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Tempel












Tempel
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Tempel (v. lat. templum) ist die deutsche Bezeichnung von Gebäuden, die seit dem Neolithikum in vielen Religionen als Heiligtum dienen. Zuvor dienten Höhlen als Kultstätten, die diese Funktion auch noch lange beibehielten und neben den Tempeln existierten.

Der Tempel ist auf vielfältige Weise in das Religionssystem eingebunden. Der visuelle Aspekt der Bausymbolik steht anfangs noch nicht im Vordergrund. Der Tempel ist der Ort, an dem rituelle Handlungen für oder durch die Gläubigen ausgeführt werden. Eine kosmologische Symbolik gewinnt beim Tempel ebenfalls später an Bedeutung. In manchen Kulturen repräsentiert der Tempel den Kosmos schlechthin. Tempel werden oftmals als Aufenthaltsort der Götter aufgefasst. Stellt man sich den Berg als Sitz der Götter vor (Olymp), so ist u. U. auch der Tempel als Berg (Pyramide, Ziggurat) konzipiert. Es kommt schließlich zur Vorstellung eines häuslichen Lebens der Götter, das dem der Menschen entspricht; z.B. Tagesabläufe mit Weckung, Toilette, Speisung. Der sakrale Bezirk ist immer vom profanen Raum getrennt (Temenoi); der Tempel kann in verschiedene Bereiche aufgeteilt sein, die bei ältesten Tempeln verschiedene göttliche Kompetenzen voraussetzen.

Für die Gläubigen bedeutet der Gang zum Tempel die Begegnung mit dem Heiligen. Häufig ist der Tempel das zentrale Bauwerk und prägt die Siedlung. Neben der religiösen Bedeutung des Tempels ist, besonders in Hochkulturen, auch die wirtschaftliche nicht zu unterschätzen. Es kommt zum Austausch materieller und geistiger Güter. Auch Bildungseinrichtungen sind häufig an Tempel gebunden.

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Die israelitischen Tempel

Die Hebräer besaßen jeweils nur einen einzigen Tempel, zuerst den Zelt-Tempel, Tabernakel oder Stiftshütte. Davon wird in der hebräischen Bibel erzählt. Es folgten der salomonische und der herodianische Tempel, später der berühmte Tempel zu Jerusalem. Diese Tempel unterschieden sich von den Tempeln des klassischen Altertums, siehe unten.

Siehe Detailartikel Israelitischer Tempel
Ursprung der Tempel der klassischen Antike
Die ältesten Bauten mit ausschließlich kultischer Funktion entstanden bereits um 10000 vor Chr. Bei den Völkern des klassischen Altertums ein der Gottheit geweihter Bezirk, dann das auf demselben stehende Gebäude, zur Aufnahme der Götterbilder, des Altars und der Priester, aber nur selten des Volkes bestimmt.
Im Innern des eigentlichen Tempelhauses oder der Zelle (cella) stand die Bildsäule oder das Bild der Gottheit, welcher der Tempel gewidmet war, auf einem Postament an der dem Eingang gegenüberliegenden Mauer, vor ihm ein entweder runder oder viereckiger Opfer- und Betaltar.
Die Decke bestand aus Holz, selten aus Stein und war gewöhnlich eben, später bisweilen auch gewölbt. Der Fußboden war anfangs aus Steinplatten, später aus Mosaik hergestellt. Die Säulen des Portikus schmückte man oft mit erbeuteten feindlichen Schilden.

Stufen hatten die griechischen Tempel in der Regel, und zwar liefen sie stets ringsherum. Der dadurch geschaffene Stufenunterbau hieß Krepidoma.
Der Platz um den Tempel, soweit er der Gottheit geweiht war, hieß Peribolus. Mit einer Mauer umgeben, enthielt er Altäre, Statuen, Monumente aller Art.
Tempel der Griechen

Die höchste künstlerische Ausbildung erfuhr der Tempelbau durch die Griechen. Die ersten Ansätze eines Tempels entstanden ca. im 10. Jahrhundert v. Chr.. Zu dieser Zeit war die Bauweise noch sehr einfach. Mit der Einführung von Stein als Baumaterial differzierten sich verschieden Arten von Tempeln. Heute unterscheidet man bis zu 9 Bauweisen und drei Baustile(Dorische Ordnung, Ionische Ordnung, Korinthische Ordnung). Die griechischen Tempel waren nicht nur für die Römer maßgebend gewesen, denn sie haben auch auf spätere Baukünste Einfluss geübt.
Tempel der Römer

Im römischen Sakralbau vermischen sich etruskische und griechische Einflüsse.

Die etruskischen Tempel haben einen Sockel und heben sich somit deutlich von der Umgebung ab. Sie sind richtungsbezogen, haben also einen rechteckigen Grundriss. Eine Freitreppe an der Schmalseite führt in die Vorhalle, eine offene Säulenhalle, die vor der oft dreiteiligen Cella, dem Innenraum liegt. Der römische Architekt Vitruv untersuchte die Tempel und überlieferte die Proportionen Länge zu Breite: 6 zu 5; Länge von Vorhalle und Cella: je 1/2. Das ganze wird von einem flachen Satteldach mit Tonziegeln abgedeckt.

Die römischen Tempel übernehmen die etruskischen Vorbilder, griechische Einflüsse werden aber im Laufe der Zeit - vor allem nach der römischen Eroberung Griechenlands im 2. Jahrhundert v. Chr. - immer stärker: der Grundriss wird in Längsrichtung gestreckt, die Cella wird im Verhältnis zur Vorhalle größer, ihre Dreiteilung wird zugunsten eines Großraums aufgegeben. Ein gut erhaltenes Beispiel aus der augusteischen Zeit ist die Maison Carrée in Nîmes.
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