernfalls soll die Angelegenheit dem Haus der Gerechtigkeit anheimfallen. Wahrlich, Wir haben es (das Haus der Gerechtigkeit) zu einem

Zufluchtsort für die Armen und Bedürftigen geschaffen.«¹

»Wenn jemand seinen Sohn oder Kinder eines anderen erzieht, so ist es, als habe er Meine Kinder erzogen.«¹

»Männer und Frauen müssen einen Teil ihres Einkommens aus Gewerbe, Landwirtschaft oder anderen Berufen in die Hand eines vertrauenswürdigen Menschen geben,

damit er für Erziehung und Unterricht der Kinder verwendet wird. Diese Beträge müssen im Einvernehmen mit den Treuhändern des Hauses der Gerechtigkeit für die

Erziehung der Kinder angelegt werden.«²

¹ Ishráqát ² Lawh-i-Dunya

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