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Christliche Theologie












Praktische Theologie
Dieses Teilgebiet gilt der Praxis kirchlichen und christlichen Handelns, z.B. Gottesdienst, Diakonie, Liturgie, Seelsorge usw.


Pastoraltheologie
Homiletik ist die Predigtlehre.
Liturgik (Liturgiewissenschaft) thematisiert - gesungene wie gesprochene - Gottesdienstformen.
Katechetik, Religionspädagogik, Gemeindepädagogik betrifft die Vermittlung christlicher Inhalte auch außerhalb des Gottesdienstes.
Poimenik ist Reflexion über die Seelsorge.
Oikodomik ist die Lehre vom Gemeindeaufbau.
Diakonik oder Diakoniewissenschaft ist ein Teilgebiet, das in der Diakonenausbildung Vorrang hat.
Missionswissenschaft ist heute sehr eng mit Ökumenik verknüpft.
Kirchenmusik ist Musik unter theologischen Aspekten; innerhalb eines Theologiestudiums überschneidet es sich stark mit Liturgik.
Kirchenbau ist Architektur unter theologischen Aspekten.
Christliche Archäologie ist eigentlich Archäologie; ein Hauptschwerpunkt sind Ausgrabungen in Palästina.
Christliche Publizistik: theologischer Jounalismus.
Kirchenrecht: der Jura-Bereich innerhalb der Theologie.
Aszetik: katholisch, betrifft die Theologie des geistlichen Lebens vor allem von Ordensgemeinschaften.
Weiterhin kann es in der Praktischen Theologie mit der Bezeichnung "Pastoraltheologie" zu Verstehensschwierigkeiten kommen, da mit "Pastoraltheologie" in der evangelischen Praktischen Theologie wirklich nur die Person des Amtsträgers in Augenschein genommen wird, während in der katholischen Praktischen Theologie das gesamte Feld der Praktischen Theologie einfach als die "Pastoral" bezeichnet werden kann.

Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass die Zuordnung der einzelnen untergeordneten Fächer zu übergeordneten Fachrichtungen manchmal unsicher ist und durchaus auch anders vorgenommen werden kann, teilweise bestehen auch Überschneidungen und Doppellungen. Den inneren Zusammenhalt der einzelnen Teilgebiete untereinander, die sich durch die Übernahme verschiedener Paradigmen auseinander entwickelt haben und weiterhin auseinander entwickeln, soll die Theologische Enzyklopädie gewährleisten (so zumindest in der evangelischen Theologie).
Katholische Theologie
Nach katholischem Verständnis besteht für die Theologie neben der geoffenbarten Wahrheit der Heiligen Schrift auch die mündlich überlieferte Tradition als Quelle der Erkenntnis. Theologie bindet sich an die vom Lehramt der Kirche festgelegten Lehrentscheidungen (Dogmen). Dabei gehen die nichtamtlichen Lehrentscheidungen nicht prinzipiell über das hinaus, was in der Bibel offenbart wurde, sondern sie klären das Verständnis dessen, was in der Bibel grundgelegt ist.
Evangelische Theologie
Evangelische Theologie gründet sich auf die in der Heiligen Schrift bezeugte Erlösung durch den Glauben an das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi für uns. Sie knüpft nicht nur an die Dogmen und Symbole der Alte Kirche an, sondern ist auch geprägt vom Werdegang der großen Reformatoren. Zu nennen sind besonders Martin Luther, Zwingli, Johannes Calvin. Insbesondere ist die Rechtfertigung aus dem Glauben (sola fide) und aus Gnade (sola gratia) ein zentrales evangelisches Thema. Außerdem hat die Reformation etwaige Mängel der Scholastik stärker gewichtet und den Schwerpunkt der Theologie auf die Schrift und das "was Jesum treibet" verlagert (sola scripura, solus Christus).

Heute ist das Bestreben der evangelischen Theologie zu spüren, sich auf die Ökumene einzulassen und das Konfessionelle Zeitalter zu überwinden, in dem sogar aus christlichen Motiven Kriege geführt werden.
Orthodoxe Theologie
Die Ostkirchliche Theologie versteht sich als der Versuch, innerhalb des konkreten kirchlichen Lebens ein vertieftes Verständnis des durch Jesus Christus ein für alle mal den Aposteln geoffenbarten und seitdem tradierten Glaubens zu finden, wobei der Kern dieser Tradition die Bibel ist. Die meisten orthodoxen Theologen sind keine Priester oder Mönche, sondern Laien. Typisch für die orthodoxe Theologie sind: die häufige Bezugnahme auf Aussagen der Liturgie; die merkliche individuelle Färbung durch die einzelne Theologen-Persönlichkeit, aber ohne starke "Schulen"-Bildung; die Betrachtung der Theologie als eine Gottesgabe für vom Heiligen Geist erfüllte Menschen (die so den Segen weitergeben), nicht so sehr als eine von Berufstheologen zu betreibende Wissenschaft; eine konservative (aber nicht fundamentalistische) Grundhaltung. Bedeutende orthodoxe Theologen im 20. Jahrhundert waren z.B. Johannes von Kronstadt, Georg Florovsky, Alexander Schmemann, Seraphim Rose und Alexander Men.
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