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Garten Eden - Paradies












Deutungen in Kunst und Literatur
In der europäischen Kunst und Literatur ist die Sündenfallserzählung allgegenwärtig. In Goethes Faust schreibt Mephisto im Professorentalar dem wissbegierigem Studienanfänger ins Stammbuch, was die Schlange versprach und was als Überschrift offenbar über dem ganzen Drama des Erkenntnisdrangs und der Grenzüberschreitungen stehen soll: Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum - "Ihr werdet sein wie Gott und das Gute und Böse erkennen".
Profane Deutung
Umgangssprachlich bezeichnet Sündenfall den Verstoß gegen eigene Prinzipien, z. B. die Überschreitung selbst gesetzter Defizitgrenzen im Haushaltswesen.
Das Paradies
Das Wort Paradies ist die griechische Übersetzung des Begriffs "Garten Eden". Der sumerische Name für Paradies ist Dilmun. Es ist am "unteren bitteren Meer, zur Morgenseite" gelegen und meint höchstwahrscheinlich die Inselgruppe Bahrain. In ihr wachsen die heiligen Bäume, auch gilt sie als Quelle der Flüsse.
Das Paradies im Zarathustrismus
Im Zarathustrismus (auch: Zoroastrismus), nach Zarathustra, gelangen die Seelen nach dem Tod an die Činvat-Brücke. Hier wird Gericht über Gute und Böse gehalten. Die Guten gelangen in die seligen Gefilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman), des "Orts der Lobgesänge"; die Seele des Bösen aber gelangt an den "schlechtesten Ort", d. h. in die Hölle. Parallelen zur späteren christlichen Lehre vom jüngsten Gericht und zur Eschatologie im Islam sind unverkennbar.
Das Paradies im Judentum
Im Judentum spielen Paradiesvorstellungen keine so wichtige Rolle wie im Islam und im Christentum.

Das Judentum liest die Geschichte vom Garten in Eden differenziert und integriert sie nicht in ihr traditionelles Weltbild. Der Mensch ist weder sündig noch ist er gefallen und verdorben. Der Weg zu Gott ist ein Weg, offen für jeden Menschen, gleich welcher Religion bzw. welchen Glaubens, den er einschlagen kann und soll. Eine Rettergestalt wird die Menschen und die Welt nicht erretten, sondern die Errettung der Welt sollen die Menschen aus sich selber heraus und ihr Verhalten angehen, die Welt und das menschliche Miteinander verbessern! Die Tora lehrt, dass die Menschen dabei nicht allein sind.
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