12.11 Einheit der Menschheit


12.11 Einheit der Menschheit

»Ihr seid alle die Früchte einer Baumes, die Blätter einer Zweiges, die Blumen einer Gartens.« Das ist einer der bezeichnendsten Sprüche von Bahá'u'lláh, und ein anderer ist ihm ähnlich:

»Ruhm gebührt nicht dem, der nur sein eigenes Land liebt, sondern dem, der das ganze Menschengeschlecht liebt.«

Einheit, Einheit der Menschheit und aller erschaffenen Wesen in Gott, ist der Leitgedanke seiner Lehre. Hier wird wieder der Einklang zwischen wahrer Religion und Wissenschaft offenbar. Mit jedem Fortschritt der Wissenschaft ist die Einheit des Weltalls und die gegenseitige Abhängigkeit seiner Teile immer klarer ersichtlich geworden. Das Gebiet des Astronomen ist untrennbar verbunden mit dem des Physikers und das des Physikers mit dem des Chemikers, das des Chemikers mit dem des Biologen, das des Biologen mit dem des Psychologen usw. Jede neue Entdeckung auf dem einen Felde des Forschens wirft neues Licht auf andere Gebiete. Wie die Wissenschaft der Physik gezeigt hat, daß jedes Partikel der Materie im Weltall jedes andere Partikel anzieht und beeinflußt, es möge noch so winzig oder weit vom andern entfernt sein, so findet die Psychologie, daß jede Seele im Weltall auf jede andere Seele einwirkt und Einfluß hat. Prinz Kropotkin zeigt in seinem Buch über »Mutual Aid« (`Wechselseitige Hilfe`) überaus klar, daß sogar unter den niederen Tieren wechselseitige Hilfe unbedingt zur Erhaltung des Lebens notwendig ist, während beim Menschen der Fortschritt der Zivilisation abhängt vom wachsenden Ersatz gegenseitiger Feindschaft durch gegenseitige Hilfe. »Einer für alle und alle für einen« ist der einzige Grundsatz, nach dem eine Gemeinschaft gedeihen kann.