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Zweites Vatikanisches Konzil












Teilnehmer
Mit Ausnahme der Griechisch-Orthodoxen waren alle christlichen Kirchen nicht römisch-katholischer Prägung direkt, oder durch die Vertreter größerer Kirchenzusammenschlüsse indirekt, beim Vaticanum durch Beobachter vertreten.

Insgesamt 3.044 Teilnehmer

Bekannte Teilnehmer waren beispielsweise:

Augustin Bea, Präsident des Sekretariats für die Förderung der Einheit der Christen
Michael Browne, Leitungsfunktion bei der Erarbeitung diverser Schemata.
Giacomo Lercaro, "Moderator".
Alfredo Ottaviani, Vorsitzender der Konzilskommission.
Sebastian Tromp, Sekretär der Konzilskommission.
Karl Rahner, Theologischer Berater
Hans Urs von Balthasar, Theologischer Berater
Hans Küng, Theologischer Berater
Joseph Frings, Erzbischof von Köln
Otto Spülbeck, Bischof von Meißen
Julius Döpfner, "Moderator", Erzbischof von München und Freising
Franz König, Erzbischof von Wien
Karol Wojtyła, Erzbischof von Krakau, später Papst Johannes Paul II.
Joseph Ratzinger, Theologischer Berater, später Papst Benedikt XVI.
Hintergründe der Nichtentsendung orthodoxer Beobachter
Ausnahme: Beobachter des moskowitischen Patriarchats.

Das Ökumenische Patriarchat in Konstantinopel/(Istanbul) gab am 5. Oktober 1962 bekannt, dass es auf Grund der vorhergehenden Konsultationen mit den autokephalen Kirchen nicht zur Entsendung von Beobachtern nach Rom komme. Diesen Beschluss des Phanars hätten alle Kirchen zugestimmt, auch der Moskauer Patriarch Alexej. Die Entsendung von Beobachtern durch das Patriarchat von Moskau kam deshalb überraschend. Die Orthodoxe Kirche kennt im Gegensatz zur Römisch-Katholischen keine straffe Hierarchie, sondern basiert auf dem Grundsatz der Autokephalie. Die einzelnen Diözesen schließen sich, meist nach nationaler Verbundenheit, zu Gruppen zusammen, wählen ihr Oberhaupt und bilden so die autokephale Kirche, dazu zählen u.a. die Alt-Patriachate Konstantinopel, Alexandrien, Antiochia und Jerusalem und die Nationalkirchen von Russland, Zypern, Griechenland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien, Polen und Albanien.
Kritische Bilanz
Das II. Vatikanische Konzil kann als das wichtigste kirchenpolitische Ereignis des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Eine gewisse theologische Erneuerung von mehr als 1/2 Jahrhundert wurde "ratifiziert" und eine gewisse neo"scholastische" Theologie eliminiert. Wenn man eine kritische Bilanz ziehen möchte, so wären folgende Aspekte zu nennen:

Der pastorale Ansatz des Konzils (Vat. II hat sich nicht in die Streitigkeiten der einzelnen theol. Schulen verwickeln lassen)
Historischer Ansatz (Einsichten der historischen Forschung werden berücksichtigt)
Biblischer Ansatz (die Bibel ist mehr als ein Zitaten-Reservoir)
Patristischer Ansatz (die Kirchenväter sind privilegierte Zeugen, nach den biblischen Autoren)
Ökumenische Öffnung (Nicht-Katholiken waren als Beobachter eingeladen)
Öffnung zur Welt (Gaudium et Spes)
Dialog mit den Nichtchristen (Es gibt ethische und religiöse Werte außerhalb)
Neuer Stil (Die Anathema -Formeln befinden sich dort nicht mehr)
Die postkonziliäre Zeit hat uns bekanntlich einige Überraschungen bereitgehalten. Nicht nur war das optimistische Grundklima, das vor allem Gaudium et Spes beeinflusst hat, durch die Krisen (Vietnam-Krieg, Mai 68, Ölkrise) erschüttert. Auch sorgten die Reaktionen einiger großer Theologen für Aufregung: Congar und de Lubac kritisieren einen gewissen Horizontalismus. Eine Kleruskrise macht sich breit, Berufungskrise. Die Gläubigen spalten sich in eine traditionalistische und eine progressive Tendenz. Die traditionell gesinnten Katholiken sehen besonders in der Liturgie starke Verluste der Mystagogik und eine schleichende Protestantisierund durch zu vieles Reden der Geistlichen. Der Kleriker steht noch mehr im Mittelpunkt, als er vor dem Konzil stand. Somit ist man mit vielen Reformen weiter gegangen, als das Konzil eigentlich beabsichtigt hätte. Die progressive Fraktion hingegen meint, dass das Konzil noch viel zu wenig verwirklicht wurde.
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