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Bischof












Evangelisch-methodistische Kirche
In der Anfangszeit des Methodismus rechneten sich die Methodisten zu den Anglikanern, deren Bischöfe in der apostolischen Sukzession stehen, und nahmen die Sakramente in der anglikanischen Kirche.

Mit der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten kam für die Methodisten in den USA eine Zeit, wo es keine anglikanischen Bischöfe in erreichbarer Nähe gab. Zurückgehend auf die orthodoxe Tradition beispielsweise im Patriarchat von Alexandria im dritten Jahrhundert, wo die Presbyter einen der ihren zum Bischof wählten, definierte John Wesley das methodistische Verständnis vom Bischofsamt: zwischen einem Bischof und einem Ältesten (Presbyter, Pfarrer) gibt es keinen Unterschied im Weihegrad sondern nur einen Unterschied in der Funktion: ein Bischof ist ein Presbyter, der eine leitende Funktion gegenüber den Presbytern seiner Region hat. Von daher kann das Bischofsamt in einer methodistischen Kirche zeitlich begrenzt sein, und der Bischof ist nach Ablauf seiner Amtszeit wieder ein Presbyter wie jeder andere, leitet beispielsweise eine Gemeinde - es gibt allerdings auch lokale Kirchenordnungen, in denen die Wahl eines Bischofs auf Lebenszeit möglich ist. Die ersten Bischöfe der methodistischen Kirche wurden von John Wesley und einigen anderen ordinierten Geistlichen der anglikanischen Kirche gewählt. In der methodistischen Tradition gibt es also keine apostolische Sukzession des Bischofsamts.

Das Bischofsamt in der evangelisch-methodistischen Kirche ist in vielen Fällen länderübergreifend: der nordeuropäische Sprengel umfasst beispielsweise die skandinavischen und baltischen Länder, der südosteuropäische Frankreich, Mitteleuropa ohne Deutschland, den Balkan und Nordafrika. Deutschland musste aus politischen Gründen in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts ein separater Sprengel werden und ist bis heute ein eigener Sprengel geblieben.
Evangelische Kirche
In den lutherischen Kirchen gibt es in der Regel das Amt der Bischöfin, des Bischofs, die oder der für eine Region oder eine Landeskirche zuständig ist und gegenüber den Pfarrerinnen und Pfarrern der Ortsgemeinden eine Leitungsfunktion hat. Dieses Amt wird meist als Bischöfin beziehungsweise als Bischof bezeichnet, daneben ist die Bezeichnung Landesbischöfin / Landesbischof verbreitet.

In den Reformierten Kirchen heißt die oberste kirchenleitende Person Generalsuperintendentin / Generalsuperintendent oder Landessuperintendentin / Landessuperintendent (Lippische Landeskirche), Präses (Rheinland, Westfalen, Reformierte Kirche), Kirchenpräsidentin / Kirchenpräsident oder Präsidentin / Präsident beziehungsweise Schriftführerin / Schriftführer (Bremische Evangelische Kirche).

Es gibt keine separate Ordination für Bischöfinnen und Bischöfe, diese werden in ihr Amt eingeführt. Die Funktion wird nicht als höherer geistlicher Rang, sondern als eine Art Pfarrerin / Pfarrer im kirchenleitenden Dienst gesehen. Es gibt keine der Bischöfin / dem Bischof vorbehaltenen Sakramente und in Deutschland keine apostolische Sukzession (diese ist in den skandinavischen Ländern noch erhalten).

Evangelische Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber werden in der Regel von der Synode (Kirchenparlament) für eine bestimmte Zeit oder auf Lebenszeit (meist bis zum 65. oder 68. Lebensjahr) gewählt. In den meisten evangelischen Kirchen wird das Amt sowohl von Männern als auch von Frauen ausgeübt.
Presbyterianische Konfessionen
Bei Kirchen mit einer presbyterianischen Struktur, zu denen insbesondere die Kirchen der reformierten Tradition zählen, gibt es kein Bischofsamt, sondern die Leitung der Kirche liegt auf allen Stufen bei einem Gremium von Ältesten, das als Presbyterium, Synode, oder Generalversammlung bezeichnet werden kann. Diese Ältesten sind in der Regel Laien, ihr Amt wird jedoch als geistliches Amt gesehen und oft gibt es eine spezielle Ordination für Älteste.

In manchen Konfessionen können Männer und Frauen Älteste werden, in anderen nur Männer.

Die Ältesten beschränken sich jedoch in der Regel im Gegensatz zu Bischöfen auf leitende Funktionen, die Sakramente werden von ordinierten Pfarrern verwaltet - bei den Ältesten liegt jedoch die Verantwortung die Kirche gemäß der Tradition zu führen, die in episkopalen Konfessionen beim Bischof liegt.
Kongregationalistische Konfessionen
Kongregationalistisch strukturierte Konfessionen, beispielsweise die meisten Baptisten und Pfingstgemeinden, kennen kein übergemeindliches Bischofsamt. Sie betonen die Autonomie der Ortsgemeinden und halten die Begriffe Bischof und Ältester für synonym. Die meisten dieser Gemeinden kennen jedoch unter verschiedenen Bezeichnungen die Funktionen des dreifachen Amtes auf Gemeindeebene: es gibt einen Gemeindeleiter (episkopos), ein Gremium von Ältesten (presbyteroi) und diakonische Funktionen. Sie begründen das unter anderem mit Hinweis auf Apostelgeschichte 20,17-35 (Abschiedsrede des Paulus vor den Ältesten der Gemeinde Ephesus; siehe besonders die Verse 17 und 2. Dass das Bischofsamt ursprünglich eine Funktion der Ortsgemeinde war, wird ihres Erachtens auch an der alten katholischen Praxis deutlich, den Bischofstitel mit einem Ortsnamen zu verbinden.
Neuapostolische Kirche
Die Neuapostolische Kirche (NAK) kennt 3 Amtsklassen: Diakone, Priester und Apostel. Die Apostel, im Apostolat zusammengefasst mit dem Stammapostel als Haupt, bilden die höchste Ämterhierarchie.

Unter den priesterlichen Ämtern ist die Amtsstufe des Bischofs die höchste. Bischöfe werden in der Regel, wie auch die Apostel, direkt durch den Stammapostel ordiniert. Sie unterstützen ihren Apostel teils in ehrenamtlicher Tätigkeit, teils auch im festen Dienst der Kirche. Die priesterlichen Ämter in der NAK führen Gottesdienste durch, spenden das Sakrament der Heiligen Wassertaufe und das Sakrament des Heiligen Abendmahls, nehmen neue Mitglieder in die Kirche auf, segnen die Kirchenmitglieder zu Konfirmationen, Verlobungen, Trauungen, Hochzeitsjubiläen und führen Trauerfeiern durch.
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