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Hallo,
Depressionen begleiten mich wohl schon so ziemlich mein ganzes Leben lang und seit zwei Jahren gehen sie nicht mehr nur mit PTBS einher sondern auch mit SVV- Gedanken, die ich vor meinem Klinikaufenthalt vor fast zwei auch umgesetzt hatte, seither jedoch nicht mehr und im letzten halben Jahr hatte ich auch echt Ruhe. Vor ca. einem halben Jahr habe ich auch das Antidepressivum abgesetzt und es ging mir sehr gut.
Seit ca 14 Tagen erleide ich einen massiven Rückfall. Die SVV-Gedanken werden wieder mehr und ich bin wieder in eine Depression gerutscht.
Ich versuche rauszukommen, aber das gestaltet sich sehr schwer. Ich glaube ich schaffe das nicht allein.
Jetzt habe ich zwei Optionen: Entweder ich versuche es ohne Medikamente, dann aber müsste ich wieder in die Klinik. Ich bin aber sicher, das würde mir helfen und ich weiß, ich würde es dann auch ohne Medis schaffen da raus zu kommen
oder aber ich nehme wieder das AD und schaffe es so aus diesem Sumpf raus, was vermutlich etwas länger dauern würde, aber auch ginge.
Bei Letzterem habe ich Bedenken: Einmal möchte ich ungern wieder Medikamente nehmen, zumal ich an die Nebenwirkungen denke, die ich nicht so toll fand (teilweise Angstzustände, enorme Gewichtszunahme, gedämpfte Gefühlswelt <--- ich bin aber ein Mensch, der diese Sensibilität einfach braucht, sie ist "meins" gehört zu mir,...) und zum Anderen habe ich Angst, dann jahrelang Medikamente nehmen zu müssen und das möchte ich einfach nicht. Ich weiß dass andere das tun, aber aus vielen unterschiedlichen Gründen möchte ich eben das nicht.
Ich habe seit meinem Klinikaufenthalt vieles geschafft und eine Menge Fortschritte erzielt, ich weiß auch, dass dieses Tief vorbei geht. Momentan sehe ich aber, dass mein gegenwärtiger Zustand meine Familie sehr belastet, unsere Kinder und auch meinen Mann.
Wenn es gar nicht mehr geht nehme ich natürlich die Medikamente, aber sie sollten der letzte Weg sein. Ich würde gern zuerst die Klinik wählen und wenn DIE mir dort anraten wieder das AD zu nehmen, dann werde ich das auch tun (ich glaube aber fast, das werden sie diesmal nicht tun).
Schwierige Situation hmmm
Was denkt ihr?
nachdenkliche Grüße
Light
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Liebe Light,
es gibt doch diverse Antidepressiva, welche hast Du denn genommen?
Tut mir leid, dass Du so einen massiven Rückfall hattest. Ich habe in meinem allerengsten Freundeskreis zur Zeit auch eine Frau mit schweren Depressionen. Sie hat nun mit Citalopram angefangen, nach dem der MAO-Hemmer, den sie bis vor 3 Wochen genommen hat, nicht wirklich gewirkt hat. Da MAO-Hemmer und der Wirkstoff Citalopram sich aber nicht gut vertragen, bzw. sogar gefährlich werden können, musste sie jetzt erst einmal eine Pause machen. Sollte Citalopram bei ihr zu viele Nebenwirkungen haben, wird es mit Escitalopram versucht, einer Weiterentwicklung von Citalopram, die noch nicht so gerne verschrieben wird, da sie teurer als Citalopram ist. Sollte das nicht klappen, stehen weitere Wirkstoffe zur Wahl.
Ich weiss nicht, welcher Art Deine Depressionen sind, neurotische, psychotische, episodenartige oder endogene, aber es gibt Depressionen, die man ein Leben lang mit sich rumschleppt, und die man nur mittels Medikamenten behandeln kann. Dass das keine schöne Perspektive ist, ist klar. Aber ich muss auch mein Leben lang diverse Medikamente nehmen, was für Dich sicher kein Trost ist, aber zeigen soll, dass es manchmal nicht anders geht. Wärest Du herzkrank, würdest Du sicher den Medikamentencocktail, den man da nehmen muss, auch nehmen. Depressionen sind eine Krankheit wie jede andere auch...
Liebe Grüsse
PeBu
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Lieber PeBu,
danke für Deine Antwort.
