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Freier Wille
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Der Freie Wille ist eine Bezeichnung für den Willen eines Wesens, den dieses Wesen selbst und frei bestimmt. Der freie Wille wird selbst bestimmt, weil ein Wesen seine Entscheidung allein aus sich selbst heraus, ohne Kontrolle von außen wählt, und er wird frei bestimmt, weil ein Wesen mehr als nur eine Möglichkeit hat, seinen Willen zu bestimmen. Da der Wille die eigenen Handlungen bestimmt, sind somit die Handlungen eines Wesens mit freiem Willen auf dieses selbst zurückzuführen. Diese Freiheit des Willens nennt man Willensfreiheit.
Das Gegenkonzept zum freien Willen, und den damit verbunden freien Handlungen, ist der "unfreie Wille", und aus diesem resultierende unfreie Handlungen sind per Definition in irgendeiner Weise jemandem oder etwas anderem zuzuschreiben. Der Begriff "zuzuschreiben" ist unbestimmt, und lässt, wie der Begriff des freien Willens selbst, eine Vielzahl von Interpretationen zu. Wegen dieser Unbestimmtheit wird die Brauchbarkeit des Konzeptes freier Wille teilweise in Frage gestellt.
Das kontradiktorische Gegenteil des freien Willens ist der Zwang. So ist z.B. ein Nikotin-Süchtiger unfrei in seinem Willen, sich eine Zigarette anzustecken; ein großer Akt des freien Willens hingegen wäre es, das Rauchen aufzugeben. Die Interpretation von freiem Willen als Gegenteil von Zwang ist ein hilfreicher und anschaulicher Ansatz, besonders dann, wenn es um juristische Probleme geht.
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Kontroversen über den freien Willen
Seit Beginn der Aufklärung sah sich die Vorstellung eines freien Willens zahlreichen Anzweiflungen ausgesetzt, welche das Konzept eines freien Willens negieren. Hierbei existieren verschiedene Ansätze.
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Das Problem des Determinismus und Indeterminismus
Determinismus bezeichnet die Auffassung, dass alle Zustände der Welt durch alle vorherigen Zustände notwendig bestimmt seien. Das, was als nächstes geschieht, sei vollständig bestimmt (determiniert) durch das, was schon geschehen ist.
Indeterminismus bezeichnet die gegensätzliche Auffassung, dass es (zumindest einige) Ereignisse gäbe, die nicht vollständig durch frühere Zustände bestimmt sind. Zumindest manches, was geschehe, sei nicht vollständig durch das bestimmt, was schon geschehen ist.
Mit dem Beginn der modernen Naturwissenschaft setzte sich in der Wissenschaft die Auffassung durch, die Welt sei deterministisch. Die Auffassung des (absoluten) Determinismus kann mit dem Bild des Laplace'schen Dämons veranschaulicht werden, der alles Wissen über Vergangenheit und Gegenwart zur Verfügung hat sowie alle gültigen Naturgesetze kennt und daraus die gesamte Zukunft vollständig bis ins letzte Detail vorhersagen kann.
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Einige Philosophen sahen die Konzepte der Willensfreiheit und des Determinismus als unvereinbar an. Wenn der Wille, wie alles andere in der Welt auch, dem Determinismus unterläge, so könne der Wille, und damit alle von ihm ausgehenden Entscheidungen und Handlungen, nicht dem Bild der Willensfreiheit entsprechen. Diese philosophische Auffassung bezeichnet man als Inkompatibilismus, dass Determinismus und freier Wille unvereinbar seien. Inkompatibilisten gehen davon aus, dass eine Person genau dann frei handele (einen freien Willen besitze), wenn sie der einzige verursachende Grund für die Handlung sei und eine andere Entscheidung hätte treffen können. Wenn der Determinismus zuträfe, dann wäre jede Wahl, die wir treffen, bereits durch frühere Ereignisse außerhalb unseres Einflussbereiches vorherbestimmt. Unsere Entscheidungen wären nur ein weiteres, seit Urzeiten vorherbestimmtes Ergebnis der determinierten Weltordnung, der freie Wille lediglich eine Illusion. Aus dieser Zeit stammt die heutige Gegenüberstellung von Determinismus und Willensfreiheit.
"Harte Deterministen" wie Baron d'Holbach sind diejenigen Inkompatibilisten, die den Determinismus akzeptieren und den freien Willen leugnen. Als Libertarianer werden Inkompatibilisten wie van Inwagen bezeichnet, die den freien Willen bejahen und daher die Position des philosophischen Indeterminismus akzeptieren (nicht zu verwechseln mit der politischen Richtung desselben Namens).
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Es wird allerdings auch die Position vertreten, dass der Determinismus mit dem freien Willen verträglich sei. Kompatibilisten wie Thomas Hobbes gehen davon aus, dass eine Person genau dann frei handele, wenn sie eine Handlung wolle und auch anders handeln könne, wenn sie anders handeln wolle. Ob die Entscheidung deterministisch längst festgelegt sei, spiele keine Rolle, da der freie Wille die determinierte Zukunft nicht kenne. Für Kompatibilisten bedeutet frei sein letztlich, nach Gründen zu handeln, die dem Handelnden nicht bewusst sind.
In der Diskussion um den freien Willen wird manchmal auch auf die Fälle hingewiesen, in denen eindeutig kein freier Wille vorliegt (z. B. Opfer von Vergewaltigung, Mord, Diebstahl). Der freie Wille ist hierbei aber nicht dadurch eingeschränkt, dass die Vergangenheit die Zukunft bestimmt, sondern dass ein Angreifer den freien Willen des Opfers missachtet. Determinismus spielt hierbei keine Rolle. Entscheidend ist vielmehr, dass unsere Entscheidungen das Resultat unserer Wünsche und Präferenzen sind und nicht durch externe (oder sogar interne) Einflüsse aufgehoben werden.
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