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Weihnachten in den Ostkirchen
Diejenigen orthodoxen Kirchen, die liturgisch am julianischen Kalender festhalten (Altkalendarier), feiern Weihnachten derzeit an unserem 7. Januar (dem 25. Dezember des julianischen Kalenders) und Epiphanias an unserem 19. Januar (dem julianischen 6. Januar). Die armenisch-orthodoxe Kirche feiert Epiphanias am 18. Januar.
Die übrigen orthodoxen Kirchen, die Neukalendarier, die sich liturgisch am gregorianischen bzw. weltlichen Kalender orientieren, feiern Weihnachten auch an unserem 25. Dezember.
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Nichtchristen und das Weihnachtsfest
Die weihnachtlichen Bräuche werden von Angehörigen nichtchristlicher Religionen oder Atheisten begangen und sind auch in weitgehend unkirchlichen Regionen und Ländern Europas und darüber hinaus verbreitet. Weihnachten wird also oft primär als Folklore und nicht mehr als christliches Fest gefeiert. So ist der Brauch, am Heiligabend in den Gottesdienst zu gehen, teilweise auch unter Atheisten verbreitet.
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Islam und Weihnachten
Jesus Christus wird im Islam als Isa der Prophet, aber nicht als der Sohn Gottes anerkannt: "Gott hat nicht gezeugt und wurde nicht gezeugt" heißt es in Sure 112:3. Daher ist seine Bedeutung im Islam mit der im Christentum nicht vergleichbar. Ein eigener islamischer Feiertag, der dem christlichen Weihnachtsfest gleichzusetzen wäre, existiert daher nicht.
Gleichwohl kennt der Koran eine Weihnachtsgeschichte; sie wird in den Suren 3:45ff und 19:16-34 überliefert (Ayat 19): Gabriel "sprach: 'Ich bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt,) auf daß ich dir einen reinen Sohn beschere.'" (Text der Koranübersetzung auf islam.de)
Nahezu weihnachtlich mutet Sure 97, "Al-Qadr", an:
Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.
1Wahrlich, Wir haben ihn (den Qur'an) herabgesandt in der Nacht von Al-Qadr.
2Und was lehrt dich wissen, was die Nacht von Al-Qadr ist?
3Die Nacht von Al-Qadr ist besser als tausend Monate.
4In ihr steigen die Engel und Gabriel herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jeglichem Geheiß.
5Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.
(Übersetzung auf www.Islam.de vom Verlag Islamische Bibliothek, Köln)
Die Nähe zum Christus-Hymnus Johannes 1, der die Weihnachtsgeschichte ersetzt, fällt auf:
1Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
2Dasselbe war im Anfang bei Gott.
3Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
4In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
5Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.
9Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.
14Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
(Lutherübersetzung)
Gleichfalls zu Lukas 1:
26Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth,
27zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.
28Der Engel kam zu ihr hinein und sprach: "Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!
29Sie aber erschrak über die Rede und dachte: "Welch ein Gruß ist das?"
30Und der Engel sprach zu ihr: "Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden.
31Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
32Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben,
33und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben."
(Lutherübersetzung)
Die Herabsendung des Koran und die Sendung Christi in die Welt werden in vergleichbaren Bildern und Begriffen dargestellt. Es geht um das göttliche Licht in der Nacht. Von großer Bedeutung dabei ist der Engel Gabriel. Dem Koran kommt im Islam eine Stellung zu, die der Christi im Christentum nahe kommt. Er ist die Offenbarungsquelle, an der sich alles andere zu messen hat. Die von Religionswissenschaftlern zuweilen behauptete Parallelität von Koran zu Jesus Christus und Mohammed zur Bibel - beide geben Zeugnis vom "Wort Gottes" - lässt sich hier nachvollziehen.
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Das Weihnachtsfest
Die Weihnachtsfeiertage gelten in den meisten abendländisch geprägten Ländern als das wichtigste Fest im Jahr. Zu dem hat es sich seit dem 18. Jahrhundert entwickelt. Die Weihnachtsfeiertage sind eine Zeit, in der traditionell die Mitglieder der Familie zusammenkommen. Verwandten und Freunden macht man Geschenke.
Dabei fällt das Weihnachtsfest gelegentlich auch mit dem Neujahrsfest zusammen, wie das russische Jiolka-Feste. Säkularisierung und Kommerzialisierung sorgen dafür, dass das Weihnachtsgeschäft die umsatzstärkste Zeit des Einzelhandels ist. Im Jahr 2004 gaben die Deutschen laut Umfragen und Schätzungen durchschnittlich ca. 350 Euro aus (-38% im Vergleich zum Vorjahr). Während in Deutschland bei den Weihnachtseinkäufen somit ein Rückgang zu verzeichnen war, ließen sich andere Nationen die Weihnachtsgeschenke durchaus etwas kosten. Ein US-Amerikaner gab durchschnittlich 1288 Euro für Geschenke aus (-5% gegenüber 2003), Iren 1270 Euro (+19%), Engländer 1223 (+14%), Italiener 716 Euro (-20%), Belgier 582 Euro (-14%), Franzosen 551 Euro (-2%), Niederländer 386 Euro (-35%).
In der Werbesprache wird seit einigen Jahren der Begriff Weihnachten manchmal durch den Anglizismus "Xmas", einer Verkürzung von "Christmas", ersetzt.
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Weihnachtsmann und Christkind
Während vor allem in mehrheitlich katholischen Regionen (z.B. in Süddeutschland) das Christkind den "artigen Kindern" die Geschenke bringt, geht der heutige Weihnachtsmann vor allem auf die europäischen Volkslegenden um den Heiligen Nikolaus zurück. Nikolaus von Myra war ein Bischof im 4. Jahrhundert, der Kern zahlreicher Legendenbildungen war. Unter anderem wird er als Schutzpatron der Kinder verehrt. In den 1920ern setzte sich mehr und mehr die rot-weiße Robe des Weihnachtsmanns durch. Dieses Bild wurde von dem Cartoonisten Haddon Sundblom aufgegriffen, der 1931 für die Coca-Cola Company im Rahmen einer Werbekampagne den Weihnachtsmann zeichnete. Diese Werbung war so erfolgreich, dass vielfach fälschlicherweise behauptet wird, Coca-Cola hätte den modernen Weihnachtsmann erfunden (siehe auch Hintergrund-Artikel in DIE ZEIT [1]).
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