Die Diagnose von der Klinik lautete damals F33.2 (rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome)
naja und PTBS halt
Ich habe damals zunächst Trevilor genommen und das absolut gar nicht vertragen. In der Filderklinik wurde ich dann umgestellt auf Remergil (Mirtazapin) 30mg. Dort wurde mir gesagt, ich solle das ersteinmal ein halbes Jahr nehmen. Ich habe das aber länger genommen, jedoch von Anfang an an Gewicht zugelegt, was ich allerdings später mit Weight Watchers wieder in den Griff bekommen habe. Dafür war ich nicht mehr so oft krank Leider habe ich nach einigen Monaten Angstzustände bekommen und da ich das noch nie vorher hatte, nahm ich an, das liegt am Medikament, auch wenn der Arzt den ich fragte, sagte, das wäre unwahrscheinlich (hab ich schonmal erwähnt, dass ich Psychiater nicht mag? ). Ich hab die Ängste aber selbst in den Griff bekommen ohne das Medikament abzusetzen und habe es erst abgesetzt als ich mir sicher war, dass es mir gut genug geht dafür (mal abgesehen davon, dass ich auch keinen rechten Nutzen mehr entdecken konnte, denn ich wurde wieder dauernd krank). Das ging ja jetzt auch etwas über ein halbes Jahr richtig gut
WENN ich nochmal ein AD nehme und ich umgestellt würde auf ein anderes, würde ich das eh nur im Rahmen einer Klinik wollen (weil ich das den Kindern nicht zumuten wollen würde und unsere Krankenkasse im Krankheitsfall zuhaus keine Haushaltshilfe zahlt) aber eigentlich fände ich die Nebenwirkungen vom Remergil tragbar falls nichts anderes mehr geht (na gut die Angst vor dem Unbekannten, ich erinnere mich noch zu gut ans Trevilor und die grauenvollen Nebenwirkungen *urgsl*)
Ich nehm auch Kopfschmerztabletten, meine Tochter nimmt Asthmamedikamente und ich nehme ein Schilddrüsenhormon, das ich mein Leben lang werde nehmen müssen. Dennoch möchte ich so wenig wie möglich Medikamente nehmen, wenns auch irgendwie anders geht ehrlich gesagt.
Wie gesagt: Ich habe viele Fortschritte gemacht und ich bin jetzt auch noch nicht ganz so tief unten wie damals. Deswegen würde ich eben einen Klinikaufenthalt vorziehen, weil ich recht sicher bin, dass ich es dann ohne Medikamente schaffen kann. Wenn mir die Ärzte dort dann dazu raten würden, wieder ein AD zu nehmen würde ich allerdings auch nicht nein sagen. Wie gesagt, ich glaube aber (und ich habe da eine relativ gute Selbsteinschätzung, weil ich selbst wenns mir ziemlich mies geht noch sehr genau spüre, was ich brauche) das wird in dem Fall eines Klinikaufenthaltes nicht nötig sein.
Auf alle Fälle werde ich das aber, wenn ichs bis Sonntag nicht schaffe mich selbst irgendwie wieder zu berappeln, auch nochmal mit meiner Therapeutin durchsprechen, beide Optionen.
Wie gesagt, ich bin einfach nicht bereit länger als notwendig eine Belastung für meine Familie darzustellen und momentan tue ich das. Wir reden natürlich drüber, auch mit den Kindern. Dennoch.
Diese Antriebslosigkleit find ich echt schlimm.
Stolz bin ich dennoch, weil ich es zumindest noch schaffe halbwegs zu "funtionieren" und sogar noch meine 3 Stunden die Woche zu arbeiten.
Liebe Grüße Dir
Light
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Hallo liebe Ligth,
habe ja schon mal geschrieben dass auch meine Frau diesbezüglich schwer krank ist und auch unter depressive Störung, schwere paranoitische Episoden hatte mit akuten und chronischen schizophrenen Stöhrungen die ja auch in der Klinik (geschlossene Abteilung) stationär behandelt worden sind. Wo meine Frau und ich darauf hingewirkt haben, wir haben immer provessjonelle Hilfe (Psychater) in Anspruch genommen. Niemals eigenmächtig Medikamente ohne Rücksprache mit dem Psychater absetzen. Liebe Ligth Du musst und darfst keine Rücksicht auf Deine Kinder und Mann nehmen. Die Kinder und Dein Mann müssen auf Dich Rücksicht nehmen und ich bin davon überzeugt, dass die das auch machen werden. Meine Frau habe ich immer so behandelt, als wäre alles in Ordnung und wenn Sie mal etwas vergessen hatte habe ich mich halt gebückt und es selbst gemacht. Und wenn es mir mal nicht schnell genug ging, habe ich es halt selber geregelt wichtig war mir und meiner Frau, dass ich sie einfach wie einen normalen Menschen behandelt habe. Leider muss meine Frau Ihr Leben Lang Medikamente nehmen sie ist sich auch bewusst, wenn sie die Medikamente nicht regelmäßig nimmt, fällt sie in ein tiefes schwarzes Loch und muss den rest ihres Lebens in einer geschlossenen Anstalt verbringen. Jetzt ist meine Frau so eingestellt, das sie mit täglich einer halben Tablette natürlich ihr Leben lang gut leben kann. Die Tabletten die meine Frau nehmen muss heißen AmisulpridLich 400mg
Filmtabletten. Zur Anwendung gegen - produktive Zustände mit Wahnvorstellungen-Halluznationen-Denkstöhrungen-Feindseligkeit und Misstrauen,-primär negative Zustände mit Affektverflachung, emotionalem und sozialem Rückzug. Habe ich vom Beipachzettel abgeschrieben. Dir Liebe Light gute Besserung und denke bitte immer daran in Deiner Sache immer einen Fachmann zu rate ziehen.
