10.12 Die Einheit der Ostens und der Westens


10.12 Die Einheit der Ostens und der Westens

Eine andere Triebkraft, die dazu helfen wird, den Weltfrieden zustande zu bringen, ist der Zusammenschluß des Ostens und des Westens. Der Größte Friede besteht nicht nur im Aufhören der Feindseligkeiten, sondern in einer fruchtbaren Vereinigung und in einem herzlichen Zusammenarbeiten der bisher getrennten Völker der Erde, was viele Früchte tragen wird. In einer seiner Reden in Paris sagte 'Abdu'l-Bahá (Paris S.12f):

»In der Vergangenheit wie in der Gegenwart hat die geistige Sonne der Wahrheit stets vom Horizont des Ostens her geschienen. Im Osten erhob sich Moses, um das Volk zu führen und zu lehren, am östlichen Horizont auch der Herr Christus. Muhammad wurde zu einem östlichen Volk gesandt. Der Báb stand im Ostland Persien auf. Bahá'u'lláh lebte und lehrte im Osten. Alle großen geistigen Lehrer erschienen in der Welt des Ostens. Doch obgleich die Sonne Christi im Osten aufging, wurden ihre Strahlen im Westen sichtbar, wo man die Herrlichkeit ihres Glanzes klarer erkannte. Das göttliche Licht seiner Lehren leuchtete kräftiger in der westlichen Welt, in der es einen rascheren Fortschritt als im Lande seines Ursprungs nahm.«

»In diesen Tagen bedarf der Osten eines materiellen Fortschrittes und der Westen eines geistigen Ideals. Es wäre für den Westen gut, sich um Erleuchtung an den Orient zu wenden und ihm dagegen seine wissenschaftlichen Kenntnisse zu vermitteln. Dieser Gabenaustausch muß erfolgen. Osten und Westen müssen sich zusammenschließen, um einander das zu geben, was sie brauchen. Diese Vereinigung wird eine wahre Zivilisation hervorbringen, in der das Geistige im Materiellen Ausdruck und Verwirklichung findet.«

»Wenn so der eine vom anderen empfängt, wird größte Eintracht herrschen, die ganze Welt vereint und ein Zustand hoher Vervollkommnung erreicht sein. Es wird ein festgeknüpftes Band bestehen und diese Welt zu einem leuchtenden Spiegel für die Eigenschaften Gottes werden.«

»Wir alle, die Nationen des Ostens und die des Westens, müssen Tag und Nacht mit Herz und Seele danach streben, dieses hohe Ideal, den Zusammenschluß zur Einheit aller Völker der Erde zu vollenden. Jedes Herz wird dann erfrischt und jedes Auge aufgetan, die wundervollste Kraft gewonnen und das Glück der Menschenwelt gesichert sein ...«

»Dies wird das Paradies auf Erden sein, das kommen wird, wenn das ganze Menschengeschlecht unter dem Zelte der Einigkeit im Reich der Herrlichkeit versammelt ist.«