12.10 Körper und Seele


12.10 Körper und Seele

Die Bahá'í-Lehren, die sich auf Körper und Seele und das Leben nach dem Tod beziehen, befinden sich in völliger Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Seelenforschung. Sie lehren, wie wir gesehen haben, daß der Tod nur eine neue Geburt bedeutet, das Entweichen aus dem Gefängnis des Körpers zu einem weiteren Leben, und daß der Fortschritt im kommenden Leben unbegrenzt ist.

Eine große Menge wissenschaftlicher Beweise hat sich nach und nach angesammelt, die nach der Meinung unparteiischer, höchst urteilsfähiger Forscher vollkommen genügt, um die Tatsache eines Lebens nach dem Tode außer jeden Zweifel zu setzen, des fortdauernden Lebens und Wirkens der bewußten »Seele« nach ihrer Loslösung von dem stofflichen Körper. So sagt F.W.H. Myers in seinem Werk Human Personality (Menschliche Persönlichkeit), das viele Forschungsergebnisse der Psychical Research society zusammenfaßt:

»Die Beobachtung, der Versuch und die Folgerung haben viele Forscher, deren einer ich bin, zum Glauben an unmittelbare oder telepathische Verbindung nicht nur zwischen den Seelen der noch auf der Erde weilenden Menschen geführt, sondern auch zwischen Seelen oder Geistern, die noch auf Erden sind, und abgeschiedenen Geistern. Eine solche Entdeckung öffnet auch das Tor zur Offenbarung ... Wir haben gezeigt, daß inmitten von Täuschung und Selbsttäuschung, Betrug und Vorspiegelung wahrhaftige Offenbarungen uns von jenseits des Grabes erreichen ... Durch Entdeckung und Offenbarung wurden vorläufig gewisse Regeln bezüglich solcher abgeschiedenen Seelen aufgestellt, wie wir ihnen zu begegnen imstande waren. Zuerst und hauptsächlich habe ich wenigstens Grund zu glauben, daß ihr Zustand der einer endlosen Entwicklung in Weisheit und Liebe ist. Ihre Liebe dauert weiter, und am meisten von allem jene höchste Liebe, welche ihr Ziel findet in der Anbetung und Verehrung ... Das übel erscheint ihnen weniger etwas Schreckliches zu sein, denn etwas Knechtisches. Es ist in keinem mächtigen Herrscher verkörpert; vielmehr bildet es eine Insel des Wahnsinns, von dem die höheren Geister die irregeleitete Seele zu befreien suchen. Hier braucht es kein Fegefeuer; Selbsterkenntnis ist des Menschen Strafe und sein Lohn; Selbsterkenntnis und die Nähe oder Ferne von verwandten Seelen. Denn in dieser Welt ist Liebe tatsächlich Selbsterhaltung; die Gemeinschaft der Heiligen schmückt nicht nur, sondern bildet das ewige Leben. Nein, aus den Gesetzen der Telepathie folgt, daß diese Gemeinschaft schon hier und jetzt ihre Wirkung auf uns ausübt. Sogar jetzt gibt die Liebe der abgeschiedenen Seelen Antwort auf unsere Anrufungen. Schon jetzt hält und stützt unser liebendes Gedenken - Liebe ist selbst ein Gebet - jene befreiten Geister auf ihrem Weg zur Höhe.«

Das Maß an Übereinstimmung zwischen dieser Ansicht, die auf sorgfältiger wissenschaftlicher Forschung begründet ist, und jener der Bahá'í-Lehre ist wirklich bemerkenswert.