Liebe Grüße Dir
xam
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Liebe Light,
>F33.2
Ja, das ist auch die momentane Diagnose unserer Freundin...
Bist Du wegen der PTBS in (Trauma-)Therapie?
Natürlich bin ich kein Arzt und kenne Deine Krankengeschichte nicht im Detail. Mich wundert aber, dass Du mit einem trizyklischen Antidepressivum behandelt worden bist, und bisher anscheinend noch nie mit einem SSRI, z.B. Citalopram oder Escitalopram. Bei Dir scheint ja die Angst ganz wesentlich zu sein, und gerade gegen die Kombination "Depri und Angst" wirken SSRIs meines Wissens nach besser und zugleich sanfter als die Trizyklischen.
Andererseits wirken die Trizyklischen bei den Symptomen der PTBS möglicherweise besser, da ist man sich ja noch nicht ganz sicher.
Ich möchte Dich keinesfalls verunsichern. Wie gesagt, ich bin kein Arzt, ich schreibe hier nur meine Gedanken auf, die ich so habe, wenn das lese....
Das eigenmächtige Absetzen von Psychopharmaka ist immer eine sehr heikle Sache. Du schriebst, Du hast sie abgesetzt, als Du sicher warst, dass es Dir gut genug ging... Aber, liebe Light, dieses "Gutgenuggehen" kann ja durchaus das Ergebnis dieser Medikamente gewesen sein! Wie will man das unterscheiden? Wenn die Medikamente wirken, kann es durchaus sein, dass man sich topfit fühlt und glaubt, man sei nun stark genug, das Medi abzusetzen, obwohl es AUSSCHLIESSLICH das Medi ist, das einem dieses Gefühl gibt. Verstehst Du, was ich meine?
Und Rückfälle aufgrund vom Absetzen eines Medikamentes kommen nicht immer direkt nach dem Absetzen, das kann Monate dauern, bis der Körper auf das Absetzen reagiert...
>WENN ich nochmal ein AD nehme und ich
>umgestellt würde auf ein anderes, würde ich
>das eh nur im Rahmen einer Klinik wollen
Wenn das für Dich leichter ist, ist das sicherlich richtig. Unsere Freundin hat blöderweise eine ausgesprochene Krankenhausphobie, so dass sie Klinikaufenthalte bisher abgelehnt hat, ja, allein der Gedanke daran, löst bei ihr Panikattacken aus.
Was mich auch noch interessieren würde, ist, ob Du parallel zu Klinik und Medikamenten auch eine Therapie machst. Meiner Meinung und Erfahrung nach ist das unabdingbar. Sei es in Richtung Traumatherapie, sei es in Richtung einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie. Bei dieser "Doppeldiagnose" reichen meiner Meinung nach rein symptomatische Behandlungen nicht aus... Aber vermutlich weisst Du das alles selbst.
Generell aber kannst Du stolz sein. Aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung weiss ich, dass bereits EINE Deiner beiden Diagnosen ausreicht, um zu verzweifeln und kaum mehr am alltäglichen Leben teilhaben zu können. Du schaffst das mit zweien und mit einer Familie.
Aber nichts desto trotz muss ich Xam da zustimmen: Du musst jetzt in allererster Linie an DICH denken, und die Gedanken, was man der Familie "zumuten" darf, dürfen bestenfalls an zweiter Stelle stehen, am besten ganz weglassen, denn Du hast das ja nicht freiwillig in der Hand, ob Du gesund oder krank bist.
Einen lieben Gruss
PeBu
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