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Maria von Nazaret












Maria historisch
Das biblische Marienbild lässt kaum historische Schlüsse zu. Wahrscheinlich ist jedoch, dass Maria und einige Verwandte Jesu zur Jerusalemer Urgemeinde gehörten, die nach Petrus vom Bruder Jesu Jakobus geleitet wurde.
Maria in der kirchlichen Lehre
Die religiöse Bedeutung Marias ist einer der großen Unterschiede zwischen den Konfessionen.

Die katholische Kirche beruft sich bei ihrem Marienbild weniger auf biblische Aussagen, als auf das "Zeugnis des Heiligen Geistes". Die Rolle Marias im Heilsgeschehen (der Menschwerdung Gottes) wird in der katholischen Kirche von der Mariologie untersucht. So wird Maria hier wegen der Jungfräulichen Geburt Jesu oft auch kurz "die heilige Jungfrau" genannt. Andere häufige Titel sind "Mutter Gottes", "Unsere Liebe Frau" und im ostkirchlichen Bereich "Theotokos" (Gottesgebärerin). Hier wird Maria aber nur als die Mutter von Christus verstanden und nicht als "Gottesmutter", als welche sie in der katholischen Kirche bezeichnet wird. Jedoch ist Maria auch für Katholiken nicht die Mutter von Gott dem Vater und hat zur Gottheit Jesu Christi nichts beigetragen. Der Marienkult gelangte nach Ansicht der protestantischen Religionswissenschaft über heidnische Kulte ins Christentum. Dieser Einwand wird jedoch von katholischer und orthodoxer Seite mit der Begründung zurückgewiesen, dass bereits das Neue Testament Hinweise auf eine Art Marienverehrung gibt (Lk 1,42/Lk 1,4. Diese stellt jedoch wie die Heiligenverehrung insgesamt nach protestantischer Ansicht einen Widerspruch zum ersten Gebot dar, wonach es nur einen einzigen Gott gibt und demzufolge nur zu einem einzigen Gott gebetet werden kann. Katholische Dogmatiker unterscheiden aus demselben Grund klar zwischen Ehrerweisung (die auch Menschen erwiesen werden kann, z.B. Maria und anderen Heiligen) und Anbetung (die nur Gott zukommt) und weisen eine verselbständigte Marienverehrung zurück.

Evangelische und Alt-Katholische Christen betrachten jedoch Maria mit Respekt als ein Vorbild des christlichen Glaubens unter vielen. Eine Verehrung als Gnadenmittlerin sowie eine weit über die biblischen Aussagen hinaus gehende Mariologie, wie sie in den Dogmen von der Unbefleckten Empfängnis oder der Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel zum Ausdruck kommt, betrachten sie als Irrlehre (Häresie).

Zwischen Orthodoxen und Katholiken sind die Unterschiede in diesem Punkt geringer, allerdings werden die Mariendogmen von 1854 und 1950 - aus kirchenrechtlichen, nicht aus inhaltlichen Gründen - von der Orthodoxie abgelehnt.
Maria im Islam
Im Islam wird die biblische Maria als Marjam, die Mutter des Propheten Isa/Jesus bezeichnet. Die 19. Sure des Koran ist nach ihr benannt. Dort wird auch die jungfräuliche Empfängnis Jesu erzählt.
Maria in der Kunst

Die Darstellung Marias als Mutter von Jesus Christus ist Ausdruck der Marienverehrung. Die frühesten Bildbeispiele stammen aus dem 2. Jahrhundert. Seit dem Konzil von Ephesos, das im Jahre 431 die Gottesmutterschaft dogmatisierte, nahm die Darstellung der Maria in der Kunst zu.

Maria erscheint auf griechischen Ikonen in streng festgelegten Typologien, in der westlichen Kunst ist die Darstellung der Maria freier. Trotzdem haben sich auch hier bestimmte Marienbilder entwickelt z.B. die Schutzmantelmadonna oder Schwarze Madonna. Auf diesen Gemälden sind häufig die sogenannten Marianische Symbole zu entdecken. Dies sind Personen, Pflanzen, Tiere, Gestirne und Szenen, die dem Altem Testament, den Apokryphen, den Schriften der Kirchenväter und der geistlichen Dichtung entlehnt und beziehen sich häufig auf die Jungfräulichkeit Marias. Ein solches Symbol ist beispielsweise der Hortus conclusus, der verschlossene Garten, auf den das Hohe Lied anspielt.
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