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Keuschheit












Keuschheit
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Keuschheit ist das Verhalten einer der sinnlichen Inbrunst durchaus fähigen Person, sich vermöge eines – vorzugsweise unbewusst – erworbenen Schamgefühls oder kraft eines bewussten Grundsatzes vor Sexuellem zu hüten, seien es auch nur Andeutungen anderer oder eigene Anwandlungen. "Keuschheit" geht also weiter als ein bewusster und gewollter Verzicht auf den (sexuellen) Genuss.

Viele Kulturen (mit weitgehender Ausnahme der europäisch-westlichen seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts) schätzen die Keuschheit hoch und erlegen sie vor allem jungen Menschen auf.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Keuschheit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Keuschheit, Sitte und Ideologie
Wird „Keuschheit“ zu einer moralpolitischen Forderung nach ‚Sittlichkeit‘ erhoben, so kollidiert dies mit ihrem unwillkürlichen und vorbewussten Charakter und sie wird erfolgreichen Falls zu einer gängigen „Sitte“. Diese ist daran erkennbar, dass ganz gewisse Haltungen gegenüber Anderen (z.B. das Augensenken, die Verschleierung) zur Vorschrift gemacht werden.

Geraten Sitten sexueller Zurückhaltung ihrerseits in einen Parteienstreit, etwa als symbolische Muster, so wird „Keuschheit“ leicht zu einer bloßen Ideologie, z.B. im gegenwärtigen „Kopftuchstreit“ in Frankreich oder Deutschland seit der Jahrtausendwende.
Keuschheit in den Religionen

Christentum
Die christlichen Kirchen (und der Islam) verstehen unter "Keuschheit" den bewussten freiwilligen Verzicht auf sexuelle Handlungen bei unverheirateten Partnern und beim Ehepaar den Verzicht auf sexuelle Handlungen mit jemand anderem als dem Ehepartner.

Im Zölibat der römisch-katholischen Kirche bedeutet sie nicht nur den Verzicht auf Ehe, sondern auch auf alle sexuellen Handlungen und streng genommen auch die Unterdrückung sexueller Fantasien (Keuschheit der Gedanken, vgl. dazu den Apostel Paulus), aber auch Jesu Aussagen über den Ehebruch in der Bergpredigt ("Wer eine Frau anschaut, ihrer zu begehren, ...").

In der Tradition der römisch-katholischen Kirche gehört Keuschheit zu den Evangelischen Räten.

Anfang der 1990er Jahre entstand in den USA in evangelikalen Kreisen die Jugendbewegung "True Love Waits", die für Enthaltsamkeit bis zur Ehe eintritt. Daraus entwickelte sich eine internationale Jugendbewegung, die auch im deutschen Sprachraum unter dem Namen "Wahre Liebe wartet" vertreten ist.
Islam
Im Islam ist unter anderem das Kopftuch (oder auch der Schleier) ein symbolisches äußeres Zeichen für den freiwilligen Verzicht auf sexuelle Handlungen zwischen unverheirateten Partnern/Verlobten und beim Ehepaar für den Verzicht auf sexuelle Handlungen mit jemand anderem als dem Ehepartner (s. a. Treue). Eine wichtige Aussage des Koran findet sich in Sure 17:32: Und nahet nicht dem Ehebruch .... Darüber hinaus empfiehlt der Islam, jeden unnötigen Kontakt zwischen den Geschlechtern zu vermeiden. Männer werden dazu aufgefordert, ihre Blicke zu Boden zu schlagen (Sure 24:30).
Lebenslange Enthaltsamkeit wird im Islam aber abgelehnt, da (nach einem Hadith) die Ehe der halbe Glauben ist und der Koran das Mönchstum ablehnt (Sure 57:27).

Sozialer Hintergrund ist, dass das entblößte Haupthaar in diesen (wie auch in vielen anderen historischen und gegewärtigen Gesellschaften) als sinnlicher (sexueller) Reiz empfunden wird.
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