Teufel


Bei einem Treffen mit dem Prälaten des Opus Dei hatte ein Achtjähriger schon etliche Minuten die Hand gehoben. Als Bischof Javier Echevarría ihm das Wort gab, stellte der Junge die Frage: „Warum bringt der liebe Gott eigentlich nicht den Teufel um?“

https://youtu.be/WJL0ABI8fmc
Der Junge hat sich das vermutlich wohl so vorgestellt: Hier sind 2 Einzelindividuen, der liebe Gott und der Teufel, sowie beispielsweise Fritz und Franz. Nun könnte doch Fritz Franz niederschießen, und genauso könnte der liebe Gott den Teufel aus dem Verkehr ziehen, wenn Letzterer nicht nach seiner Pfeife tanzt. Hier sehe ich 2 große Probleme: 1) wäre der liebe Gott dann irgendwo genauso eine Sau wie der Teufel und 2) sind der liebe Gott und der Teufel nicht 2 Einzelpersonen wie Fritz und Franz, denn der liebe Gott ist letztendlich der Urheber und die Gesamtheit aller Personen und Dinge, während der Teufel das Schema des Bösen darstellt, wenn wir uns gegen die Liebe/Wertschätzung Gottes und des Nächsten stellen. So verstehe ich das persönlich.
Ich war gestern beim Teufel zu Abendessen eingeladen. Und ich muss wirklich sagen: Netter Typ.
Allerdings ist er leider oft sehr deprimiert, weil alle so ein schlechtes Bild von ihm haben. Deshalb lebt auch so abgeschieden. Meines Erachtens gibt es dafür keinen rationalen Grund. Ist kein übler oder gar böser Kerl.... bleibt ständig mit den Hörnern oben am Türrahmen hängen.... auch nicht ganz einfach.. muss man aufpassen, dass man sich nicht darüber lustig macht....
Ich vermute mal,du hast von einem netten witzigen Clown geträumt!
Zitat:
Bei einem Treffen mit dem Prälaten des Opus Dei hatte ein Achtjähriger schon etliche Minuten die Hand gehoben. Als Bischof Javier Echevarría ihm das Wort gab, stellte der Junge die Frage: „Warum bringt der liebe Gott eigentlich nicht den Teufel um?“


Und? Diese Frage hat sich wahrscheinlich schon jedes Kind mal gestellt.
Als ich 13 Jahre alt war, hat ein witziger Schulkollege aus der Parallelklasse mal zum Spaß etwa so gemeint: "Ja eigentlich könne man meinen, der Teufel sei doch lieber als der liebe Gott. Denn wenn alle Dinge durch Gott kommen, so sind alle schlimmen Dinge schließlich von Gott, wie etwa Unfälle oder so!" Auch, wenn er das definitiv als Spaß so gesagt hat, so zeugt das doch davon, dass er sich einhergender Gedanken über Definitionen bezüglich Gott gemacht hat, meine ich.
In der Bhagavad-Gita, also der altindischen Tradition des Vishnuismus gibt es keinen Teufel als "Gegenspieler Gottes".
Shri Krishna erklärt in der Gita dass Gott allmächtig ist, alles kontrollierend und die Ursache aller Ursachen und der Ursprung allen Ursprungs.
ABER es gibt die Illusionierende Energie Gottes, genannt Mahamaya.
Die Göttin Durga, Mutter des Universums. Sie ist die Gesamtheit der materiellen Energie die uns glauben lässt, ein Produkt der materiellen Schöpfung zu sein. So dass wir uns mit dem materiellen Körper den wir jeweils bewohnen identifizieren.
Sie tut dies jedoch nicht als Gegenspielerin Gottes sondern als Dienerin Gottes.

Das wir uns mit der Materie identifizieren kann aber nur dann geschehen wenn wir im ICH und MEIN handeln. Also den Wunsch haben die Sinnesobjekte dieser Welt mit unseren Sinnen zu geniessen.
Wir entwickeln dadurch ein "falsches Ego" welches unser wahres ewiges Ich bedeckt.
In Wirklichkeit sind wir als Teile Gottes von rein spiritueller (transzendentaler) Natur, welche eine viel höhere feinstofflichere Energie Gottes ist. Die materielle Energie jedoch ist eine grobe uns untergeordnete Energie.

Wenn wir zur Besinnung kommen das wir Teile Gottes sind, so wie es Shri Krishna in der Bhagavad-Gita 15.7 erklärt, erkennen wir das unser wahres ewiges Wesen es ist, Gott zu dienen. Das Wesen des Teils ist immer dem Ganzen zu dienen. So wie es die Bestimmung ist das der kleine Finger dem ganzen Körper dient.
Wenn sich das Teil jedoch vom Ganzen lossagt und versucht nur für sich zu geniessen, fällt es in Unwissenheit - trennt sich von Gott.

Es ist dieses "getrennt von Gott handeln" das uns alles Leid und Elend in dieser Welt schenkt. Wir können also nicht Gott für das Elend in dieser Welt verantwortlich machen. Es entsteht vielmehr durch unseren Versuch getrennt von Gott zu handeln.
Zitat:
Als ich 13 Jahre alt war, hat ein witziger Schulkollege aus der Parallelklasse mal zum Spaß etwa so gemeint: "Ja eigentlich könne man meinen, der Teufel sei doch lieber als der liebe Gott. Denn wenn alle Dinge durch Gott kommen, so sind alle schlimmen Dinge schließlich von Gott, wie etwa Unfälle oder so!" Auch, wenn er das definitiv als Spaß so gesagt hat, so zeugt das doch davon, [b]dass er sich einhergender Gedanken über Definitionen bezüglich Gott gemacht hat, meine ich.[/b]


Nah.... nicht wirklich. Kinder ziehen logische Schlüsse tendenziell sehr stringent, weil die Entdeckung konditionierter Glaubens-Dogmen auf kaum oder gar nicht entwickelter erkenntnistheoretischer Verschachtelung stößt. D.h. sie muss nicht zwingend angepasst werden. Kinder sind potenziell mehr ein objektiver Beobachter (auch als Abstraktum, nicht nur als Individuum), als Erwachsene, die schon lange in diesem System leben.

Zitat:
Ja eigentlich könne man meinen, der Teufel sei doch lieber als der liebe Gott. Denn wenn alle Dinge durch Gott kommen, so sind alle schlimmen Dinge schließlich von Gott, wie etwa Unfälle oder so!


Dagegen ist nichts einzuwenden.

Ich verstehe es so: Gott ist der Ursprung des Lebens. Welches nicht "gewertet" wird. Sicherlich gibt es Lebewesen, die "böse" (ignorant handelnd etc...) sind, aber das ist ein Lernprozess, den sehr viele durchlaufen. Ich denke, dass Wichtigste, was man lernen sollte, ist, auf andere Acht zu geben und sich individuell zu entwickeln. Der "Teufel" scheint mir nur die Manifestation menschlicher Ängste zu sein. Bzw. ist das Konzept der Hölle aus unserer physischen Welt sehr nahe. Ich versuche so wenig wie möglich mit hinüber zu nehmen bzw. es als temporäre Lernerfahrung zu sehen, was hier gerade abgeht.