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Weihnachtsbrauch












Weihnachtsbrauch
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Weihnachtsbräuche sind feste tradierte Bestandteile des Weihnachtsfestes, die sich um das Geschehen und die Geschichte von Weihnachten herausgebildet haben. Wie alles Brauchtum sind sie regional unterschiedlich ausgeprägt.
Vorweihnachtszeit

Eine deutliche Verschiebung des Brauchtums in der Adventszeit ist seit dem 20. Jahrhundert zu beobachten. Wurde sie ursprünglich als Fastenzeit begangen und war äußerlich vom Alltag wenig unterscheidbar, wird in der Gegenwart das zu erwartende Weihnachtsfest (nicht zuletzt durch verschiedene Marketingaktionen und -instrumente) zunehmend in die Adventszeit vorverlegt.

Auf Weihnachtstischen und in Wohnzimmern finden große hölzerne Nussknacker, Räuchermännchen, Bergmannsfiguren, Weihnachtskrippen, Spieldosen, aus Pfefferkuchen gebackene Hexenhäuschen mit den Märchenfiguren Hänsel und Gretel, Weihnachtspyramiden mit christlichen und weltlichen Motiven, an den Lampen Weihnachtssterne und Engel mehr und mehr Platz, je näher man an Weihnachten herankommt.

In den Vorgärten einiger Häuser erstrahlen an Bäumen Lichterketten. In vielen Fenstern werden Schwibbogen mit Lichterketten aufgestellt, die die Geburt Jesu Christi, Bergbauszenen oder Tiere im Winterwald zum Motiv haben.

In den Wohnungen wird traditionell auf dem stehenden oder hängenden Adventskränzen von Sonntag zu Sonntag von den vier Kerzen immer ein Licht mehr angezündet. Die modernere Variante sind die Weihnachtsgestecke, die aus Nadelzweigen, Kerzen und anderen Accessoires bestehen. Kinder erfreut ein Adventskalender, bei dem sie jeden Tag ein Fenster öffnen und dabei eine kleine Süßigkeit oder ein kleines Geschenk finden.

Am 6. Dezember, am Nikolaustag, versteckt der Nikolaus in den sauber geputzten Schuhen oder Stiefeln einige Süßigkeiten und kleine Geschenke. In einigen Gebieten kommen als Nikolaus verkleidete Menschen, meist Verwandte oder ehrenamtliche Helfer der Pfarren, und bringen die Geschenke.

In vielen Orten werden Weihnachtsmärkte abgehalten, bei denen Kunsthandwerk, Weihnachtsdekoration und Geschenkartikel, aber auch regional übliche Speisen und Getränke verkauft werden.

Vielfältige Weihnachtsfeiern werden für eine Vielzahl von Menschengruppen veranstaltet, etwa von Betrieben und Vereinen, aber auch in Kindergärten, Schulen, Altenheimen etc.

Auch Weihnachtskonzerte (z. B. das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, Orgel- und Chorkonzerte oder auch Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart) haben sich vielerorts zum festen Bestand des Weihnachtsbrauchtums in der Vorweihnachtszeit entwickelt.
Weihnachten
Den ursprünglichsten Weihnachtsbrauch stellt die Tradition des Krippenspiels dar, in dem die Weihnachtsgeschichte anschaulich nachgestaltet wird. Beim Quempassingen ertönen Weihnachtslieder wie "Stille Nacht, heilige Nacht". Am Heiligen Abend oder in manchen Ländern früh nach der Christmette am 1. Weihnachtsfeiertag findet die Bescherung statt. Auch im häuslichen Kreise wird am Heiligabend und am 1. und 2. Festtag viel gesungen und musiziert. Mit dem 2. Festtag tritt aber dann mehr Ruhe und Besinnlichkeit ein.

Zum Heiligen Abend gehört meist auch ein aufwändiges Weihnachtsmahl, für das bestimmte Speisen typisch sind, wie etwa die Weihnachtsgans oder der Weihnachtskarpfen sowie das speziell für die Weihnachtszeit hergestellte Weihnachtsgebäck.

In Mitteleuropa wird der Christbaum in der Kirche und Wohnung sowie auf großen Plätzen in den Ortschaften aufgestellt, und mit Lichterketten, Kerzen, Glaskugeln, Lametta, Engeln oder anderen Figuren geschmückt.

Mittelpunkt der familiären Weihnachtsfeier ist der Weihnachtsbaum oder in manchen katholischen Familien die Krippe. Um sie versammeln sich die Familienmitglieder am Weihnachtsabend und gedenken der Geburt Christi.

Weihnachtslieder erklingen und werden teilweise gesungen, denn sie gehören noch zum Restbestand aktiven Liedguts in der Bevölkerung.

Auch der Besuch von Christvesper, Christmette oder Christnacht ist bei religiösen Familien ein fixer Bestandteil des Festes.

Der häusliche Weihnachtsbaum bleibt oft noch lange nach Weihnachten im Zimmer. Je nach Konfession endet die Weihnachtszeit am 6. Januar, dem Dreikönigsfest, oder am darauffolgenden Sonntag am Fest der Taufe des Herrn.

Zu den eher weniger besinnlichen Weihnachtsbräuchen gehört das Erzählen von tradierten Gruselgeschichten (teilweise ironischer Natur, wie "Schneemänner am Lagerfeuer", aber teilweise auch nicht, wie "Der Mann mit dem Kopf unter dem Arm") beispielsweise während des Wartens auf die Bescherung im Vorzimmer am Heiligabend. Dieser Brauch scheint sich vor allem in Nord- und Nordostdeutschland zu finden.
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