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Sinntreu – der gemischte Ansatz
Die Mischformen stellen Kompromisse zwischen beiden Typen dar, wobei entweder das ausgangstextorientierte oder das zieltextorientierte Prinzip bevorzugt wird und das jeweils entgegengesetzte Prinzip zum Ausgleich der Nachteile herangezogen wird. Ziel ist eine sogenannte sinntreue Wiedergabe des Urtextes.
Bearbeitungen
Von Bearbeitungen spricht man, wenn der Inhalt so angepasst wird, dass sich die Übersetzung (a) an ein Publikum richtet, an das sich der Urtext ursprünglich nicht speziell richtete (beispielsweise Kinder, Jugendliche, Gelegenheitsbibelleser) oder dass die Übersetzung (b) einen Sinn verfolgt, den der Urtext ursprünglich nicht verfolgte (Heranführung an die Bibel, Unterhaltung, Parodie z.B. "Der große Boss", Bibelcomics, manche Dialektausgaben, chronologische Zusammenstellungen der biblischen Geschichte, Nacherzählungen in Romanform). Eine weitere Gruppe bilden (c) Bearbeitungen für ein anderes Medium, z.b. für Comic, Film, Fernsehen, Hörspiel, Computerspiel. Man nennt diese drei Typen adressatenvariant (a), intentions/funktionsvariant (b) und medienvariant (c).
Bearbeitungen sind oft keine Übersetzungen des Urtextes, sondern gehen von einer vorhandenen Übersetzung aus (intralingual = innerhalb der selben Sprache und intrakulturell = innerhalb der selben Kultur).
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Klassifizierung und Bewertung von Bibelübersetzungen
Die Klassifizierung einer Bibelübersetzung ist nur näherungsweise möglich. Auch eine stark wirkungsorientierte Übersetzung ist immerhin insofern strukturtreu, dass sie die biblischen Geschichten in der ursprünglichen Reihenfolge wiedergibt. Eine Interlinearübersetzung ist in Bezug auf die Reihenfolge der Worte strukturtreu, sie kann aber in jeder anderen Hinsicht wirkungsorientiert sein. Sie müsste dann eingrenzend syntaktisch strukturtreu genannt werden. Die als extrem strukturtreu geltende Buber/Rosenzweig-Übersetzung berücksichtigt beispielsweise nach Ansicht von Gelehrten einige strukturelle Phänomene des hebräischen Verbes überhaupt nicht. Selbst die strukturtreueste Übersetzung verfolgt letzten Endes das Ziel, dieselbe Wirkung hervorzurufen, wie der Urtext. Man kann deshalb Bibelübersetzungen nur tendenziell klassifizieren.
Eine Bewertung hängt von den eigenen Erwartungen und von den Zielen der Übersetzer ab. Strukturtreue Übersetzungen lassen sich in Bezug auf ihre Strukturtreue grundsätzlich objektiver bewerten, da die Einhaltung der Vorgaben überprüfbar ist. Bei sogenannten wirkungstreuen Übersetzungen kann oft nicht objektiv festgestellt werden, ob die Übersetzung im Detail tatsächlich dieselbe Wirkung bei der Zielgruppe hervorruft, wie das Original in der Ursprungskultur. Insbesondere lässt sich nicht feststellen, ob der Übersetzungsvorschlag begründet, zufällig oder gar willkürlich ist. Theologische Prädispositionen fließen am leichtesten in wirkungstreue Übersetzungen (beziehungsweise wirkungstreue Elemente) ein.
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