latein überstezung


Hallo Tobias,

ich habe noch einmal ein wenig über das bisschen nachgedacht, das mir von dem besagten Film in Erinnerung geblieben ist. Die "ernste Fragestellung" könnte wohl darin bestehen, dass fromme Leute das Böse bekämpfen wollen indem sie selber böse werden, sich dabei aber auf der Seite Gottes wähnen. That seems to ring a bell, bzw. auf Deutsch, das kommt uns doch irgendwie bekannt vor.

Was nun Esperanto oder Volapük angeht: Wollen die Bahais nicht ebenfalls eine Universalsprache einführen? Von Volapük muss ich dringend abraten, auch wenn es von einem Pfarrer stammt. Ein Kuriosum, aber ziemlich inkonsistent und schwierig. Um die 200 Vor- und Nachsilben oft sehr vager Bedeutung wollen bewältigt sein. Wenn mir ein Volapük-Text vor die Augen kommt, muss ich fast jedes zweite Wort erst einmal im Wörterbuch nachschlagen, weil mir natürlich dauernd entfällt, was beispielsweise der Unterschied ist zwischen mag, magod, magot, maged, magäd, magiv oder magit ist, oder auch nur zwischen stid, stit, stöt, stud, stut, stüt oder mit Nachsilbe, stütäd, stütod.

Esperanto, Ido oder Novial sind dagegen wie ein behagliches warmes Bad mit Lavendel-Badezusatz, nachdem man mit nassen Füssen aus dem Schneematsch und den Graupelschauern des Volapük gekommen ist. Allerdings ist es sehr gut geeignet, das Hirn fit und alert zu halten.

Das war jetzt Off-Spam, aber warum auch nicht?

LG, Fipps
Zitat:
Wollen die Bahais nicht ebenfalls eine Universalsprache einführen?


Ja, aber bis jetzt würde mir keine Sprache einfallen, welche diesen Ansprüchen genügt.

* Englisch ist weit verbreitet und wir heute auch von den Bahai-Institutionen als lingua franca benutzt. Nur ist es eben die Sprache der Engländer und viele Elemente eignen sich auch nicht wirklich.

* Esperanto wurde von Abdu'l-Bahá sehr positiv bewertet und es gibt auch noch heute einige Bahai die davon sehr angetan sind. Allerdings hast Esperanto das starke Problem des Eurozentrismus und dazu ist es phonetisch und auch in anderen bereichen sehr nah an den romanischen Sprachen.

Zitat:
ich habe noch einmal ein wenig über das bisschen nachgedacht, das mir von dem besagten Film in Erinnerung geblieben ist. Die "ernste Fragestellung" könnte wohl darin bestehen, dass fromme Leute das Böse bekämpfen wollen indem sie selber böse werden, sich dabei aber auf der Seite Gottes wähnen. That seems to ring a bell, bzw. auf Deutsch, das kommt uns doch irgendwie bekannt vor.


Richtig das ist ein Punkt. Ein weiterer ist, ob es überhaupt akzeptabel ist Strafen zu vollziehen, ohne rechtsstaatlichen Apparat. Oder ob es nicht besser ist alles diesem zu überlassen, auch wenn dieser nicht immer jeden erwischt. Dafür gibt es dann aber keine Selbstjustiz. Oder es ist eben genau andersherum?

So wird am Ende des Filmes dieser Konflikt auch inszeniert, wo die drei nämlich einen Gerichtssaal stürmen und dem Richter die Richtgewalt entziehen.

http://www.youtube.com/watch?fs=1&a.....ec4dCpZwY&autoplay=17

Hier auf Deutsch:

http://www.youtube.com/watch?v=Rgr662BMc1k

(Aus dem Film "weiß" man das der Mann schuldig ist. Es macht aber den Eindruck als würde er freikommen.)

