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Marienverehrung
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In verschiedenen christlichen Gruppierungen und Kirchen nimmt Maria, die Mutter des Jesus von Nazareth eine besondere Stellung ein. Gegner der Marienverehrung vermuten, dass diese auf den Isis-Kult zurückgeht, der im Hellenismus weite Verbreitung fand, und sprechen daher von einem Marienkult.
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Sonderstellung Marias
Mutter Jesu
Maria ist die Mutter von Jesus von Nazareth, der im Christentum gleichzeitig Mensch und Gott ist. Das dritte Ökumenische Konzil in Ephesus 431 erklärte, nach einem Streit mit Bischof Nestorius, Maria zur theotokos, zur Gottesgebärerin. Laut Lukas 11,27-28 ist es nicht die körperliche Mutterschaft, die Maria auszeichnet, sondern ihr vollkommener Gehorsam gegenüber Gott.
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Jungfrau
Die Jungfräulichkeit wird in zwei Ausprägungen gesehen:
Jesus wurde nach der neutestamentlichen Überlieferung durch den Heiligen Geist gezeugt, als Maria Jungfrau war, sie hat vor seiner Geburt mit keinem Mann verkehrt.
Maria blieb laut der Tradition der Katholiken und Orthodoxen auch nach der Geburt von Jesus eine Jungfrau, war mit Josef nur dem Namen nach verheiratet (Josefsehe). Diese Jungfräulichkeit wird insbesondere in der katholischen Kirche als besonders lobenswerte Tugend gewertet. Mit der Jungfräulichkeit wird aber noch mehr zum Ausdruck gebracht, dass mit der Geburt Jesu Christi eine neue Schöpfung beginnt, die sich nicht an irdischen Maßstäben orientiert.
Die im Neuen Testament in Matthäus 1,23 und Lukas 1,27 bezeugte Jungfräulichkeit fußt unter anderem auf einer problematischen Übersetzung des hebräischen (Ur-)Textes von Jesaja 7,14 in der Septuaginta. "עלמה" (sprich: `almáh), das eine Frau von der Heiratsreife bis zur Geburt ihres ersten Kindes bezeichnet, wurde in der Septuaginta mit "παρθενoς" (sprich: parthénos), das im Deutschen "Jungfrau" bedeutet, wiedergegeben. Allerdings wurde diese Übersetzung von vorchristlichen Juden durchgeführt, es handelt sich also nicht um ein bloß christliches Verständnis des Textes.
Bezüglich der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens haben die Kirchen der Reformation stets eine ablehnende Haltung eingenommen (die Reformatoren selbst allerdings nicht), da sie biblisch nicht bezeugt ist und neutestamentlichen Aussagen widerspricht: Nach biblischen Aussagen hatte Jesus vier Brüder und wenigstens zwei Schwestern (u. a. (Matthäus 12,46)), und Josef hatte mit Maria nach der Geburt Jesus' Geschlechtsgemeinschaft (Matthäus 1,24). Das Matthäusevangelium nennt auch die Namen der Brüder: Jakobus, Joseph, Simon und Judas (Matthäus 13,55).
Die römisch-katholische und die orthodoxen Kirchen vertreten nichtsdestotrotz die Auffassung, dass nach altorientalischer Gepflogenheit mit "Schwestern und Brüder" auch entferntere Verwandte, z.B. Cousinen und Cousins, gemeint sein können. Jedoch wurde das Neue Testament auf griechisch geschrieben, und im Griechischen existieren unterschiedliche Wörter für Brüder/Schwestern und Cousins/Cousinen.
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| Maria tritt in manchen, vor allem katholisch geprägten Ländern, auch als Schwarze Madonna auf, die häufig nicht als eigene Marienfigur erkannt wird. Man bringt die Schwärze mit dem Alter der Figur in Verbindung oder mit der Hautfarbe, die sie als Mariendarstellung einer schwarzen Bevölkerung ausweist. Dieser Zusammenhang lässt sich aber im Einzelfall nicht immer nachweisen. Allgemein wird auch angenommen, dass ursprünglich der Ruß von Kerzen Marienfiguren geschwärzt hätte, und so eine Tradition Schwarzer Madonnen entstanden ist. Vor allem in den synkretischen Mischreligionen der ländlichen Bevölkerung Lateinamerikas werden Schwarzen Madonnen besondere Charakterzüge zugeschrieben, die sie von der Jungfrau Maria und Mutter Jesu unterscheiden. Sie tritt nicht als die Betende, Gott gehorsame und sich Hingebende auf, als die sie im kirchlichen Bild der Jungfrau und Mutter dargestellt wird. Sie ist eher eine stolze und hochmütige Frau, Schutzherrin der Frauen, Unterdrückten und Armen. Nossa Senhora Aparecida wurde so zu einer Nationalheiligen des brasilianischen Volkes und spielt in der Befreiungstheologie eine wichtige Rolle. Auch im polnischen Volk gilt eine schwarze Madonna als Nationalheiligtum, die "Schwarze Madonna von Tschenstochau". Auch sie hat nicht nur religiöse Bedeutung, sondern steht auch seit über hundert Jahren für den Freiheitswillen der polnischen Bevölkerung.
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Betrachtet man die drei Marienfiguren auf dem Hintergrund der Darstellung verschiedener dreifacher Göttinnen in unterschiedlichen heidnischen Mythen, so mag man zu dem Schluss gelangen, dass hier Elemente älterer Kulturen bzw. vorchristlicher Kulte in die Marienverehrung eingeflossen sind (vgl. Synkretismus). Dies würde auch die Verankerung der Marienkulte in manchen Völkern erklären, die auch nach einer Christianisierung noch an manchen alten Riten und Vorstellungen festhalten. Eine dreifache Göttin tritt wie Maria als Jungfrau und Mutter, und zusätzlich als eine schwarze Göttin in Erscheinung. Heidnische Schwarze Göttinnen haben zwar als Schwarze Madonnen ihren dämonischen Charakter der vorchristlichen Kulte verloren, werden aber in anderer Funktion, an der Seite der Entrechteten, in ihrer alten Macht- und Kultfunktion wieder sichtbar.
Ein Beispiel für diese "Funktion" der Schwarzen Madonna, die beobachtet werden kann, auch wenn die Beteiligten sie vielleicht nicht beabsichtigen, ist eine Madonnenfigur, die von Professor Adolf Wamper aus dem Lehm eines Kriegsgefangenenlagers während seiner Internierung gestaltet wurde, und die anlässlich der Eröffnung des Friedensmuseums "Brücke von Remagen" 1980 ausfindig gemacht wurde. In der offiziellen Darstellung heißt es, dass sie durch das mehrmalige Tränken mit Leinöl schwarz geworden sei und deshalb später den Namen "Schwarze Madonna" erhielt.
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