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Außerkörperliche Erfahrung












Außerkörperliche Erfahrung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Außerkörperliche Erfahrung (AKE; engl. Out-of-the-body experience, abgekürzt OBE) beschreibt einen Zustand der Entleibung, bei dem das Gefühl entsteht, sich mit seinem Bewusstsein als "Seelenwesen" außerhalb des physischen Körpers wahrzumehmen. Besonders in Grenzsituationen, etwa bei Nahtodeserlebnissen (NDEs, near-death experiences) wird über solche Zustände berichtet. 15 bis 35 Prozent aller Erwachsenen aus den verschiedensten Ländern und Kulturkreisen weltweit geben an, solche Erlebnisse schon einmal gehabt zu haben.
Beschreibungen des Phänomens
Eine außerkörperliche Erfahrung ist die Beschreibung für ein Erlebnis, bei dem es möglich ist sich so zu erfahren, als würde man sich außerhalb seines physischen Körpers befinden. Ein zweiter Körper, mit dem man agiert, ist meist unmittelbar erfühlbar. In einer Vielzahl der Fälle ist dem wahrnehmenden Ich die Situation bewußt, d.h. es kann sich an seine Biographie, Tagesgeschehen usw. erinnern und es erkennt die Andersartigkeit dieser Situation.

Auch Erlebnisse ohne Zweitkörper sind möglich, wobei es nicht zwangsläufig zur Reduzierung der Wahrnehmungskanäle oder Erlebnisintensität kommt.

Typisch für viele Formen außerkörperlicher Erfahrungen ist ein ausgeprägtes Gefühl der Schwerelosigkeit. Es wird beschrieben, dass Personen während ihrer außerkörperlichen Erfahrung imstande waren Gegenstände, Ereignisse und Sachverhalte so zu beschreiben, als ob sie sie mit den physischen Sinnen ihres Körpers wahrgenommen hätten. So z.B. Gerätschaften im Operationssaal, die der Patient aufgrund seines Zustandes nicht wahrnehmen konnte, bzw. die selbst im Wachzustand nicht hätten erkannt werden können weil sie hinter dem OP-Tisch standen. Typisch ist bei den genannten Wahrnehmungen, dass die betreffenden Personen während ihrer außerkörperlichen Erfahrung zumeist solche Phänomene beschreiben, wie sie sich in der physischen Raum-Zeit zeigen, die also auch von Menschen mit ihren normalen Sinnen hätten wahrgenommen werden können, weniger jedoch neuartige, in der physikalischen Welt gänzlich unbekannte Vorgänge.

Während einer außerkörperlichen Erfahrung ist es laut Berichten im Allgemeinen nicht möglich, physische Gegenstände zu greifen beziehungsweise zu beeinflussen. Oft wird auch von veränderten Wahrnehmungszuständen gesprochen, wie beispielsweise eine 360°-Sicht und das "Erfühlen-können" von Gegenständen. Berichte darüber sich weitgehend frei durch Raum (z.B. in das Jenseits oder physische Hindernisse) und Zeit bewegen zu können werden vor allem von Sterbenden und Reanimierten wiedergegeben.

Hier zeigt sich der Unterschied zur Reinkarnation, die zwar im Zusammenhang genannt wird, aber nicht den selben Effekt beschreibt. Bei einer außerkörperlichen Erfahrung trennt sich der "zweite", "seelisch-geistige Körper" nicht völlig vom ersten, physischen Körper, sondern bleibt durch eine "feinstoffliche Verbindung", oft "Silberschnur" genannt, mit diesem in Verbindung. Nach Meinung von OBE-Anhängern wird diese Verbindung allerdings umso dünner je weiter sich der feinstoffliche Körper vom physischen Körper entfernt. Dabei wäre allerdings zu beachten, dass es nicht möglich ist, die Verbindung zum physischen Körper vollständig zu verlieren.

Reinkarnationserfahrungen beschreiben darüber hinaus unabhängig von Alter und Nationalität solche Erfahrungen, die zwar mit den physischen Sinnen des Menschen rezipiert werden können, aber angeblich Sinneserfahrungen aus einer früheren, vorgeburtlichen Zeit darstellen. Aus diesem Grund steht das Thema OBE in enger Verbindung mit der Reinkarnationsforschung, die versucht, sich der Frage einer möglichen Wiedergeburt der Seele eines Menschen wissenschaftlich zu nähern.

Ebenfalls häufig wird von sog. "vorgeburtlichen" Erlebnissen berichtet, von denen einige Menschen im Zustand der Hypnose sprechen. Ein weiteres Feld derartiger Berichte beschreibt luzide Traumerfahrungen, in denen der Träumende das Gefühl hat unmittelbare Kontrolle über den Ablauf des Traumes zu haben und ein besonders klares Bewusstsein über seine Handlungen zu besitzen. In selteneren Fällen werden hierbei auch Erfahrungen genannt, bei denen kürzlich Verstorbene, Engel oder nahe Verwandte eine Rolle spielen.

