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Garten Eden - Paradies












Erzählung in der Bibel
Die mythische Erzählung um die Menschen in Eden und ihre Vertreibung daraus, die in 1. Mose 3 erzählt wird, zeigt auf, wie die Menschen die Erkenntnis und Vernunft erhalten, durch den Genuss einer Frucht des verbotenen Baumes der Erkenntnis, welcher in der Mitte des "Gan Eden" neben dem verbotenen Baum des ewigen Lebens steht. Und wie ihnen damit der Genuss der Frucht vom Baum des Lebens verwehrt wird, durch ihre Vertreibung aus dem Garten in Eden und sie die Sterblichkeit erhalten. Sie erzählt auch, dass die ersten Menschen also nicht die Frucht des ewigen Lebens wählen, sondern die Frucht des Baumes der Erkenntnis, und zeichnet so das Bild des Lebens der Menschen, wie es bis heute ist. Der Mensch muss sterben und hat davon Kenntnis; er nennt seine Art Homo sapiens.

Adam und Eva verstoßen gegen das einzige Verbot, das das ewige Wesen, Gott, ihnen gegeben hatte: Früchte vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" zu essen (Gen. 2,17). Damit sie nicht noch vom Baum des ewigen Lebens essen, und unsterblich werden wie Gott, werden sie aus dem Paradies vertrieben in ein leid- und mühevolles Dasein, das Dasein unserer alltäglichen Welt.

Durch das Essen der Frucht vom Baum des Wissens um Gut und Böse, d. h. aller Erkenntnis, wird der Mensch zu einem Wesen mit moralischer Urteilskraft. Er ist dadurch in der Lage zu sündigen, denn er kann wählen und muss entscheiden zwischen gut und böse.

Die Erzählung der hebräischen Bibel, wie die Menschen den gan eden, verloren, ist zum Objekt etlicher Deutungen geworden, die den abendländlichen Kulturkreis wiederum stark im religiösen und psychologischen Bereich beeinflussten.
Judentum
Das Judentum kennt keine Sünden, die vererbt werden könnten. Deshalb gehen Adams oder der Väter Handlungen gegen die Gebote des Herrn nicht auf die nachfolgenden Menschen über. Die jüdische ethische Tradition ist liberal. Der Mensch hat einen freien Willen ("beḥirah") und ist nur für seine eigenen Sünden verantwortlich. Der Mensch hat eine Neigung zum Bösen (jetzer ha-ra), wie eine Neigung zum Guten und Gottes Gebote helfen den guten Trieb (jetzer tow) in den Menschen zu entwickeln, was letztlich positiv für die Menschen und für die Umwelt ist. Die genaue Ausdeutung Gottes Gebote ist zudem nicht festgeschrieben sondern wird in der jüdischen Tradition immer weiter in der Zeit entwickelt und bleibt Juwel der jüdischen Streitkultur, die letztlich das jüdische Volk Israel eint. Gott hat dafür die schriftlichen Tora und die mündliche Überlieferung dem Mosche gegeben.

Als von Gott auserwähltes Volk haben sie jedoch zahlreiche Gebote und Verbote zu erfüllen, die anderen Menschen nicht abgefordert werden. Sünden werden jährlich gereut, einige durch Entschuldigung und Reue bei den nächsten und fernen Mitmenschen, einige durch Reue und Entschuldigung vor dem ewigen Wesen, Gott, der gnädig ist. Es gibt im Judentum auch kein personifiziertes Böses, etwa den Teufel, oder die grundsätzliche böse und verderbte Neigung in den Menschen, wie sie die christliche Tradition u. a. aus der Erzählung der Bibel über Adam und Eva im Garten Eden entwickelt, um diesen die "Lichtgestalt" des guten, lieben, "neuen" Christus gegenüberzustellen, der den Teufel mitbringt.
Christentum

Paulus schrieb in Römer 5,12 und 5,18 "Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt..." und "...durch die Übertretung eines einzelnen kam es für alle Menschen zur Verurteilung." Daraus entwickelte sich die christliche Lehre der Erbsünde, die es in allen großen christlichen Traditionen gibt, die jedoch sehr unterschiedlich ausgedeutet wird.

Bei späteren Kirchenvätern wurde dann ausgeführt dass die Menschen, alle Menschen, ohne Jesus Christus in der Erbsünde leben und sterben müssten, eine Lehre, die durch die Schriften von Augustinus fester Bestandteil der Lehre der westlichen christlichen Kirchen wurde.

Die westliche Tradition der christlichen Theologie wertet den "Fall" Adams und Evas aus dem paradiesischen Garten in eine "gottlose", gottferne Welt, als vererbte Sünde oder Sündhaftigkeit, die auf alle Menschen übergeht.
Psychologische Deutungen
Die Genesis 2, die christlich Sündenfallserzählung genannt wird, ist vielfach philosophisch und psychologisch gedeutet worden. Der deutsche Idealismus sah in ihr den Mythos vom Erwachen des Bewusstseins und ging so weit, den Menschen nach dem Sündenfall als nicht im Vollsinn "Mensch" zu beurteilen. Psychologische Deutungen erkennen eine verschlüsselte Darstellung des Adoleszenzkonflikts, in dem sich die "unschuldige" Elternbindung stufenweise löst und eine erwachsene Identität der Freiheit und Schuldfähigkeit entsteht. Dabei wird der Baum der Erkenntnis gern auch auf die Entdeckung der Sexualität gedeutet.
Psychedelische Deutung des Sündenfalls
Die Frucht der Erkenntnis wird von manchen sinnbildlich als Psychedelikum verstanden. Diese Deutung beinhaltet den Gedanken, dass der Mensch sich erst durch eine bewusstseinserweiternde Substanz vom Tier zum bewussten, zwischen Gut und Böse unterscheidenden Menschen weiterentwickelt habe.

Weshalb der allwissende Gott der Genesis eine Öffnung des menschlichen Geistes verhindern will, dies jedoch nicht verhindern kann, wirft die Frage nach der Deutung eines allmächtigen Gottes in der Genesis auf. Die christliche Lehrmeinung dagegen weist jedoch darauf hin, dass Gott dem Menschen Unsterblichkeit, freien Willen und das Recht über alles auf der Erde zu herrschen gab und das das Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen das einzige Verbot war, das Gott den Menschen auferlegt hatte. Das Befolgen dieses einen Verbotes aus freiem Willen war somit des Menschen Pfand.
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