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Laienbeichte
Neben der sakramentalen Beichte kennt die katholische Kirche auch die sogenannte Laienbeichte, die etwa von Thomas von Aquin ausdrücklich empfohlen wird. Sie ersetzt nicht die sakramentale Beichte und führt nicht zu einer Vergebung der Sünden. Insbesondere bei schweren Sünden ist die sakramentale Beichte notwendig. Die Wirkung der Laienbeichte besteht beispielsweise in einer erweiterten Gewissenserforschung, sie kann die Reue über Sünden vergrößern und eine sakramentale Beichte vorbereiten. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung sein, ist aber wenig bekannt und wird deswegen kaum praktiziert.
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Evangelische Kirche
Martin Luther wandte sich zwar energisch gegen jede persönliche Leistung zur Sündenvergebung (sämtliche Sünden beichten, Ablass, etc.), befürwortete aber die persönliche Beichte. Er beichtete selbst regelmäßig, in schwierigen Zeiten sogar täglich.
zur Zeit Luthers waren die wesentlichen Bestandteile des Bußsakramentes:
Erkenntnis der Schuld
wahre Reue = contritio cordis
Bekenntnis der Schuld = confessio oris (= Ohrenbeichte)
Wiedergutmachung = satisfactio operum
Zuspruch der Vergebung = absolutio
die Streitfrage zur Zeit Luthers war der Punkt "Wiedergutmachung", die "satisfactio operum"
Ist eine Wiedergutmachung überhaupt möglich? Luther sagt "nein" und verweist auf den "stellvertretenden Tod Jesu" und begründet damit seine "sola gratia"
Weil er diese satisfactio operum ablehnt, nimmt er einen gewaltigen Kampf mit der RKK auf und bekämpft den Ablasshandel
Dieser Ablasshandel war eigentlich entstanden, weil in der Beichtpraxis an die Stelle der Wiedergutmachung eine Ersatzleistung gefordert wurde, die dann auch im Kauf von Ablasszetteln bestehen konnte und in der Praxis als KAUF der Vergebung propagiert wurde.
Diese satisfactio operum hatte ursprünglich ihren Sinn darin, daß sie ein Zeichen echter Reue darstellte: Der Beichtende sollte irgendwie deutlich machen, dass seine Reue ernst war (so wie wir noch heute bei einer Versöhnung vielleicht einen Blumenstrauß oder auch ein wertvolles Geschenk mitbringen, um dem Betroffenen zu zeigen, wie leid uns unsere Tat tut, aber deswegen nicht glauben, wir hätten unsere Schuld "bezahlt")
In vielen evangelischen Kirchen ist ein Sündenbekenntnis mit Zuspruch der göttlichen Vergebung Teil der Abendmahlsliturgie - die Einzelbeichte ist nur ein seelsorgerliches Angebot, das in neuerer Zeit eher selten in Anspruch genommen wird.
Auch in evangelikalen Gruppen gibt es oft eine Art Beichte in Form eines Sündenbekenntnisses vor einem Seelsorger, der die Vergebung zuspricht, manchmal anlässlich der Bekehrung, mancherorts auch als regelmäßige spirituelle Praktik. Dieser Seelsorger muss jedoch kein Geistlicher sein. (Laienbeichte)
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Beichtgeheimnis
In allen Kirchen kennt man das Beichtgeheimnis: der Beichtvater ist zu strengster Verschwiegenheit verpflichtet über alles, was in der Beichte zur Sprache kam; auch gegenüber sämtlichen staatlichen Stellen. Er darf auch niemanden auf eine frühere Beichte ansprechen. Wenn er in der Beichte von einem schweren Verbrechen erfährt, wird er den Beichtenden normalerweise auffordern, sich zu stellen, und dies sogar eventuell zu einer Voraussetzung für die Lossprechung machen; die Entscheidung bleibt aber beim Beichtenden. In den meisten Staaten ist das Beichtgeheimnis auch staatlicherseits voll anerkannt, sodass zum Beispiel ein Lauschangriff auf einen Beichtstuhl strikt verboten ist.
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Beichtspiegel
Ein Beichtspiegel ist eine Liste möglicher Sünden, oft anhand der zehn Gebote, zur Hilfe als Vorbereitung auf die Beichte.
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