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Urbi et Orbi












Urbi et Orbi
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Unter Urbi et Orbi (Latein für: der Stadt und dem Erdkreis) versteht man im heutigen Sprachgebrauch den Segen des Papstes, den dieser in besonders feierlicher Form an Ostern und Weihnachten erteilt. Jeder neu gewählte Papst erteilt diesen Segen direkt nach seiner Wahl zum ersten Mal jenen Gläubigen, die auf dem Peterplatz anlässlich seiner Wahl zusammengekommen sind.

Der Segen wurde üblicherweise von der Loggia über den Portalen des Petersdoms erteilt, weswegen diese Aula auch Benediktionsloggia genannt wird. Die fortschreitende Gebrechlichkeit Johannes Pauls II. führte jedoch dazu, dass in den letzten Jahren abweichend von der Tradition der Segen direkt nach der Messe vom Altar aus erteilt wurde.

Grundsätzlich ist nur der Papst in der Lage, den Segen Urbi et Orbi zu spenden. Lediglich bei bestimmten Anlässen kann der Segen auch von Kardinälen und Bischöfen erteilt werden. Priester dürfen den Segen nur einem Gläubigen auf dem Totenbett spenden.

Mit dem Segen Urbi et Orbi ist nach katholischer Lehre allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener Ablass ihrer Sünden gewährt. War zunächst für diesen Empfang die Anwesenheit auf dem Platz oder in Sichtweite des Spenders notwendig, so kann der Segen seit 1967 auch über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 sogar über das Internet gültig empfangen werden.

Der Begriff Urbi et Orbi entwickelte sich aus dem alten römischen Reichsbewusstsein. Ausgedrückt werden solle die Tatsache, dass der Papst sowohl der Bischof von Rom (urbs = Stadt; urbi die entsprechende Dativform) als auch das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ist. Somit wird sozusagen die ganze Welt (orbis = Erdkreis; orbi die entsprechende Dativform) umfasst. Die Formel findet sich entsprechend häufiger im Sprachgebrauch der Kirche, etwa in der Inschrift an der Lateranbasilika, nach der die Kirche omnium urbis et orbis ecclesiarum mater et caput ist - Haupt und Mutter aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises = Haupt und Mutter aller Kirchen der Welt. Das Ritual des päpstlichen Segens Urbi et Orbi entwickelte sich im 13. Jahrhundert.
Segensformel
Lateinisches Original: Et benedictio Dei omnipotentis, Patris et Filii et Spiritus Sancti descendat super vos et maneat semper.
Deutsche Übersetzung: Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes komme über euch herab und bleibe für alle Zeit.
Die gesamte Segensformel auf Deutsch:

"Die Heiligen Apostel Petrus und Paulus, auf deren Machtfülle und Autorität wir vertrauen, sie selbst mögen beim Herrn für uns Fürsprache halten." Alle: "Amen."

"Aufgrund der Fürsprache und der Verdienste der seligen allzeit jungfräulichen Mutter Maria, des heiligen Erzengels Michael, des heiligen Johannes des Täufers und der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen, erbarme sich Euer der allmächtige Gott und nachdem er alle Eure Sünden vergeben hat, führe Euch Jesus Christus zum ewigen Leben." Alle: "Amen."

"Der allmächtige und barmherzige Herr gewähre Euch Nachlass, Vergebung und Verzeihung all Eurer Sünden, einen Zeitraum echter und fruchtbarer Reue, ein allzeit bußfertiges Herz und Besserung des Lebens, die Gnade und die Tröstung des Heiligen Geistes und die endgültige Ausdauer in den guten Werken." Alle: "Amen."

"Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf Euch herab und bleibe bei Euch allezeit." Alle: "Amen."


Der Segen kann jedoch auch ohne die ausgesprochene Formel gültig erteilt werden, wie dies Johannes Paul II., der aufgrund eines Luftröhrenschnittes nicht mehr sprechen konnte, zuletzt tat. Kanonisch ist diese "stumme" Spendung einer "gesprochenen" gleichgestellt, das Privileg der stummen Segnung besitzt allerdings nur der Papst.

Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Urbi_et_Orbi"
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