Fundamentalismus


Umgang mit dem Fundamentalismus
Eine Verteufelung des Fundamentalismus führt zu verstärkter Radikalisierung und Selbstisolation fundamentalistischer Gruppen und bringt keine Lösung - auch wenn es für die westliche Kultur, die sich für Toleranz und Dialog einsetzt, wesentlich ist, sich klar von terroristischen Gruppen und Systemen abzugrenzen.

Andererseits ist es aber auch nötig, die Kulturen des Islam, des Christentums und des Judentums zu respektieren, ihnen das Recht auf eine eigene Identität zuzugestehen, gerade dort, wo sie sich gegen Säkularismus, Relativismus, und Verfall moralischer Werte abgrenzen wollen. Wer differenziert und mit den pragmatischen, gemäßigt konservativen Gruppen einen konstruktiven, auf Zusammenarbeit zielenden Dialog auf "gleicher Augenhöhe" führt, gräbt dem Fundamentalismus das Wasser ab.

Weiterhin muss nicht alles schlecht sein, was als im gängigen Sprachgebrauch schnell einmal als fundamentalistisch gebrandmarkt wird. Manche Entwicklungen innerhalb der anerkannten Gesellschaft, die der Fundamentalismus anprangert, können mit Recht hinterfragt werden, und nicht alle Werte, die Fundamentalisten vertreten, sind allein deshalb schon negativ.

In vielen Fällen spricht der Fundamentalismus Probleme an, die tatsächlich existieren, zumindest für einen gewissen Personenkreis - und dort hat der Fundamentalismus dann ein Rekrutierungspotential. Schon von daher sollten Probleme, die Fundamentalisten aufgreifen, nicht einfach negiert, sondern als Probleme ernst genommen und, wo nötig, aktiv angegangen werden.
Da ich in letzter Zeit einige Menschen traf, deren Sturheit jenseits von Gut und Böse ist, die aber gar nicht bemerkt haben wie verletzend ihr Verhalten ist möchte ich noch einmal die Eckpunkte des Fundamentalismus in Erinnerung rufen.
Aus Wikipedia:
Das Wort Fundamentalismus trat erstmals, im Zusammenhang mit einer von Reuben Archer Torrey herausgegebenen Schriftenreihe The Fundamentals A Testimony to the Truth[1]auf, die sich gegen liberale Theologie und insbesondere die historisch-kritische Methode wandte. Zu den Autoren gehörten namhafte konservative Theologen wie Benjamin Breckinridge Warfield. Die fünf wesentlichen Punkte ihrer Haltung wurden 1910 von der Generalkonferenz der presbyterianischen Kirche zusammengefasst:[2]
die Irrtumslosigkeit und Autorität der Bibel
die Gottheit von Jesus Christus
seine jungfräuliche Geburt und Wunder
sein Tod für die Sünden der Menschen
seine leibliche Auferstehung und persönliche Wiederkehr

Die in den Fundamentals vertretene Haltung entspricht heute im Wesentlichen der evangelikalen Theologie und genügt nicht um den christlichen Fundamentalismus zu definieren. Der Fundamentalismus vertritt eine biblizistische Auslegung der Bibel, die so eng mit dem Heilsglauben verbunden ist, dass andersdenkenden Christen ihr Christsein abgesprochen wird. Ergänzend kommen dazu eine konservative politische Haltung und der Wille, religiös begründete Überzeugungen auch politisch durchsetzen zu wollen.[3]

Fundamentalistisches Denken und Konflikt mit dem Umfeld

Fundamentalismus - nicht nur der christliche, aus dem der Begriff sich ableitet – ist Ausprägung einer radikalen Denkhaltung. In dem Maße, wie eine fundamentalistische Ausprägung von Denken oder Glauben Handlungsnormen ableitet, deren individuelle und soziale Gültigkeit über den Kreis von Anhängern des jeweiligen Denkens, Glaubens oder deren Ideologie hinausgeht, ist schon durch die Art der Begründung der Normen der Konflikt mit dem Umfeld vorgezeichnet.

Fundamentalismus versteht sich in der Regel als Reaktion auf eine Aufweichung von Überzeugungen, die am Anfang des jeweiligen Glaubens oder Ideologie standen. Die Anpassung an aktuelle Lebensumstände oder den ethischen Kompromiss erscheinen in einem fundamentalistischen Weltbild als problematisch bis unmöglich. Diese Anpassungen versteht der Fundamentalismus als Verrat an dem Gründungsverständnis des Glaubens oder der Ideologie, wie es beispielsweise auch im Schmalkaldischen Krieg zu sehen ist.
_________________
...und die Menschen auf der Erde machen Wumtata!
hier mal ein interessanter Beitrag über Fundamentalismus in verschiedenen Religionen:

Der große Graben
_________________
Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
>HIER KLICKEN<