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1. Buch Mose - Genesis
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Das 1. Buch Mose, auch Genesis (Gen.) oder Bereschit genannt, ist das erste Buch der jüdischen Torah und der christlichen Bibel.
Die Bezeichnung Bereschit (hebr. בְרֵאשִית, deutsch "Im Anfang" nach den ersten Worten) reflektiert den Gebrauch der Bibeltexte für die Lesung im Synagogengottesdienst.
Die deutsche Bezeichnung folgt gewöhnlich dem kirchlichen Sprachgebrauch und nennt dieses Buch 1. Buch Mose oder Genesis. Dieses Wort stammt aus der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel (Septuaginta), die als Titel des ersten Buches den Anfangsvers zusammenfasste: "Im Anfang schuf (hebräisch bara, griechisch egeneto) Gott Himmel und Erde."
Das Wort "Genesis" (Γέννησις) heißt Ursprung, Geburt oder Entstehung. Es beschreibt die Schöpfung Gottes im Allgemeinen - auch als Wiege der Menschheit bezeichnet - und die Erwählung des Gottesvolks Israel, die alle Völker einschließen will, im Besonderen.
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Übersicht
Das 1. Buch Mose handelt von Gottes Schöpfung, die auf den Menschen zielt, ihm dient und ihm anvertraut ist. Die biblische Schöpfungserzählung knüpft an Entstehungsmythen und Kosmogonien in Israels antiker Umwelt (vor allem das Gilgamesch-Epos) an, grenzt sich aber auch deutlich gegen mythische Vorstellungen (z. B. die Astralgötter Babyloniens) ab. Eine Theogonie und Mythologie, das heißt eine Differenzierung und Darstellung verschiedener Götter – wie etwa in den griechischen Sagen Homers – kann man ihm nicht entnehmen. Hier wirkt das 1. Gebot der Bibel bereits kritisch nach.
Von der Schöpfung der Welt ausgehend wird zunächst eine Frühgeschichte der Menschheit (Adam und Eva, Kain und Abel, Noach, die mit der Völkertafel Gen. 10 endet) erzählt. Es folgt die Frühgeschichte des Volkes Israel, beginnend mit der Berufung des Erzvaters Abraham. Die Lebens- und Familiengeschichten der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob stellen den Ursprung der Israeliten, ihrer Gesetze, Bräuche und religiösen Vorstellungen unter dem Aspekt der göttlichen Erwählung und des Bundes mit Israel dar.
Hiervon ausgehend ziehen die abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam ihre jeweiligen Interpretationen.
Das 1. Buch Mose steht in engem Zusammenhang zu den anderen vier Büchern Mose der schriftlichen Tora oder des Pentateuch: 2. Buch Mose, 3. Buch Mose, 4. Buch Mose, 5. Buch Mose.
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Inhaltliche Zusammenfassung
Das Buch lässt sich inhaltlich grob in zwei Teile gliedern: Urgeschichte (Kap. 1-11) und Vätergeschichte (Kap. 12-50).
Die Urgeschichte umfasst die zwei Schöpfungsgeschichten (Kap. 1 und 2, christlich Hexaemeron genannt), die Geschichte vom Garten Eden und der Vertreibung Adams und Evas daraus; Kain und Abel, Kap. 3 und 4), die Sintflut um Noach (Kap. 6-9) und den Turmbau zu Babel (Kap. 11, erster Teil).
Diesem einführenden Teil folgen die Vätergeschichten: die Erzählungen im Land Israel um die Patriarchen Abraham (Kap. 12-25) sowie Isaak, Jakob und Esau (Kap. 25-35). Durch sie setzt Gott in die zerrüttete Welt einen segensvollen Neuanfang (Gen. 12,1-3).
Das Buch schließt mit der Geschichte um Josef und seine Brüder (Kap. 36-50), die die Handlung nach Ägypten verlagert, wo dann das 2. Buch Mose ansetzt.
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Die Schöpfung
Das 1. Buch Mose beginnt mit der Schöpfung der Welt durch Gott in sechs Phasen, die oft als Tage bezeichnet sind.
Das Licht wird geschaffen.
Das Himmelsgewölbe wird errichtet.
Land und Wasser werden getrennt, und Pflanzen werden erschaffen.
Himmelskörper werden ans Himmelsgewölbe gebracht.
Meerestiere und Vögel werden erschaffen.
Menschen werden erschaffen, weiblich und männlich. Landtiere werden den Menschen zur Seite gestellt.
Sabbat: Gott ruht.
Die Quelle des Lichts vor der Entstehung der Himmelskörper wird dabei nicht thematisiert, ebensowenig wie die Quelle der Existenz Gottes selbst. Es ist ein sehr kurzer Bericht.
Die kunstvolle Erzählung soll etwa zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft enstanden worden sein. In Abgrenzung zur polytheistsichen Weltsicht der babylonier stellt er die Einzigartigkeit Jahwes heraus, der Herr über die gesamte Schöpfung ist.
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Adam und Eva
Die zweite Schöpfungsgeschichte handelt mehr von der Welt und den Menschen in weniger idealistischer Weise: Gott schafft Adam ("Mensch"), den ersten Menschen, aus Erde ("adama") und gibt ihm den Garten Eden als Wohnsitz. Da Adam einsam ist und unter den Tieren keinen Gefährten finden will, schafft Gott aus einer Rippe Adams Eva (hebräisch: Chava), die erste Frau. Die Rebellion gegen Gott (nur christlich als: Sündenfall bezeichnet), bei dem Adam und Eva verbotenerweise vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" essen, führt zur Vertreibung aus dem Paradies, da Gott nicht riskieren will, dass die beiden Menschen auch noch vom Baum des ewigen Lebens, neben dem Baum der Erkenntnis, essen.
Die ersten zwei Kinder von Adam und Eva, Kain und Abel, werden geboren. Kain erschlägt seinen Bruder und wird verbannt, jedoch von Gott gezeichnet, dass die Menschen ihn nicht ob seiner Mordschuld töten (die Herkunft dieser anderen Menschen wird nicht erklärt); Enoch, einer seiner Söhne, gründet die erste Stadt, d.h. die erste Stadtgründung wird in Zusammenhang mit dem ersten Mord gesetzt. Der Ursprung der weiteren Menschen bleibt unklar; die weiteren Kinder Adams und Evas werden nur beiläufig erwähnt.
Fundamentalistische Gruppierungen, die diese Erzählung als historischen Tatsachenbericht ansehen, weisen oft darauf hin, dass die Söhne und Töchter der beiden ersten Menschen untereinander geheiraten haben müssen. Das Heiratsverbot unter Geschwistern, das v.a. dem Schutz vor genetischen Missbildungen dient, konnte damals noch nicht greifen, da Adam und Eva und ihre Kinder noch ohne genetische Defekte waren. Erst im Laufe der Erdgeschichte würden sich die versteckten genetischen Defekte im Erbmaterial der Menschen angehäuft haben.
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