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Tempel im Christentum
Im Judenchristentum spielte in der ersten Zeit der Jerusalemer Tempel noch eine Rolle. Da sich jedoch Jesus sehr kritisch gegenüber dem Tempel verhalten hatte und da der getaufte Mensch selbst als Tempel Gottes verstanden wurde, endete der Tempelkult im Christentum mit der Zerstörung des zweiten Israelitischen Tempels. Noch heute jedoch wird in den Lesungen zum Kirchweihfest der Text gelesen: "Der Tempel Gottes seid IHR", siehe Tabernakel.
Ab Konstantin I. (Rom) entstand jedoch eine neue Form in den Kirchenbauten. Die Bauform der Basilika ist einerseits eine neutrale, da auch Gerichts- und Marktgebäude ähnlich aussahen, hatte andererseits zuletzt aber auch dem Kult der vergöttlichten Kaiser gedient und machte insofern die Ablösung des Kaiserkultes durch die neue Religion sichtbar.
In schlecht übersetzten italienischen Reiseführern begegnet zuweilen das Wort Tempel als Synonym für Kirche, da im Italienischen das Wort templo als Synonym für chiesa (Kirche) gebraucht wird.
Auch in der Orthodoxen Kirche werden die Gotteshäuser als Tempel (griechisch naos) bezeichnet, während das Wort Kirche (griechisch ekklesia) nur für die Gemeinschaft selbst verwendet wird.
Unter den neueren Gemeinschaften auf christlicher Basis ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen") für ihre weltweit errichteten Tempel bekannt. Eine weitere Gemeinschaft, die sich auf die gleiche Gründerfigur Joseph Smith beruft, die Gemeinschaft Christi, besitzt zwei Tempel. Ebenso nennt die Gemeinschaft in Christo Jesu ihr zentrales Heiligtum, die Eliasburg, Tempel.
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Tempel im Hinduismus
Im Hinduismus repräsentiert der Tempel (Mandir) den Kosmos schlechthin. Im Tempel "berühren" sich die Welt der Götter und die Welt der Menschen. Im Gegensatz zu den Hausriten ist der Tempelbesuch jedoch nicht obligatorisch. Es gibt fromme Hindus, die nie oder selten in einen Tempel gehen.
In den Tempeln dienen Priester verschiedenen Ranges. In den großen Heiligtümern überlässt man die technischen Handlungen den Assistenten des Hauptpriesters - oft Personen geringen Ansehens. Bade- und Feuerzeremonien werden von Veda-kundigen Priestern ausgeführt. Andere Priester sind auf die Rezitation spezialisiert, andere (nicht notwendig brahmanische) Helfer sind für die Salbung eines Bildes zuständig.
Auch in schnellwachsenden Großstädten haben Kaufleute und Landbesitzer immer Tempel gegründet und Dichter, Tänzer und Sanskritgelehrte begünstigt. Das Stiften von Tempeln gehört zu den religiös verdienstvollen Handlungen. Neben den riesigen Tempelkomplexen und Pilgerzentren wie Tirumala Tirupati gibt es tausende von sehr einfachen Dorftempeln, in denen weniger gebildete Dorf-Brahmanen ihren Dienst verrichten. Der Zugang zu den Tempeln für unberührbare Kasten hat sich im modernen Indien verbessert.
Wer unrein ist, darf Bilder und Statuen im Tempel nicht berühren. Dies ist der Fall, wenn man einen Sterbefall in der Familie hat; menstruierende Frauen gelten als rituell unrein; unberührbare Kasten ohnehin. Etliche zentrale Riten werden nicht im Tempel sondern zu Hause durchgeführt, wie die Toten- und Heiratszeremonien.
Der Tempelturm - als nordindischer Shikhara oder als südindischer Vimana - stellt als Abbild des mythischen Weltberges Meru den Mittelpunkt des Universums dar. Im Tempelturm befindet sich das heiligste Areal des Tempels, das Garbhagriha (wörtl.: "Schoßhaus"), welches den höhlenartigen unbeleuchteten Innenraum bildet. Im Ritual wird die Gottheit präsent; das Kernstück jeder priesterlichen Aktivität ist die Puja. Eine Predigt wie im Christentum spielt im hinduistischen Tempelritual keine Rolle; hierfür gibt es religiöse Vorträge (lectures), die jedoch außerhalb des Tempels stattfinden.
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Tempel im Buddhismus
Zu den großen Weltreligionen, die Tempel als Heiligtümer haben, gehört der Buddhismus, zu dem auch Zen, Tantra(-ismus) und Lamaismus zählen. Im Buddhismus ist der Begriff Tempel eng mit Kloster verbunden und nicht immer klar zu trennen.
Wichtige Elemente eines buddhistischem Tempel sind Pagode und die Dhamma-Halle (für Zeremonien und Lehrforträge) in Thailand auch Bot genannt.
Ein Ritual, das in Tempeln häufig abgehalten wird, ist die Puja, eine Andacht zu Ehren Buddhas. Es werden zwar Rauch, Blumen, Speiseopfer und dergleichen mehr verwendet, aber Buddha lehnte (große) Opfer als sinnlos ab. Insofern ist es als Verdienstübertragung zu verstehen, als dass man durch gute Werke (z.B. das Beschenken von Mönchen) Verdienste erwerben würde, die sich gut auf das eigene Glück auswirken sollen.
Die Tempel können je nach Schule und Kulturkreis sehr unterschiedlich sein. So ist z.B. Indien und Sri Lanka für seine Höhlentempel bekannt. Mit der Verbreitung in Deutschland, entstanden auch hier buddhistische Tempel, die den hiesigen klimatischen und kulturellen Bedürfnissen angepasst sind, wie z.B. Das Buddhistische Haus.
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Baha'i Religion
In der Baha'i Religion gibt es Häuser der Andacht, die für Anhänger aller Religionen offen sind und in ihrer Architektur unterschiedlich sind, jedoch eine zentrale Kuppel und neun Eingänge gemein haben. Der bekannteste Baha'i Tempel ist in Indien.
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Tempel als touristische Anziehungspunkte
Die Tempelruinen vergangener Kulturen wie die von Ägypten, Assyrien, Babylon, Griechenland, Rom, oder der Azteken und Inka sowie die der vorschichtlichen Kulturen auf Malta, Sardinien etc. sind wichtige archäologische Denkmäler, die häufig auch touristische Anziehungspunkte sind.
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