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Erlösung












Erlösung
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Erlösung ist die Befreiung von Bedrohungen und Übeln aller Art. Erlösen bedeutet "losmachen von einer unfreiwilligen Bindung". Im älteren Sprachgebrauch entspricht das Wort dem modernen auslösen und impliziert eine bewirkende Leistung, ein "Lösegeld". Dahinter steckt das in der Antike jedermann vertraute Konzept des Freikaufens eines Sklaven von seinem Herrn, also des Kaufens und anschließenden Freilassens.
Religionswissenschaft
Religionswissenschaftlich versteht man unter Erlösung allgemein die umfassende und ganzheitliche Herausnahme des Menschen aus einem Zustand der Entfremdung, Bedrohung und Unfreiheit sowie das Hineingenommenwerden in einen Status des endgültigen Befreit- und Angenommenseins. Die Erlösung kann als Selbsterlösung konzipiert sein (z.B. durch Gnosis) oder als Tat eines anderen (Gottes, der Engel oder anderer Kräfte) interpretiert werden.
Geschichtsbezug
Erlösung spielt in der geschichtlichen Entwicklung eine große Rolle, weil die meisten europäischen politischen Theorien die Vorstellung einer zukünftigen Erlösung aufnehmen. Darwinismus geht von einer (Aufwärts)entwicklung der Lebewesen aus; die Erlösung findet demnach durch die Veredelung des Erbmaterials statt. Auch der Marxismus geht von der zukünftigen Erlösung durch die Revolution und die Rückkehr zu den Gesellschaftsformen der Urgesellschaft aus. Die gewaltsame Erzwingung dieser Vorstellungen führte im 20. Jahrhundert zu den grausamsten Kriegen und Verfolgungen. Im Nationalsozialismus ist der Erlösungsgedanke an die Rassezugehörigkeit geknüpft; deshalb wurden konsequent rassefremde menschen eliminiert. Der sowjetische und chinesische Kommunismus (Stalinismus, Maoismus) bemühte sich um die psychische Durchsetzung seines Erlösungsgedankens; die Folge davon waren Säuberungen in allen Bevölkerungsschichten, mithin gnadenlose Selbstanklagen.
Erlösung im christlichen Verständnis
Im christlichen Verständnis ist der Mensch aufgrund der Erbsünde und der persönlichen Sünden sowie des leidvoll-bedrohten Zustandes der Welt angewiesen auf die Erlösung durch Gott. Diese wird bewirkt durch die Erlösungstat Jesu Christi, der am Kreuz das Versöhnungs- und Erlösungsopfer für die ganze Menschheit dargebracht hat. In Jesus Christus ist das Reich Gottes bereits angebrochen; seine Vollendung findet es, wenn Jesus als Herr und König wiederkommt, um über die Lebenden und die Toten zu richten. Von der objektiven Erlösung, die für alle Menschen gilt (siehe jedoch Calvinismus), ist die subjektive Erlösung zu unterscheiden: Diese verlangt die persönliche Annahme der Erlösungstat Jesu Christi durch Glaube und Taufe in der Zugehörigkeit zur Kirche Christi.

Im Christentum sind Buße, Umkehr und die Annahme der Erlösung durch Jesus Christus die Voraussetzung in das Paradies einzukehren, da die Menschen mit der Erbsünde behaftet sind. Gewissermaßen befreit sich der Mensch mit der leiblichen Auferstehung und dem Gelangen ins Paradies -- was jedoch nicht unbedingt gleichgesetzt werden kann -- von allen auf Erden erworbenen Sünden (Gegs.: Erbsünde). Nach einer verbreiteten Volksvorstellung, die so aber von keiner der drei großen Konfessionen gelehrt wird, wird damit ein Leben nach (streng?) religiösen Gesetzen bzw. Geboten belohnt.

Andere Strömungen des Christentums interpretieren den Paradiesbegriff anders. Für sie ist das Paradies schon durch den Glauben an Jesus sicher, alle Sünden sind vergeben. Ethisches Verhalten auf Erden ist gemäß dem Vorbild von Jesu Leben geboten, nicht um Belohnung zu erhalten. Manche liberale Christen gehen noch weiter und gestehen auch Andersgläubigen das Leben im Paradies zu, wenn sie den Willen Gottes tun und Barmherzigkeit üben.

Allem steht jedoch das Konzept der Erbsünde gegenüber, das bedeutet, dass es aus Sicht des Christentums nur eine Wahl für Menschen gebe, in das Paradies, wieder in die Nähe Gottes, zu gelangen: der Glaube an Jesus als den Messias (Christus) und sein Selbstopfer am Kreuz, zur Vergebung der Sünden, und seine leibliche Auferstehung an Ostern (wörtlich genommen: er sitzt zur rechten Gottes).
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