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Weltgeist












Weltgeist
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Der Weltgeist bezeichnet ein idealistisches Prinzip der Welterklärung, das sich von den Anfängen der Philosophie bis in die neuere Zeit finden lässt. Ein Weltgeist wurde bereits von den idealistischen Schulen der altindischen Philosophie angenommen, wobei man die objektive Realität als dessen Erzeugnis erklärte.

In der Philosophie der griechischen Antike huldigten Sokrates, Aristoteles, Platon u.a. der Vorstellung von einem Weltgeist. Der Neuplatoniker Plotin betrachtete als Quelle alles Seienden die Gottheit, die in einem Prozess der Emanation drei Erscheinungsformen hervorbrachte:

die Weltvernunft (die Welt der Ideen)
die Weltseele als Grundlage der Einzelseelen
die Welt der sinnlichen (Neuplatonismus)
Einen göttlichen Weltgeist postulierte selbst der objektive Idealist George Berkeley, den er dem von den materialistischen Denkern verfochtenen Begriff der Materie entgegenstellte.

Eine materialistische Färbung hatte auch die Vorstellung des Weltgeistes bei J.W. von Goethe, wo sie als Ausdruck der objektiven Gesetzmäßigkeiten der Wirklichkeit erschien und auf der Grundlage der These von der Einheit des Materiellen und Ideellen entwickelt wurde.

Für G.W.F. Hegel ist die Annahme eines Weltgeistes in spezifischer Form wesentlicher Bestandteil seines absoluten Idealismus. So sieht er eine Notwendigkeit einer Veränderung in der Welt, die er an die Vorstellung eines Weltgeistes anbindet:




Ich halte mich daran, dass der Weltgeist der Zeit das Kommando zu avancieren gegeben. Solchem Kommando wird pariert; dies Wesen schreitet wie eine gepanzerte, festgeschlossene Phalanx unwiderstehlich und mit so unmerklicher Bewegung, als die Sonne schreitet, vorwärts durch dick und dünn.

—Hegel (Brief an Niethammer, 5. Juli 1816)
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