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Reformation












Ausbreitung in Europa
Um die Mitte des 16. Jahrhunderts kam eine zweite Generation von Reformatoren zum Zug. In Genf Calvin, in Zürich Heinrich Bullinger, der als Nachfolger von Ulrich Zwingli der Zürcher Kirche vorstand. Deren Beitrag war es, die Reformation theologisch zu konsolidieren - Calvin mit seiner "Institutio", Bullinger mit dem "Zweiten Helvetischen Bekenntnis". Beide übten einen europaweiten Einfluss auf den Protestantismus aus.

Theologisch wie auch politisch gipfelte die Reformation in den Bekenntnisschriften der protestantischen Kirchen:

Augsburger Bekenntnis
Konkordienformel
Konkordienbuch
Bedeutung und Folgen der Reformation
Die Reformation war einer der großen Wendepunkte in der Geschichte des Abendlandes. Für die Geschichte des Christentums bedeutete die Reformation den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die von der beinahen Allmacht der katholischen Kirche über die ab dem 13. Jahrhundert verstärkt formulierte Kritik an ihr (Averroismus, Jan Hus, John Wyclif,Wilhelm von Ockham) und die Bildung zahlreicher "häretischer" christlicher Glaubensgruppen bis hin zur endgültigen Spaltung der Christenheit führten. Die neu entstandenen Konfessionen konnten sich nach langem Ringen schließlich als gleichberechtigte Kirchen neben der katholischen etablieren. Da die neuen Konfessionen zu stark waren, um dauerhaft unterdrückt werden zu können, waren, obwohl es zahlreiche Rückschläge und sogar Religionskriege gab, beide Seiten auf Dauer zur religiösen Toleranz gezwungen. Die katholische Kirche verlor nicht nur in weiten Teilen Europas an Einfluss, sondern insbesondere auch ihr bis dahin beinahe unantastbares Deutungsmonopol für die Auslegung der Bibel. Die Reformation führte durch den Druck, der durch den schnellen Abfall ganzer Regionen vom Katholizismus verursacht wurde, auch auf katholischer Seite zu Reformen.

Zwar wurde die christliche Religion durch die Reformation nicht grundlegend in Frage gestellt, dennoch wurden fundamentale Glaubenssätze und religiöse Praktiken, die jahrhundertelang als unumstößlich galten, erfolgreich von den Reformatoren und ihren Anhängern verworfen. Erstmals hatte sich eine von in der Kirchenhierarchie weitgehend unbedeutenden Personen geäußerte Kritik tatsächlich durchgesetzt. Die Autorität der Kirchen über die Gläubigen wurde zwar zunächst nur teilweise aufgebrochen, dennoch bereitete die Reformation den Weg zum Zeitalter der Aufklärung, in dem das Individuum in seiner persönlichen Freiheit deutlich aufgewertet wurde und in der schließlich selbst atheistische Weltbilder Anerkennung erfuhren, oftmals (wie in Frankreich von Voltaire) sogar zur Doktrin erhoben wurden.

Doch die Reformation revolutionierte nicht nur das geistigte Leben, sie setzte auch eine gesellschaftspolitische Entwicklung in Gang. Der Staat löste sich von der Bevormundung durch die Kirche, um nun seinerseits im Landesherrentum und Absolutismus die Kirche von sich abhängig zu machen. Doch auch diese Phase stellte nur eine Übergangsphase in einer Entwicklung dar, die in vielen Ländern in der Trennung von Kirche und Staat, der Entwicklung des Konzepts des Laizismus, mündete.

Somit wirkte Reformation weit über die eigentliche Reformationszeit hinaus und bildete einen Wendepunkt hin zur Entwicklung der modernen Gesellschaft der Neuzeit.
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