11.2 Ehe


11.2 Ehe

Die Bahá'í-Lehren schreiben Einehe vor, und Bahá'u'lláh macht die Eheschließung von der Zustimmung beider Partner und ihrer Eltern abhängig. Er sagt im Buch Aqdas:

»Wahrlich, im Buch Bayán (der Offenbarung des Báb) ist die Angelegenheit abhängig gemacht von der Zustimmung beider. Weil Wir wünschten, Liebe und Freundschaft und die Einigkeit der Menschen hervorzubringen, machten Wir es auch von der Zustimmung der Eltern abhängig, auf daß Feindschaft und Übelwollen vermieden werden mögen.«

Über diesen Punkt schrieb 'Abdu'l-Bahá an einen Fragesteller (TAB III p.563):

»Was die Frage der Heirat im Einklang mit dem Gesetze Gottes betrifft: Zunächst mußt du deine Wahl treffen, und dann hängt es ab von der Zustimmung von Vater und Mutter. Ehe du nicht gewählt hast, haben diese kein Recht, sich darein zu mischen.«

'Abdu'l-Bahá sagt, daß infolge dieser vorsichtsmaßregel von Bahá'u'lláh die gespannten Beziehungen zwischen den verschwägerten, wie sie in christlichen und muhammadanischen Ländern sprichwörtlich geworden sind, unter den Bahá'í beinahe unbekannt seien, und daß Ehescheidung ebenso ein sehr seltenes Ereignis sei. Er schreibt über die Ehe:

»Bahá'í-Ehe bedeutet Einheit und herzliche Zuneigung der beiden Partner. Sie müssen einander die größte Aufmerksamkeit erweisen und jedes sich mit der Wesensart des andern vertraut machen. Der feste Bund zwischen ihnen muß eine ewige Bindung werden, und ihr Bestreben muß Wesensverwandtschaft, Freundschaft, Einigkeit und Leben für ewig sein ... Die Heirat von Bahá'í bedeutet, daß Mann und Frau geistig und körperlich eins werden müssen, damit sie ewig geeint sein mögen in allen Welten Gottes und einander im geistigen Leben vervollkommnen.«

Die äußere Form der Bahá'í-Eheschließung ist sehr einfach: einzige Bedingung ist, daß Bräutigam und Braut in Gegenwart von mindestens zwei Zeugen sprechen: »Wir wollen uns wahrlich ganz an Gottes Willen halten«.