Die Frage ist aber am Ende wie die Leute den Film dann schauen. Weite Strecken des Filmes sind wirklich nur hirnloses Geballer, Gewalt und schlechter Humor.
@Fipps
Dein Volapük erinnert mich so ein bißchen an das Afrikaans der Buren.
Als Beispiel: Die Pflanze (Welwischie): Auf Afrikaans heißt sie „tweeblaarkanniedood“, was etwa "Zwei-Blatt-kann-nicht-sterben" bedeutet.
Sie besteht in der Tat nur aus zwei Blättern und gilt als äußerst genügsam und wird sehr alt.
Ja, hat alles seine Vor- und Nachteile. Die Welwitschia wird zwar sehr alt, dafür muss sie aber in der langweiligen Namib-Wüste stehen, muss hungern und dürsten und sieht sehr unattraktiv aus. Was ist das für ein Leben?

Afrikaans ist ein schönes Beispiel dafür, dass eine Sprache gar nicht kompliziert sein muss. Hole ich doch eben mal mein Afrikaans-Lehrbuch aus dem Regal -- ah ja, Lektion 15, 'n Ongeluk: "Twee mense is in die ongeluk gedood. Die bestuurder wat die Van der Merwe-motor ingehaal het, het self heelhuids daarvan afgekom en hy sal vir sy roekeloosheid moet boet."

Hier einige Details: Hier steht, dass der Verkehr auf der Staubpiste besonders stark ist, wenn die Buren ihre Kinder nach den Ferien ins Internat bringen. Herr van der Merwe fährt zwar immer vorsichtig, weil er weiß: "hoe dikwels 'n lomp bestuurder onvoorsien 'n waagstuk probeer".
Und tatsächlich: "... 'n oomblik later is daar 'n geweldige botsing. Twee verfrommelde motors tuimel van die krans af."

Also, besonders in Afrika Augen auf im Straßenverkehr!


Ich habe zwar nicht die Bohne verstanden - aber diese zwischengeschobenen Kommentare von dir..ich könne mich kugeln...
Oh, dann will ich mal einigermaßen wörtlich und nah am Original übersetzen:

Ein Unglück (Unfall): Zwei Menschen wurden bei dem Unfall getötet. Der Steuerer (Fahrer), was den Motor (das Auto) von Van der Merwe überholt hat, ist selbst mit heiler Haut davongekommen und er wird für seine Ruchlosigkeit (Leichtsinn) müssen büßen.

Und dann hinter 'weil er weiß': "wie oft ein lumpiger (ungeschickter) Fahrer unvorhergesehen (unvermutet) ein Wagestück (Wagnis) probiert." Und tatsächlich: " ... einen Augenblick später ist da ein gewaltiger Zusammenstoß ('botsing' ist ja hübsch lautmalend). Zwei verbeulte Autos taumeln (stürzen) von der Felswand ab."

Auch Holländer mit ihrem gepflegten Niederländisch können sich das Lachen kaum verbeißen, wenn sie mal einen aufgeregten Journalisten aus Südafrika berichten hören. Sie verstehen jedes Wort, aber es klingt ihnen ziemlich ulkig im Ohr.
Und warum der Herr van der Merwe? Weil fast alle Buren mit Nachnamen "van der Merve" heißen. Da weiß man doch, woran man ist.
Du hast echt ein Afrikaans-Lehrbuch bei dir im Regal? Unglaublich! Ich lese mich gerade durch die Geschichte Afrikas und Angolas. Erschreckend, was man alles eigentlich gar nicht weiß, irgendwie fing der Geschichtsunterricht über die Ländern erst an, wenn Europäer dort einschlugen.
Als wenn die Menschen hier vorher noch auf den Bäumen gehockt hätten.
Der Geschichtsunterricht an deutschen Schulen (wie auch in vielen anderen Ländern) ist eigentlich auch erschreckend. Oft werden Dinge völlig verzerrt, eindimensional Dargestellt. Die Forschung der letzten 50 Jahre wird meist nicht berücksichtigt.

Da ist de Eurozentrismus noch das geringste Problem.
Ob dus glaubst oder nicht: Unser Geschichtsunterricht endete mit Bismarck, danach war es Wahlfach (mit Erdkunde).