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Exodus- Auszug aus Ägypten












Im Christentum
Im Christentum wurde der eigentliche Kern des Auszugs, die Selbstfindung durch den Glauben an einen einzigen Gott, vielfach durch Deutungen überdeckt: allegorisch (als Weg der Seele) und typologisch (Durchzug durchs Wasser als Vorbild, Typos, für die Taufe). Mose wurde oft für den Machterhalt missbraucht, z. B. wurde Kaiser Konstantin als „Neuer Mose“ gefeiert; Papst Sixtus IV. ließ in der Sixtinischen Kapelle in Rom mehrere Wandgemälde vom Auszug malen, keine Befreiung, sondern wie Mose Abtrünnige bestraft.
Allgemein
Dennoch wurde die Auszugs-Geschichte zum Treibsatz für die meisten Freiheitsbewegungen innerhalb und außerhalb der Kirche, für Katharer in der Provence, Waldenser in Italien, Hussiten in Prag, Calvinisten in Holland, Puritaner in England, Pilgrim Fathers in den USA, Befreiungsbewegungen der Schwarzen in den USA (mit dem Spiritual: „When Israel was in Egypts land, let my people go...“, und Befreiungs-Theologen in Südamerika. Ihre Inspiration, ihr Heilsvokabular und ihre Legitimation bezogen sie aus dem Exodus (leider auch für blutige „Säuberungen“). Auch die 12 Artikel, die Forderungen der Bauern im Deutscher Bauernkrieg 1525 waren mit dem Exodus begründet.
Darstellungen
Kunst, Literatur und Musik haben den Exodus-Freiheitsgedanken durch Unterdrückungszeiten hindurch getragen.

Gemälde
Von den Katakomben Roms bis zu Marc Chagalls Exodus-Zyklus gibt es nicht nur Gemälde von Mose als Gesetzgeber, sondern auch, wie Mose mutig vor Pharao tritt und Freiheit für die Fronarbeiter fordert.

Gedichte
Schon im 11. Jahrhundert gab es deutsche Gedichte, die diese Befreiung weitertrugen. Im 16. Jahrhundert z. B.: „...wenn man die Ziegel dupliziert / und gar zu sehr tyrannisiert / und das Volk zu Gott seufzt und schreit, / so ist Moses gewiss nicht weit...“ Besonders beim Aufkommen des Nationalsozialismus gab es Exodus-Gedichte der Freiheitshoffnung. Auch Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Sigmund Freud, Franz Werfel, Thomas Mann u. a. schrieben darüber.

Johann Wolfgang von Goethe hielt den Auswanderungszug von Ägypten nach Palästina für längstens in zwei Jahren durchführbar, wenn er in völliger Freiheit erfolgt wäre. Indem er auch von einem Jahrzehnte langem Aufenthalt im Sinai ausging, deutete er an, dass etwas an der biblischen Darstellung nicht stimme. Für die Datierung des Exodusses ins 15. Jahrhundert ( statt ins 13.), in die Zeit der Hatschepsut und des Thutmosis III.,spricht auch, dass nach dem jüdischen Archäologen Israel Finkelstein die Mauern um das eroberte Jericho im 13. Jahrhundert gar nicht mehr standen.

Musik
Musik trug vielfach den Freiheitsgedanken weiter: Seit dem 17. Jahrhundert sind Oratorien und Opern bekannt, z. B.: „Israel in Egypt“ von Georg Friedrich Händel – bis zu Arnold Schönberg und Kurt Weill. Oft waren es aber einfache Lieder, nicht nur Spirituals. Besonders ab etwa 1960 gibt es viele deutsche Lieder dazu, die besonders durch Kirchentage bekannt wurden, z. B.: „Wenn das rote Meer grüne Welle hat, dann ziehen wir frei, heim aus dem Land der Sklaverei. ... Wenn unsre Tränen Früchte tragen, dann bleiben wir hier, dann bleiben wir hier, weil sich das Land gewandelt hat...“.
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