Derartige Erlebnisse werden zum Teil durch weltanschauliche Begriffe beschrieben, wo durch die Erklärungen sich nur schwer mit einem wissenschaftlichen Weltbild vereinen lassen.

Folgende Fragen sind momentan nur schwer bzw. nicht eindeutig zu beantworten:

Ob etwas den Körper verläßt?
Was den Körper verläßt?
Wohin man gegangen ist?
Woraus die andere Welt besteht?
Wie man es nennen sollte?
Korrelationen zwischen Erlebnissen und der bekannten Realität werden von der Wissenschaft oft als nicht signifikant beurteilt. Wird etwa die erste Frage verneint, so verschiebt sich automatisch der Kontext der Antworten. Mögliche Antworten sind nun nicht mehr im Rahmen einer anderen Realität/Welt/Sphäre zu finden, sondern eher in Bereichen wie Traumdeutung, Unterbewußtsein u.a.m.

Aus Furcht vor zwangsweiser psychiatrischer Behandlung und in Abrede stellen des Erlebten durch die Sozialumgebung, schweigen in den westlichen Ländern die meisten Betroffenen nach einem derartigen Erlebnis über das Erfahrene. Sie betrachten allerdings die Subjektivität des Lebens an sich nach deratigen Erfahrungen häufig mit gesteigerter Lebensfreude und häufig stark vermindeter Furcht vor dem Tod.
Formen außerkörperlicher Erfahrung
luzide Träume (klare Wahrnehmung des Träumens an sich in einer Art "Metaposition")
Stärker ausgeprägtes, weitläufiges luzides Träumen (Astralprojektion)
Im Schlaf "aus dem Bett fallen", wobei der physische Körper unverändert ist und die eigene Perspektive
so beschrieben wird, als ob man gleichzeitig auf die Seite rollt oder auf den Fußboden herab gleitet.
im physischen Schlaf "neben sich stehen" und den eigenen Körper im Schlaf im Bett liegen sehen.
im Wachzustand der Eindruck, sich außerhalb des eigenen Körpers zu befinden, mit oder
ohne veränderter Sinneswahrnehmung, manchmal in Verbindung mit Hellsehen.
Als erstes Gefühl für eine nahende außerkörperliche Erfahrung werden oft eine starke Vibration, Summen im Körper, Klingeln im Ohr (ähnl. Tinnitus), ein Gefühl gezogen zu werden oder "Erstarren" im Körper kurz vor dem Einschlafen bzw. Ton- oder Lichterscheinungen im Traum angegeben. Manche Religionen bezeichnen auch die folgenden Erscheinungen als außerkörperliche Erfahrungen, in anderen werden sie anders interpretiert:

Telepathie (Fernfühlen, Wissen anderer Personen)
Hellsehen (Erkennen von sachlichen Gegebenheiten)
Präkognition (Wissen über zukünftige Ereignisse)
Techniken
Literatur, die das Erreichen außerkörperlicher Zustände beschreibt, gibt es seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Seit Ende der 90er Jahre erschien allerdings eine Vielzahl neuer Bücher, die auch das "praktische Herangehen" beschreibt. Neben Hyperventilation, konventionellem Pranayama, rhythmischem Trommeln oder der Visualisierung von Licht werden auch Meditationstechniken oder Kontemplation genannt. Robert A. Monroe hat darüberhinaus den ausserkörperlichen Zustand in vielen Experimenten des Monroe Institute mithilfe der Hemisphärensynchronisation (Hemi-Sync) untersucht.
Die Silberschnur
In diesem Zusammenhang wird von Anhängern der Aussage dass es OBE überhaupt gibt häufig davor gewarnt, im Stadium der Entleibung den physischen Körper von seinem Platz während des Austrittes zu entfernen. Andere Vertreter des Phänomens vertrauen hingegen auf die Funktion der sog. "Silberschnur", welche für eine sichere Verbindung von Seele bzw. Astralkörper und physischem Körper sorgen soll. Es gibt die Behauptung, dass, sobald etwas den physischen Körper stört, reizt, etc., man sofort in den physischen Körper zurückgebracht (Silberschnur) wird. Keiner der vorgenannten Hinweise ist wissenschaftlich belegt.

Die Bibel verwendet beim Tod einmal das Bild einer Silberschnur, die im Moment des Todes reißt. So heißt es in Prediger 12,1,6 ff: "Denke an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren [...] ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, der Krug an der Quelle zerschmettert wird, das Schöpfrad zerbrochen in die Grube fällt, und der Staub zur Erde zurückkehrt, wie er war, und der Odem zurückkehrt zu Gott, der ihn gegeben hat."
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