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Von Einzelpersonen aus religiösen Motiven begangene Verbrechen
Zur zweiten Kategorie gehören Taten, die Einzelpersonen oder Personengruppen ohne direkte Anstiftung durch religiöse Autoritäten begehen. (Beispiel: Ermordung von Jitzhak Rabin). Die Übergänge sind dabei fließend, denn durch die religiöse Autorität kann durchaus ein allgemeines Klima geschaffen worden sein, das dem Täter die Tat als opportun erscheinen lässt. Solche Fälle sind z.B. bei der Hexenverbrennung der frühen Neuzeit zu beobachten. Während im Mittelalter die kirchliche Inquisition in erster Linie gegen Ketzer vorging, übernahmen bei den Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit weltliche Gerichte die peinliche Befragung und Verurteilung und die Anklage geschah oft durch Nachbarn.
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Verbrechen, zu deren Rechtfertigung religiöse Gründe herangezogen werden
Die dritte Kategorie umfasst Taten, deren Motiv nicht ursprünglich religiös ist, aber welches in der Öffentlichkeit mit Hilfe der Religion gerechtfertigt wird. Solche Fälle sind z.B. bei der Ketzerverfolgung im Mittelalter zu beobachten. Während im Hochmittelalter neben der Verfolgung auch die Bekehrung durch Predigt und Belehrung ein wichtiger Faktor der Inquisition war, wurde die Inquisition gegen Ende des Mittelalters insbesondere in Spanien als politisches Machtmittel unter der Autorität des Königs gegen ganze Bevölkerungsgruppen verwendet. Auch hier ist der Übergang fließend, weil oftmals das wahre Motiv einer Tat im Dunkeln liegt und der Spekulation unterliegt. Ein Beispiel für einen Fall dieser Kategorie dürfte der Hippie-Mörder von 1970, John Linley Frazier sein. Er führte vor Gericht an, Gottes Stimme habe ihn zur Tat veranlasst.
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Von religiösen Würdenträgern begangene Verbrechen
Auch bei Fällen der vierten Kategorie sind die Motive oftmals nicht im religiösen Bereich zu finden. So machten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Sexualdelikte von Priestern Schlagzeilen. Solche Delikte werden zwar auch von Personen begangen, die keine religiösen Ämter bekleiden, dennoch erregen solche Fälle bei religiösen Würdenträgern besondere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, weil sie unmittelbar am selbstgestellten hohen moralischen Anspruch der Kirche rütteln.
Im Fall der römisch-katholischen Kirche liegt außerdem die Vermutung nahe, sie erzeuge durch ihre restriktiven Positionen zur Sexualität und durch das Zölibat genau jene sexuelle Notlage, die dann bei Einzelnen zu sexuellen Übergriffen führe. Die römisch-katholische Kirche neigte dabei in der Vergangenheit dazu, das Problem zu verschweigen und zu verharmlosen. In jüngerer Zeit geht die römisch-katholische Kirche das Problem mit größerer Entschlossenheit an.
Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_im_Namen_der_Religion"
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