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Exodus- Auszug aus Ägypten
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Als Auszug aus Ägypten (lat. Exodus) wird die durch die hebräische Bibel überlieferte Auswanderung von Hebräern aus dem Fron für die ägyptischen Pharaonen, im 13. Jahrhundert v. Chr. oder im 15. Jahrhundert v.Chr. bezeichnet. Hebräer (ägypt. hapiru) waren rechtlose Arbeiter der untersten sozialen Schicht. Der bauwütige Ramses II. wird gemeinhin für die Zeit des Exodus angesetzt. Die gesamte Exoduserzählung verrät jedoch völlige Unkenntnis der Gegebenheiten in Ägypten. Denkbar ist ein Zusammenhang des Exodusses mit Hatschepsut und Thutmosis III (1469 oder 1458 v. Chr.).
Beschränkt man sich auf den biblischen Bericht, besonders 2. Buch Mose,so ist historischer Kern : Ehemalige Nomaden (Israeliten und „viel fremdes Volk“) konnten leichtfüßig durch flache Schilfseen oder Sümpfe flüchten, deren Wasser vom Ostwind verdrängt war – während die Kampfwagen der schnellen ägyptischen Eingreiftruppe im Morast stecken blieben. – Im Lauf des Weitererzählens wurden dann immer mehr wunderhafte Teile zugefügt.
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Pharao
Ramses II. wird von vielen im Allgemeinen als der Pharao des Exodus angesehen. Diese These wird vielfach sehr kontrovers diskutiert. Während einige Altertumsforscher schlagende Beweise in der Bibel für diese These anführen, finden andere Textstellen, die dagegen sprechen. So datiert beispielsweise der englische Ägyptologe und Archäologe David Rohl in seinem 1995 erschienenen Buch Pharaonen und Propheten Ramses II. in die Zeit der biblischen Könige David und Salomon ein. Damit hätte der Exodus schon in der 13. Dynastie stattgefunden. Das Werk ist aber bei anderen Historikern sehr umstritten.
Die Darstellung in den biblischen Texten ist Myth-Historie aus der Zeit ab dem 6. Jhd. v. u. Z. Die ägyptische Geschichte erwähnt lediglich pauschal "Vertreibung von Ungläubigen in die Wüste". Eine solche Vertreibung in den Sinai könnte kurz vor dem Meggidofeldzug des Thutmosis III. 1468 v.Chr. erfolgt sein. 1469 v.Chr. verstarb überraschend die Erstgeburt der Hatschepsut, ihre einzige Tochter Neferure, mit etwa 23 Jahren. Spätestens bei Beginn des Megiddofeldzuges erlosch die zwanzigjährige Herrschaft der Pharaonin Hatschepsut, die bis dahin Thutmosis III. in die zweite Reihe verwiesen hatte. Diese rätselhaften Ereignisse erklären sich, wenn der Tod der Neferure von ihrem Gatten Thutmosis III. als Element des Machtwechsels veranlaßt worden ist und die Schuld am Tod den Hebräern in die Schuhe geschoben worden ist. Das würde auch erklären, warum Thutmosis III. den Namen der Hatschepsut erst Jahrzehnte später von allen Statuen und Denkmälern ausmerzen ließ.
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Bedeutung
Bedeutung gewann diese Geschichte als Gründungsmythos für den israelitischen Stämmebund vor allem in den spätexilisch/frühnachexilischem deuteronomistischen Schrifttum, eben zu der Zeit als die Exulanten aus der "Knechtschaft" nach Israel heimkehrten. Für die gewonnene Freiheit dankten sie nicht dem Wegführer Mose, sondern dem Gott „JHWH“ (etwa Jawe gesprochen) - durch die Deutung der Prophetin Mirjam (2. Mose 15, 20) und eines midianitischen Priesters (2. Mose 18, 10). Dieses Urbekenntnis zu JHWH, „der dich aus Ägypten herausgeführt hat“, steht als deuteronomistische Leitformel über 200 mal im Alten Testament.
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Folge
Monotheismus. Bei Pharao Echnaton oder den Persern war der eine Gott da zur Stabilisierung der Macht. Dagegen wurde im Auszug ein Gott erkannt, der sich „der Elenden erbarmt“! Daraus resultierte für Israel Herrschaftskritik und Sozialgesetze zum Schutz von Fremden und Schwachen. So einen Gott für Unterdrückte gab es im ganzen Orient nicht.Obwohl die verschiedenen biblischen Traditionen erst seit dem babylonischen Exil (6. Jahrhundert v. Chr.) mit Gesetzen zusammen zur „Thora“ geformt wurden, ist der Auszug aus Ägypten keine reine Legende. Israel bezog die ältere prophetische Sozialkritik als Sozial-gesetze immer wieder auf den Exodus (z. B. 3. Mose 19, 33-36 und 25, 35-3 , und erfüllte das deuteronomistische Geschichtswerk mit Kritik an den Herrschern. Im Orient war der Herrscher als Gottessohn durch die Religion gestützt (z. B. Ramses = Kind des Ra, aber auch David = Geliebter (der Gottheit)), aber das Volk Israel glaubte sich selbst nun als Sohn Gottes, darum mußte ihr König die Gebote über sich anerkennen und konnte von daher kritisiert werden. Sogar ein Aufstand gegen Salomons Sohn (926 v. Chr.) wurde mit dem Exodus begründet, weil dieser König den Frondienst verschärften wollte (1. Könige 11 und 12).
Diese Eigenart der jüdischen Religion erklärt sich, wenn man hinsichtlich der Rolle des Moses beim Exodus als historisch annimmt: Er hatte das Erlebnis mit dem brennenden Dornbusch und folgerte daraus, Gott steht hinter der Natur und ist nicht ihr Teil (Sonne, Planeten). Die Schöpfung ( einschließlich der Menschen)steht unter dem göttlichen Gesetz. Das Überleben der Auswanderergruppe im Sinai hing von der Hilfe des wüstenerfahrenen Moses,damit seines Gottes, ab.
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Wirkungsgeschichte
Im Judentum
Obwohl Rabbis die Befreiung aus Ägypten als Geburt und Lebensbestimmung des jüdischen Volkes ansehen, und im größten Fest, dem Passa sieben Tage lang feiern, hat doch das auf Mose zurückgeführte Gesetz das Judentum geprägt. (Von daher wird auch im Koran vom Exodus nur Moses' Gesetzgebung gewürdigt.)
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