11.9 Versammlungen


11.9 Versammlungen

'Abdu'l-Bahá mißt die größte Wichtigkeit regelmäßigen Versammlungen der Gläubigen zur gemeinsamen Andacht, zur Erklärung und zum Studium der Lehren und zur Beratung über den Fortschritt der Religion bei. In einem seiner Tablets sagt Er (TAB I p.124f):

»Durch den Wunsch Gottes ist bestimmt worden, daß Einigkeit und Einklang Tag für Tag unter den Freunden Gottes und den Dienerinnen des Barmherzigen wachsen mögen. Ehe dies nicht Wirklichkeit ist, werden die Dinge nicht gedeihen, welche Mittel man auch anwenden mag. Und die besten Mittel für Einheit und Einklang aller sind geistige Versammlungen. Dieser Punkt ist sehr wichtig und ist ein Magnet, um göttliche Bestätigung anzuziehen.«

In den geistigen Versammlungen der Bahá'í müssen streitsüchtige Beweisführung und Erörterung von politischen und weltlichen Dingen vermieden werden. Die einzige Absicht der Gläubigen sollte sein, die göttliche Wahrheit zu lehren und zu lernen, die Herzen mit göttlicher Liebe zu erfüllen, nach vollkommenerem Gehorsam dem Willen Gottes gegenüber zu streben und das Kommen des Königreichs Gottes zu fördern. In einer Ansprache in New-York im Jahr 1912 sagte 'Abdu'l-Bahá:

»Die Bahá'í-Versammlung muß die Versammlung der himmlischen Engel sein. Sie muß erleuchtet sein von den Lichtern der himmlischen Heerscharen. Die Herzen müssen wie Spiegel sein, darin sich die Strahlen der Sonne der Wahrheit offenbaren. Jede Brust muß einem Sender gleichen: das eine Ende der Verbindung soll im Innern der Seele, das andere bei den himmlischen Heerscharen sein, damit so Botschaften zwischen ihnen ausgetauscht werden können. Auf diese Weise wird vom Königreich Abhá Eingebung herabströmen und in allen Erörterungen wird Einklang herrschen ... Je mehr Übereinstimmung, Einheit und Liebe unter euch herrscht, desto mehr werden euch die Bestätigungen Gottes helfen, und die Hilfe und der Beistand der Gesegneten Schönheit Bahá'u'lláh wird euch unterstützen.«

In einem Tablet sagt 'Abdu'l-Bahá:

»In diesen Versammlungen muß die Unterhaltung über fremde Dinge gänzlich vermieden werden, und die Zusammenkunft muß ausgefüllt werden mit Singen von Versen und Lesen von Worten und mit Dingen, die sich auf die Sache Gottes beziehen, wie mit der Erklärung von Beweisen, dem Anführen klarer und greifbarer Beweistatsachen und dem Aufsuchen der Zeichen des Geliebten der Geschöpfe. Wer die Versammlung besucht, muß sich vor ihrem Betreten mit äußerster Sauberkeit kleiden und sich zum Königreich Abhá hinwenden und dann in die Versammlung gehen in aller Sanftmut und Demut. Während die Tablets verlesen werden, muß er ruhig und still sein; und wenn jemand zu sprechen wünscht, so muß er dies in aller Höflichkeit tun, mit der Billigung und Erlaubnis der Anwesenden, und er muß geläufig und mit Beredsamkeit sprechen.«